Was ist eine Meßsucherkamera?

Die Gattungsbezeichnung “Meßsucherkamera ” hebt ein technisches Detail hervor, über das eine manuelle Entfernungseinstellung realisiert wird — den Meßsucher. Bei dieser Technik müssen zwei Bilder im Meßsucher zur Deckung gebracht werden, damit das Motiv in der Bildmitte scharf abgebildet wird. Für die beiden Teilbilder benötigt man zwei Öffnungen am Gehäuse, die optisch/mechanisch miteinander sowie mit der Optik verbunden sind (Basis). Je weiter diese auseinander liegen, desto präziser kann man einstellen.

Ein Meßsucher (engl. rangefinder) ist nicht zwingend das selbe wie der (Bildausschnitt-) Sucher (engl. viewfinder) — wie beispielsweise bei der Voigtländer Bessa T. Er wird aber aus Handhabungsgründen meist kombiniert, da man sonst zwischen Scharfstellen und Ausschnittsuche wechseln müßte. Obwohl es für bestimmte Modelle Wechselobjektive gibt, die an eine Spiegelreflexkamera erinnern, guckt man nicht durch das Objektiv. So hat man trotz ausgefuchster Technik eine Parallaxenverschiebung. Bei Kameras mit Wechselobjektiven werden deshalb in den Sucher ggf. Begrenzungen für andere Brennweiten eingespiegelt, andernfalls muß man zusätzlich einen Aufstecksucher verwenden (wie bei der Voigtländer Bessa L, die weder Sucher noch Meßsucher hat). Objektivseitig muß es einen entsprechenden Mitnehmer/Fühler geben, der die so ermittelte Einstellung überträgt. Trotz dieser raffinierten und recht zuverlässigen Technik gibt es Grenzen, zum Beispiel bei langen Brennweiten (mehr als 90 mm scheint unpraktikabel) und der Naheinstellgrenze (meist bei ca. 70 cm).

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