Was tun, wenn man eine Kamera findet?

Vielleicht macht sich mancher Gedanken, wie er sich vor dem Verlust seiner Kamera durch Unfall oder Diebstahl schützen kann — doch wie ist es im umgekehrten Fall: Was tun, wenn man eine Kamera findet und sie gern zurückgeben möchte?

So berichtet das Blog PetaPixel in “DSLR Lost for 3 Years in Creek Finds Way Back to Owner Thanks to Photos” wie eine Kamera nach mehreren Jahren den Weg zurück zu seinem Besitzer findet.

Using two photos showing a house number and a street sign, Noerr was able to locate the neighborhood on Google Street view. He then looked up public tax records, which revealed the last name of the house’s owner. Finally, Noerr searched for the last name on Google, leading him to a Twitter account of a woman whose profile photo matched one of the self-portraits on the camera. (Quelle: PetaPixel)

Obwohl es in diesem Fall eine “success story” ist, ganz wohl kann einem dabei nicht sein, wenn ein völlig Fremder den Besitzer so einfach ausfindig machen kann.

Und damit wären wir wieder einmal beim Thema Datenschutz, das Spiegel Online im Beitrag “Facebook ist kein Fundbüro” aufgreift. Auch wer in bester Absicht handelt, kann in diverse Fettnäpfchen tappen: Das Veröffentlichen der Bilder auf Facebook à la “Wer kennt die Leute?”, verstößt möglicherweise gegen a) Persönlichkeitsrechte (zumal eine abgebildete Person meist nicht der Besitzer ist) sowie b) Urheberrechte (Veröffentlichen darf eben nur der). Außerdem kann man c) das Einbehalten einer gefundenen Kamera als Fundunterschlagung verstehen — und was ist, wenn sich auf eigene Aktionen niemand meldet? Wer’s ins Fundbüro bringt wird dann nach best. Fristen u. U. ganz legal Eigentümer.

Tipp: Wenn ein ehrlicher Finder wirklich helfen will, muß man ihm auch die Chance dazu geben: Ich hinterlege auf jeder Speicherkarte eine Textdatei mit Kontaktdaten und bei Analogfoto fotografiere ich mit den Leeraufnahmen meine Kontaktdaten auf einem Schildchen (kann man natürlich auch mit der Digitalkamera machen, weil es dann direkt im Display abgerufen werden kann). Auf manchen Geräten befestige ich einen “Klebestreifen” (Brother P-Touch) mit einer Telefonnummer, der erstaunlich gut hält.

Eine vermißte oder herrenlose Kamera findet man möglicherweise auch über die Website “stolencamerafinder“. Diese versucht an Hand eines Abgleichs von Seriennummern und Exif-Daten über Bilder zum rechtmäßigen(?) Besitzer zu führen.

Kurzübersicht im Stolen Camera Finder.

Kurzübersicht im “Stolen Camera Finder”.

Die Handhabung ist sehr einfach: Einfach ein Bild das mit der betreffenden Kamera aufgenommen wurde auf das Eingabefeld der Website ziehen, schon werden die erforderlichen Daten automatisch ermittelt. Anschließend erfolgt der Abgleich mit der Datenbank (die Gratis-Version wertet dabei allerdings weniger Daten aus als die kostenpflichtige).

Wie so oft hängt der Erfolg vom Datenbestand ab. So gibt es vor allem ältere Kameras, die gar keine Exif anlegen oder zumindest ohne Seriennummer (“The ‘Minolta Co., Ltd. DiMAGE 5’ does not write serial information in the exif. See the supported cameras page for a list of models that do.”). Aber auch sonst ist die Trefferquote in meinem Kurztest schlecht: Kein Treffer bei fünf getesteten Kameras, allerdings habe ich natürlich bei der Mehrzahl der über Plattformen zugänglichen Bilder diese Daten auch gelöscht.

Tipp: Eventuell hilft stattdessen eine generelle Suche — zum Beispiel schlicht per Google — nach der Seriennummer. Gerade “Vielverkäufer” oder Händler geben diese nämlich oft in der Produktbeschreibung an, damit sie gleiche Posten auseinanderhalten können (wobei sie natürlich nicht unbedingt die Täter sind).

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