Webentwicklung: Frames bei Stellenanzeigen austricksen…

Seit ich mich mit Webentwicklung beschäftige gelten Frames bei der Seitengestaltung als “unerwünscht” (um es einmal freundlich auszudrücken). Trotzdem sind sie auch heute noch weit verbreitet, wohl weil sie manchem Entwickler kurzfristig die Arbeit erleichtern…

Frames machen beim Drucken Probleme.

Frames machen beim Drucken Probleme.
(Quelle: StepStone)

Für Nutzer sind sie dagegen ein Ärgernis — und damit auch für den Anbieter, dessen Anzeige unter die Räder gerät und unattraktiv wird: Gerade bei meiner Recherche bei Jobbörsen führt dies beim Drucken einer interessanten Stellenanzeige oft zu zerstückelten Texten und unnötigem Papierverbrauch. In diesem Fall wird die Stellenanzeige über vier Seiten verteilt, von denen eine sogar komplett leer ist.

Textteile fehlen.

Textteile fehlen.
(Screenshot der Druckvorschau)

Auf der anderen Seite fehlen trotzdem Textteile: Nicht selten wird der rechte Rand abgeschnitten. Unten werden Zeilen nicht nur geköpft, oft fehlen dahinter ganze Absätze bzw. der komplette Rest der Seite. Und wie man sieht, geht sogar das Corporate Design mit Teilen des Firmenprofils verloren (die Screenshots stammen aus der Druckvorschau mit Firefox). Fazit: Vier Blatt Papier und trotzdem kein brauchbarer Text für die Bewerbung dabei, Kontaktdaten abgeschnitten. Leider bringt auch der “Drucken”-Button selten eine befriedigende Lösung, da er nur die entsprechende Funktion des Browsers aufruft.

Praktische Lösung

Viele Leser greifen in ihrer Verzweifelung zu einem Trick: Sie machen einen Screenshot, ggf. mit einem entsprechenden Plugin, das auch nicht angezeigte Teile bei langen Seiten berücksichtigen kann. Doch gerade bei Frames bietet speziell der Browser Firefox eine schöne Lösung: Man klickt in den interessanten Textbereich und aktiviert mit der rechten Maustaste das Kontextmenü. Dort findet sich der Eintrag “Aktueller Frame”, in den die Stellenanzeige eingebettet ist.

Frame separat laden.

Frame separat laden.

Über “Frame in neuem Tab öffnen” bzw. “Frame in neuem Fenster öffnen” wird der Inhalt nur dieses Teils in eine neue Browseransicht gehievt, die dann schon am Bildschirm ein deutlich besseres Ergebnis zeigt. Auch das Drucken ist dann problemlos möglich. Der Text wird ggf. neu umbrochen, Absätze nicht mehr abgeschnitten.

Konzeptionelle Lösung

Bei einer Stellenbörse mögen Frames (für den Entwickler) sinnvoll erscheinen, weil viele verschiedene fremde Inhalte eingebunden werden müssen. Außerdem verringert sich so der eigene Traffic sowie die Datenübertragung zum Endgerät. Trotzdem sollte man auf Frames verzichten, weil m. E. die Nachteile überwiegen:

  • bei Websites in Frames gibt es keine individuelle Titelzeile des einzelnen Dokuments, es wird immer nur die generelle Bezeichnung des Framesets angezeigt
  • bei Websites in Frames kann man keine Lesezeichen (Bookmark) auf Einzelseiten anlegen
  • bei Websites in Frames kann man nicht auf Einzelseiten verlinken
  • Frames lassen sich i. d. R. sehr schlecht drucken
  • Frames lassen sich auf mobilen Endgeräten schlecht anzeigen
    (vor allem mit fester Breite)
  • je nach Realisierung erzeugen Frames Traffic auf fremden Servern
  • je nach Realisierung können Frames Urheberrechte verletzen
  • bei Frames ist für den Leser unklar, auf welcher Website er sich wirklich befindet
  • Frames sind ungünstig für SEO und Barrierefreiheit

Bewährte Alternative ist eine Lösung in CSS per Ebene (Layer). Darüber hinaus kann man über “Media Type” sogar unterschiedliche Darstellungen für verschiedene Endgeräte definieren, zum Beispiel speziell für Drucker (Elemente können anders angeordnet oder weggelassen werden).

Comments

comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.