Unendliche Schärfe: Lichtfeldkamera Lytro Illum — 2. Versuch

Mit der Schärfe ist das beim Fotografieren so eine Sache… Vor mehr als zwei Jahren stelle ich die Lichtfeldkamera von Lytro vor, die damit wirbt, daß man den Fokuspunkt nachträglich — nachdem das Bild “im Kasten” ist — gesetzt werden kann.

Lytro Illum (Quelle: Lytro)

Lytro Illum — der neue Anlauf in Sachen Lichtfeldfotografie.
(Quelle: Lytro)

Das hört sich ja fast nach einem Traum für Fotografen an, die trotz 99 AF-Meßpunkten noch immer 12 unscharfe Bilder/s produzieren können. Trotzdem bleibt die Revolution auf dem Fotosektor offenbar aus.

Das plenoptische Prinzip bei dem neben Position und Intensität herkömmlicher Bilder auch die Richtung des Lichteinfalls berücksichtigt wird, ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. Neben teuren wissenschaftlichen/industriellen Anwendungen ist Lytro nach Anfangspreisen von 500 US-Dollar nun mit ca. 200 Euro das erste für Hobbyfotografen erschwingliche Modell dieser Art. Neben dem interessanten neuen Ansatz der Fotografie ist der Rest der Kamera mit 1 Megapixel Auflösung sowie 8 bzw. 16 Gigabyte fest eingebautem Speicher allerdings nicht so überzeugend und kommt eher simpel daher. Außerdem bedarf es eines neuen Dateiformats und speziellen Bildbetrachters.

Jetzt wagt Lytro einen zweiten Anlauf und stellt die Illum vor. Zumindest vom ersten äußerlichen Eindruck kommt die der Vorstellung einer modernen Kamera näher. Auch verfügt sie jetzt über ein Zoomobjektiv, das 30 bis 250 mm (KB Äquivalent) mit ordentlicher Lichtstärke 2,0 bietet Lytro nun mit Zoom -- ab 0 mm (Quelle: Lytro)— mit dem interessante Detail “0 mm – ∞”.

Lytro nun mit Zoom — ab 0 mm
(Quelle: Lytro)

Damit das Image unter der üblichen Megapixel-Angabe nicht allzu sehr leidet, spricht man bei der Auflösung von 40 Megaray. Noch ist das Modell nicht verfügbar, kann aber für ca. 1.500 Dollar “vor-bestellt” werden.

Nicht ganz so komfortabel, aber mit Geduld und Spucke kann man den Schärfebereich auch bei einer normalen Kamera enorm erweitern: Das Zauberwort heißt Focusstacking und kommt besonders der Makrofotografie zu Gute. Dabei werden ähnlich wie beim HDR “unperfekte” Einzelaufnahmen zu einem neuen “perfekten” Bild zusammengerechnet.

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