Welches CMS für meine Zwecke?

Hinter einer erfolgreichen Website stecken neben interessanten Inhalten auch ein paar grundlegende technische Entscheidungen: Reicht statisches HTML oder muß es ein CMS sein? Welche ist die “richtige” Software für das Projekt?

Neben der Funktionalität spielt auch die Verbreitung eine Rolle. Warum? Das “Volumenmodell” wird gepflegt und weiterentwickelt, an Trends angepaßt und Sicherheitslücken zügig geschlossen. Darüber hinaus gibt es reichlich Zubehör in Form von Plugins, Themes und Spezialisten.

Seit mehr als zehn Jahren befasse ich mich mit Webentwicklung. Dabei durchlaufe ich diverse Stationen, vom anbietergebundenen Publikationstool über statisches HTML in Handarbeit bis zu diversen CMS . Nach meinen ersten “selbstgetrickten” CMS verwende ich WordPress und setze es seit 1.x ein, später kommen Joomla und Drupal hinzu (wozu ich mehrere Fachbücher veröffentliche). Aus “historischen” Gründen hat Typo3 weltweit, aber auch in Deutschland eine große Verbreitung — so entsteht meine “Watchlist”.


CMS-Crawler

Neben meiner eigenen Einschätzung interessiert mich natürlich auch die allgemeine Verbreitung. Ich verwende dazu seit einiger Zeit den CMS-Crawler, der Webseiten wie ein Suchmaschinenbot auf den “generator” hin untersucht. Allerdings: Nicht jede Website gibt diesen Metatag an (um es Hackern bzw. Spam-Skripten nicht allzu leicht zu machen) und die Länderzuordnung geschieht leider allein auf Grund der Top Level Domain. — Die Zahlen für Deutschland (*.de) sehen folgendermaßen aus:

Rang CMS Anzahl % aktuelle
Version
1 WordPress 172.268

23,27

3.4.2
2 Typo3 131.351

17,74

6
3 Joomla 128.365

17,34

2.5.8 [3.01]
4 Drupal 15.921

2,15

7.17 [82]

Die Hitliste für Deutschland (*.de) startet nicht ganz unerwartet…
(Quelle: CMScrawler am 8.12.2012)

1Joomla 3: “Recommended for developers and early adopters.”
2Drupal 8 “Help build Drupal 8. We are already hard at work. But we need your help to develop, design and test the next version of Drupal.”

Nicht ganz unerwartet führt WordPress mit einem Anteil von gut 23 Prozent. Überraschend auf Platz 2 liegt (noch) Typo3 mit knapp 18 Prozent, wobei es weltweit schon auf Platz 5 abfällt. Platz 3 geht an Joomla mit ca. 17 Prozent (weltweit Platz 2). Schon dann kommt lt. CMS-Crawler der “long tail” mit deutlich einstelligen Prozenten: Frontpage (6,72), NOF (5,91), Web2Date (3,25), Contao (2,52) sowie Adobe GoLive (2,13). Erst an neunter Stelle liegt Drupal mit 2,15 Prozent (weltweit Platz 4).

Google Trends

Google Trends für WordPress, Joomla, Drupal und Typo3.

Google Trends für WordPress (blau), Joomla (rot), Drupal (gelb) und Typo3 (grün)
(Quelle: a. a. O., 8.12.2012)

Als kleine Gegenprobe gebe ich die Stichwörter bei Google Trends ein (Parameter “Websuche”, “Deutschland”, seit 2004). Die grafische Auswertung für WordPress (blau), Joomla (rot), Drupal (gelb) und Typo3 (grün) bestätigt den “gefühlten” Verlauf: WordPress gewinnt stetig, Joomla fällt etwas zurück (ist m. E. aber mit der aktuellen Version gut aufgestellt) und Drupal hat trotz europäischer Wurzeln in Deutschland nur wenige, aber treue Anhänger.

CMS-Matrix

Bei CMS-Matrix kann man bequem die wichtigsten Features vieler CMS vergleichen. Aus einer Liste von mehreren Hundert unterschiedlichen Content-Management-Systemen kann man sich seine Kandidaten heraussuchen und in einer individuellen Tabelle gegenüberstellen lassen. Zwar hinkt diese Übersicht manchmal etwas hinterher, bietet dennoch einen guten Überblick.

Vergleich von Drupal, Joomla, Typo3 und WordPress bei CMS-Matrix.

Vergleich von Drupal, Joomla, Typo3 und WordPress bei CMS-Matrix.

Ähnliche Vergleichsmöglichkeiten bieten die Wiki-Matrix sowie die Forum-Matrix, jeweils mit einer unglaublich langen Liste an zur Verfügung stehenden Systemen.

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