Collage aus Vorher-nachher-Vergleich mit ein paar Klicks

Das kennt man aus dem Redaktionsalltag: Man tüftelt an einem Problem — und daraus entsteht ein neues. Im Rahmen dieser Website heißt das fast immer auch ein neues Thema: Ob es nun um einen DNG-Codec oder das Entrastern von gescannten Bildern geht, bei vielen Gelegenheiten kann ein Vorher-nachher-Vergleich sehr nützlich sein.

Vorher-Nachher-Vergleich zur Dokumentation.

Vorher-Nachher-Vergleich zur Dokumentation.

Vor ein paar Tagen kommt man Vater mit einem alten Zeitungsartikel und fragt, ob ich ein Bild scannen könnte. Das Scannen gerasteter Vorlagen ist nicht unproblematisch und ich möchte anschließend natürlich wissen, ob meine Technik überhaupt etwas bringt…

Das Thema “Entrastern ” behandele ich übrigens in einem anderen Artikel. Hier geht es mir nur um den Vorher-nachher-Vergleich: Einerseits, um meine Arbeit zu überprüfen, andererseits zur Dokumentation für Anleitungen und Workshops. Verwendet wird eine ältere Version von Photoshop, das Prinzip läßt sich natürlich auch mit anderen Programmen anwenden (vielleicht mache ich noch eine “Gegenprobe” mit Photoshop Elements).

Die meisten meiner Bildbearbeitungen enstehen in Lightroom. Dort läßt sich ein Vorher-nachher-Vergleich auf Tastendruck in zwei Arten realisieren: 1) In der Bibliothek zwei Bilder auswählen und [C] drücken, stellt die beiden Bilder neben-/übereinander dar. 2) Im Entwicklungsmodul einfach Tastenkürzel [Y] wählen, und die Unterschiede der Bearbeitung werden entweder in zwei Bildern oder horizontal/vertikal geteilt angezeigt (siehe bitte auch Icons in der Werkzeugleiste).

Vorher-Nachher-Vergleich mit einer Ebenenmaske in Photoshop.

Vorher-nachher-Vergleich mit einer Ebenenmaske in Photoshop.

In Photoshop — oder einem anderen Programm, das Ebenen und Masken beherrscht — gehe ich folgendermaßen vor:

  1. das unbearbeitete Original liegt auf der untersten Ebene
  2. zum Bearbeiten fertige ich eine Kopie, die auf der Ebene über dem Original liegt — alle Bearbeitungsschritte werden nur auf dieses Bild angewandt
  3. es wird die Ebene mit dem bearbeiteten Bild ausgewählt
  4. ich wähle das Zeichenstift-Werkzeug (heißt das in anderen Versionen nicht Pfadwerkzeug?), sieht aus wie eine Schreibfeder
  5. ich markiere mit einem geschlossenen Pfad — Stützpunkte setzen, nicht “malen” — den Bereich der Bearbeitung, der sichtbar bleiben soll
  6. Rechtsklick in den markierten Bereich für das Kontextmenü, dort “Vektormaske erstellen” wählen
  7. der Effekt stellt sich augenblicklich ein

Aus gestalterischen Gründen neigt man dazu, als Trennlinie die Diagonale des gesamten Bildes zu wählen. Die Maske verdeckt nur einen Teil des Bildes.Dies würde im Beispiel aber einen “Vergleich” von Birke und Mühle bedeuten, nicht aber des wirklich bildwichtigen Teils, das eigentliche Motiv. So lege ich die entscheidende Linie unsymmetrisch mitten durch die alte Mühle.

Die Maske verdeckt nur einen Teil des Bildes.

Wenn die Bearbeitung der Kopie aufwendiger über mehrere weitere Ebenen ausgefallen ist, muß man diese eventuell vorübergehend “vereinigen” (Achtung, eine Veränderung ist dann nicht mehr möglich). Alternativ kann man natürlich das Vergleichsmaterial auch von sonstwoher auf diese Ebene kopieren.

Bei komplexeren Motiven lassen sich auf diesem Wege auch mehrere Bereiche markieren, die automatisch in einer Schnittmaske zusammengefaßt werden können. Über einen Rechtsklick auf das Symbol läßt sich die Vektormaske deaktivieren und bei Bedarf wiederbeleben. Details wie beispielsweise Pfeile oder Beschriftung kann man nicht nur in Photoshop hinzufügen, für die Notiz zwischendurch geht’s auch mit Irfanview (mache ich gern bei Screenshots).

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