Wie kommen Dokumente auf den Kindle? [Update]

Lange Zeit nehme ich E-Book-Reader nur als Anzeigegeräte für E-Bücher wahr. Da auch ich anfänglich außerdem den Fehler mache und für erste Schritte PDF-Dokumente Mit dem Kindle geht mehr...verwende, begeistert mich zwar von Anfang an die E-Ink-Technik, der Lesespaß hält sich aber deutlich in Grenzen.

Mit dem Kindle geht mehr…

Inspiriert durch einen Beitrag und viele eigene Praxistests mit dem Kindle sehe ich ihn inzwischen als spezialisierten Tablett-PC mit dem man mehr anfangen kann, als “nur” Bücher zu lesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten hat der Kindle allerdings eine individuelle E-Mail-Adresse, die sich vielseitig nutzen läßt. Darüber hinaus kann man seinem Gerät einen individuellen Namen geben und es so von ggf. mehreren im Haushalt unterscheiden.

Eine der wichtigsten “Nebenfunktionen” ist das Lesen von RSS-Feeds, die sonst im RSS-Reader auf dem PC versauern würden. So kann man sie bequem auf dem Sofa oder auch unterwegs lesen. Für Vorträge speichere ich dort auch meine Spickzettel.

Wie kommen die vielen anderen Dokumente denn nun auf den Kindle, wenn nicht über den Shop?


(1) Amazon-Shop

Was manche mit Skepsis sehen, ist aber zugleich der überragende Vorteil des Kindle gegenüber anderen E-Book-Readern: Die Verfügbarkeit Tausender Titel und die relativ gute Integration eines Shops. — Und ob man sich nun an das DRM von Amazon oder das DRM von ePUB/Adobe bindet, macht nicht wirklich einen Unterschied. Bücher können direkt zum Kindle gesandt werden.Außerdem sind viele gemeinfreie Titel auch bei Amazon direkt kostenlos verfügbar.

Bücher können direkt zum Kindle gesandt werden.

Auch am heimischen PC erworbene Bücher kann man direkt nach dem Kauf auf den Kindle via “Whispernet” senden lassen. Oder man stößt vom Backend aus die Übertragung separat an. Wenn man ein 3G-Modell hat, ist die Nutzung sogar komplett ohne Computer oder eigenen Internetzugang möglich, man kann vom Gerät aus direkt den Shop aufrufen und einkaufen.

(2) E-Mail

Jeder Kindle (und inzwischen m. W. sogar die reinen Software-Versionen) ist über eine eigene E-Mail-Adresse erreichbar. Damit können nicht nur Bücher aus dem Aus einem RSS-Feed wird eine Zeitung.Amazon-Shop übertragen werden, sondern praktisch auch beliebige persönliche Dokumente.

Aus einem RSS-Feed wird eine Zeitung.

In der Praxis heißt dies, daß man so freie E-Books von anderen Plattformen einfach als E-Mail-Anhang an die Kindle-Bibliothek senden kann, aber auch eigene PDF oder Word-Textdateien. Mit dem Hinweis “convert” werden sie sogar an spezielle Erfordernisse automatisch angepaßt. Mit der Software Calibre sende ich mir so täglich eine individuell zusammengestellte Tageszeitung aus RSS-Feeds. Einige fortschrittliche Zeitungen kann man auch ganz regulär im E-Book-Format abonnieren (nicht simples PDF!).

Um Spam zu vermeiden, muß man die Absender-Adresse als berechtigt im Backend von “myKindle” eintragen.

(3) Massenspeicher

Im Gegensatz zu anderen mobilen Geräte ist der Kindle nicht an eine spezielle Software gebunden. Schließt man ihn an einen PC an, wird er als “Massenspeicher” erkannt und Bücher können dann einfach in das “Documents”-Verzeichnis kopiert werden.

Mit Calibre kann man E-Books verwalten.

Mit Calibre kann man E-Books verwalten.

E-Bücher in anderen Formaten wie beispielsweise ePUB oder TXT kann man bequem mit Calibre (auch für andere E-Reader von Sony oder TrekStor) aufbereiten und so direkt auf den Kindle kopieren. Ich verwende dazu ein spezielles Verzeichnis in der Dropbox, so daß die Offline-Bibliothek auch unterwegs verfügbar ist.

(4) Webdienste

Die eingangs erwähnte E-Mail-Funktion ermöglicht auch eine Menge spezieller Webdienste und Plugins. So lassen sich Informationen von Websites abrufen und direkt auf den Kindle senden. Amazon bietet dazu eigene Tools an, viele weitere findet man im Internet.

Diese Webdienste sind nicht unbedingt an den Kindle gebunden. Man man einige selbstverständlich auch mit anderen “Empfangsgeräten” wie anderen E-Book-Readern mit E-Mail-Funktion, Tablett-PCs und Smartphones verwenden oder sogar dem heimischen PC.

  • Send to Kindle heißen die Tools von Amazon selbst. Man kann damit direkt vom Desktop eines PCs via Kontext-Menü senden, aus dem Browser oder von einem Android-Device.
  • toMyKindle unterstützt die Funktionen “Web”, “Photo”, “Text”, “Daily” und “RSS”. Der Dienst ist derzeit kostenlos und gut an den Kindle angepaßt. Die Bedienung erfolgt über das Backend.
  • Ebook Glue: Turn your blog’s feed into a downloadable ebook. Kann für einzelne Aktionen direkt genutzt werden, sonst ist ein kostenloser Account notwendig. Dort können mehrere Blog-Feeds hinterlegt werden.
  • Send to Reader bietet ein Bookmarklet mit dem man Seiten aus dem Browser aufbereitet an den Kindle senden kann. Die kostenlose Nutzung ist allerdings eingeschränkt (z. B. für autom. regelmäßigen Abruf von Seiten).
  • Klip.me bereitet Webseiten Webseiten mit Readability direkt an den Kindle schicken.lesefreundlich auf und kann diese an Kindle, Evernote oder Google Calendar senden.

    Webseiten mit Readability direkt an den Kindle schicken.

  • Readability sendet Webseiten direkt aus dem Browser auf den Kindle und vereinfacht dabei lesefreundlich. Beiträge können im Backend gespeichert und verwaltet werden.
  • IFTTT hat den Wahlspruch “Put the internet to work for you.” Es lassen sich Daten abrufen, neu organisieren und per E-Mail versenden. Für den Kindle muß man etwas tricksen, da er nur die Anhänge verarbeitet.
  • Yahoo Pipes ist ebenfalls nicht speziell für den Kindle gedacht, ist aber ein wunderbares Tool, um Informationen aufzubereiten. Die Weiterleitung ist dann mit einem der o. g. Dienste möglich.

In den Kinderschuhen stecken leider Plugins bzw. Dienste, mit denen man eine komplette Website in ein E-Buch verwandeln kann. So könnte man beispielsweise später alle Tipps & Tricks zum E-Buch gesammelt als solches herausgeben.

Frage an die Leser: Gibt es noch weitere Dienste dieser Art? Wie sind die Erfahrungen?

Comments

comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.