Pressemappe: Viel Papier und wenig Fortschritt.

Gerade wird vielerorts “erstaunt” eine Studie einer PR-Agentur zu Pressemappen zitiert: 93 Prozent sind noch immer gedruckt, lediglich 28 Prozent davon(?) sind zusätzlich digital aufgehübscht. Ausgewertet wurden am Messestandort Hannover alle Mappen zu den drei Messen Cebit, Hannover Messe und dmexco, insgesamt 316 Stück. Ausnahmsweise kein dicker Stapel Papier -- Pressemappe von Tado (Foto: Luhm)Auch der Inhalt wurde bei dieser Gelegenheit untersucht und beanstandet: “Die bis zu 137 Seiten umfassenden Pressemappen liefern den Medienschaffenden keine strukturierten und zusammengefassten Informationen, sondern viel mehr Werbung in Form von Flyern und Broschüren.” (Quelle: a. a. O.).

Ausnahmsweise kein dicker Stapel Papier
— Pressemappe von “Tado” (Foto: Luhm)

Generell verurteilen möchte ich eine gedruckte Pressemappe nicht, schließlich müßte man ja auch einen digitalen Datenträger oder eine Internetadresse irgendwie verpacken, wenn man sich nicht komplett auf die Merkfähigkeit der Zuhörer verlassen möchte. Gerade bei Veranstaltungen vor Ort muß man “irgendwie” präsent sein, kann ohne Hilfsmittel schon mal blättern. Es kommt natürlich letztlich auf den Umfang und die Zusammenstellung an: Ein paar Seiten Zusammenfassung bzw. Highlights, Inhaltsverzeichnis, Kontaktdaten(!), ein Datenträger als DVD, SD-Karte oder QR-Tag und meinetwegen ein bißchen Eigenwerbung wie beispielsweise Sticker, Pin oder die Einladungskarte zur Standparty. Etwas anderes ist es allerdings, wenn bei telefonischer/schriftlicher Anfrage überhaupt ein Briefumschlag gepackt wird — dann hat man eigentlich schon generell etwas falsch gemacht, wenn man auf der Website nicht ganz alleine fündig werden kann…

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Sprechende Dateinamen, große Auswahl, kein CD — was gibt’s da zu meckern?

Ich bin schon lange der Meinung, daß man glaubwürdige Pressearbeit nur aus dem Unternehmen heraus machen kann, trotzdem bekomme ich einen Großteil der Informationen von irgendwelchen Agenturen — wieso eigentlich?

So präsentiert eine namhafte Agentur Bilder für Nikon.

So präsentiert eine namhafte Agentur Bildmaterial für Nikon.

Wenn sie einen guten Text liefern sollen, muß ich sie als Auftraggeber oft so umfangreich briefen, daß ich ihn auch gleich selbst schreiben könnte. Dazu kommen Rücksprache mit Fachabteilungen und das finale “Absegnen”, das bleibt dann sowieso an mir hängen… Und für “Hilfsarbeiten”, meist die rein technische Verteilung an einen “hochgeheimen” Verteiler?

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