WordPress: Google Adsense nutzen

Alle Jahre wieder muß man sich auch als Hobbywebmaster Gedanken zur Refinanzierung machen. Ein praktikabler Weg ist Google Adsense — warum?

  • praktisch jeder (der keine zweifelhafte Porno- oder Warez-Site betreibt), kann sich anmelden.
  • man muß keine Vorleistungen erbringen, z. B. Setup-Gebühr o. ä.
  • durch die Verknüpfung mit der Suchmaschine sind die Werbehinhalte themenrelevant
  • Textanzeigen sind unaufdringlich, Banner optional
  • auch winzige Cent-Beträge läppern sich zusammen
    (und wenn es nur 20 Euro nach sechs Monaten sind)

Natürlich müssen die Anzeigen irgendwie auf die Website kommen. Google liefert dazu im Backend unterschiedliche Code-Schnipsel, die man ins HTML einbauen muß. Das ist kein Problem, wenn man sowieso alles selbst programmiert. Auch bei WordPress kann man dies notfalls in der HTML-Ansicht einbauen — aber: Alles, was “fest verdrahtet” ist, widerspricht grundsätzlich einem CMS und ist nur im Kopf- oder Navigations-Bereich wirklich sinnvoll. Außerdem muß man sich mit HTML auskennen. Das Zauberwort heißt also wieder einmal Plugin…

Bisher setze ich versuchsweise lediglich einen Linkblock im Kopfbereich ein, den ich über ein Child Theme Update-sicher realisiere. In den zum Teil aufwendig recherchierten Artikeln verweise ich bisher lediglich durch manuelle Verlinkung gelegentlich auf Amazon-Angebote (inzwischen ebenfalls per Child Theme kenntlich gemacht). Wie schön wäre es, interessante Adsense-Anzeigen automatisch im Text plazieren zu können, vorzugsweise an unterschiedlichen Positionen um “Bannerblindheit” vorzubeugen.

Natürlich wird man via Google-Suche bzw. im WordPress Plugin Directory fündig. Doch die hohe Trefferzahl ist wie so oft kein Grund zur Freude, findet sich dort eine Menge Ausschuß, der leider viel Zeit kostet, bis man ihn als solchen identifiziert. Deswegen klappere ich erstmal die Erkenntnisse der Kollegen ab:

Nach der Lektüre der Artikel entscheide ich mich, zwei Plugins für WordPress selbst auszuprobieren:

Ein seriöser Webmaster wird es seinen Lesern nicht zumuten wollen, aber es gibt ja Leute die eine Website mit Werbung zupflastern, so daß jeder Klick zu unerwünschten Seiten führt. Deshalb legt Google eine maximal Anzahl von Anzeigen pro angezeigter Seite fest (Quelle: a. a. O.): “Derzeit können AdSense-Publisher bis zu drei Anzeigenblöcke für AdSense für Content-Seiten auf einer Webseite platzieren. Dies umfasst maximal einen Anzeigenblock im Format 300 x 600 je Seite. Zusätzlich dürfen auf jeder Webseite bis zu drei Linkblöcke und zwei Suchfelder platziert werden.”. Man sollte sich dran halten, da Google bei Verstößen rigoros auch schon gesammelte Erlöse einbehält und “Diskussionen” recht mühsam ausfallen können (obwohl ich nicht sicher bin, daß versehentliches “zuviel” sowieso automatisch gefiltert wird). Darüber hinaus muß man ja gar nicht ans Maximum gehen, wenn eine Anzeige ausreicht.

Gemäß unserer Richtlinien dürfen Sie auf einer Webseite maximal drei Content-Blöcke, drei Link-Blöcke und zwei Suchfelder platzieren. — Apropos: Es dauert ein bißchen, bis anschließend überhaupt Anzeigen erscheinen und auch die Paßgenauigkeit entwickelt sich…

Plugin: Google Publisher

Bisher stammen alle fraglichen Plugins von freien Entwickler oder unabhängigen Softwarefirmen, die sich mehr oder weniger pfiffige Rezepte überlegt haben — jetzt gibt’s auch etwas offizielles von Google: (Quelle: a. a. O.) “The official Google plugin for publishers, written by Google. Supported products include AdSense and Webmaster Tools.” Wenn man die Website schon in Adsense und Webmaster Tools angemeldet hat, konfiguriert sich das Plugin ganz von selbst (andernfalls muß man sich anmelden, verifizieren usw.).

Google Publisher bietet automatisch Plazierungen an.

Google Publisher bietet automatisch Plazierungen an.

Nach der Aktivierung analysiert das Plugin die Website und bietet potentielle Werbeplätze an, die man per Klick auswählen kann. Das ist wahrlich sehr einfach und anschaulich. Darüber hinaus gibt es einen Demomodus, über den man sich eine Vorschau mit unterschiedlichen Anzeigentypen zeigen lassen kann. Allerdings ist das Tool pingelig und erlaubt keine andere Methode neben sich, so daß mein manuell ins Theme eingebauter Linkblock nicht nur beanstandet wird, sondern auch entfernt werden muß — obwohl er durchaus parallel zu anderen Anzeigen existieren könnte.

Google Publisher duldet keine Konkurrenz.

Google Publisher duldet keine Konkurrenz.

Das Programm bietet zwar viele Möglichkeiten, aber da ich unter der Bedingung eigene Codes entfernen zu müssen, Bewährtes nicht exakt nachbilden kann, schwindet die Begeisterung. Außerdem ist es ist eine sehr, sehr frühe Version 0.1.0 (März 2014), so daß man in Ruhe abwarten kann. Pluspunkt ist natürlich, daß ein Unternehmen dahinter steht und eine langfristige Entwicklung zu erwarten ist (weil Google als Nutznießer mitverdienen möchte).

Plugin: Quick Adsense

Quick Adsense nicht ganz so quick wie der Name verspricht. Zuerst muß man sich in das recht umfangreiche und etwas unübersichtliche Eingabeformular hineindenken. Es steht viel Fleißarbeit à la copy & paste ins Haus, mit der Code-Schnipsel aus dem Adsense-Backend in die entsprechende Abschnitte des Plugins kopiert werden müssen. Das scheint im Vergleich zu anderen Plugins, wo man nur seine Publisher-ID eingeben muß, umständlich. Dies ermöglicht aber, dort (trotz des Namens “Adsense”) auch andere Werbemittel einzusetzen, von anderen Partnern oder ggf. zur Eigenwerbung. Auch kann man in den Eingabefelder eigene Ergänzungen hinzufügen, beispielsweise um so eingefügte Texte per CSS speziell zu kennzeichnen.

Quick Adsense bietet viele Möglichkeiten -- in einem Formular.

Quick Adsense bietet viele Möglichkeiten — in einem Formular.

Obwohl die Software nicht nur Seiten/Beiträge (page/post) unterstützt, blende ich einen Linkblock in der Navigationsleiste (Sidebar) als Text-Widget ein und bin so unabhängig von jedem Plugin. Solche Text-Widgets gehen weder bei einem Theme-Update noch einem Theme-Wechsel verloren (soweit Widgets unterstützt werden). Doch Einblendungen in einem Beitrag sind nicht ganz so einfach. Sie von Hand einzubauen ist nicht nur umständlich, sondern kann auch — wenn sie im Textausschnitt von Übersichtsseiten erscheinen — das erlaubte wie erträgliche Maß überschreiten. Da muß sich das Plugin also beweisen.

Für die automatische Plazierung nutze ich erstmal nur einen Slot mit der Option die “<!-- more -->“-Markierung zu nutzen. So erscheinen sie nicht auf der Startseite und im Bericht stören sie nicht den Lesefluß. Im Editor kann man außerdem noch sog. Quicktags direkt einfügen oder fallweise ausschalten (Disable Ads in a post, on-the-fly), was beispielsweise bei Promotion-Beiträgen oft Voraussetzung ist. Obwohl mit etwas Fleißarbeit verbunden, ist dies Plugin im Vergleich der Kompromiß zwischen Möglichkeiten und Aufwand, denn es gibt keine weiteren Untermenüs mit komplizierten Konfigurationseinstellungen (Quelle: a. a. O.): “QuickSense offers a quick & flexible way to insert AdSense or any Ad code into a blog post. It comes with a simple settings page, and it does not overwhelm you with complicated options.” Auch zusätzliche eigene Codes werden nicht beanstandet, man muß dann allerdings selbst mitzählen.

Fazit: Adsense-Plugins in WordPress

Da ich mir als fortgeschrittener Nutzer nicht gern reinreden lasse oder mich komplett einem Programm ausliefern möchte, kommt Google Publisher momentan nicht infrage. Zumindest beim jetzigen Stand kann ich den Linkblock im Kopfbereich und den in der Navigation nicht so gestalten wie ich es möchte. Andererseits läßt das Plugin keinen “Mischbetrieb” zu. Für absolute Einsteiger mit einfachem Layout ist dies möglicherweise aber genau das richtige. Und man weiß nicht, in wie weit Google mit dem Plugin noch auf der Website “forscht”…

Quick Adsense stört sich nicht an manuellen Änderungen, ist mit etwas Fleißarbeit verbunden, bietet aber genügend Spielraum für weitere Nutzungsmöglichkeiten. Gerade wer sich mit dem Unterbau von WordPress besser auskennt, wird dies zu schätzen wissen.

Bei der Auswahl solcher Tools muß man auf die Lizenzbedingungen achten. Auch wenn das Plugin als “kostenlos” angeboten wird, zwackt sich manch Entwickler etwas ab, in dem ein bestimmter Prozentsatz der Adsense-Anzeigen mit seiner ID versehen werden. Das mag fair erscheinen, man sollte es nur wissen… (Absolutely NO author revenue reward or revenue sharing from your Adsense or that kind of features.)

Natürlich geht es auch mit einem Plugin nicht komplett automatisch. Man muß sich Anzeigentypen, Plazierung und Anzahl überlegen, ausprobieren und ändern. Und: Man muß gute Artikel schreiben, die genug Kontext für vernünftigen “Adsense” liefern, damit Leser auf die Website kommen.

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