Recht, Recht, Recht (für Fotografen)

Ich vermisse ein wenig die Zeit, als man gerade als Amateur relativ unbeschwert fotografieren kann. Seit mit der Digitalisierung leider jede Kamera zur Sofortbildkamera wird, meint ja jeder rechtlich interessierte Biertrinker eine Bildkontrolle fordern zu können (Recht am eigenen Bild und so…). Wie dem auch sei, wenn man nicht nur Mutti vorm Eiffelturm fürs private Familienalbum knipsen will, muß man sich (leider) mit dem Thema Recht auseinandersetzen.

Seit einiger Zeit veranstaltet der Fotograf Olaf Bathke zu diversen Fotothemen via Google Hangout Gesprächsrunden, deren Mitschnitt auf Youtube zu sehen ist, so zum Beispiel zu “Fotografen haben Recht” (27.8.2012): Der Rechtsanwalt Olaf Kretzschmar geht sehr ausführlich auf die Bereiche Streetfotografie, Freigabeerklärungen, Copyrightverletzungen und zahlreiche Fragen ein (Quelle: a. a. O.). Das Video dauert gut eine Stunde.

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Vorsicht Persönlichkeitsrechte — bitte Schuhe verpixeln! [Kommentar]

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen, jetzt muß man bei Veröffentlichung eines Fotos im Zweifelsfall nicht nur Gesichter verpixeln, sondern auch noch die Schuhe — es könnte sie ja jemand erkennen und dann auf die Person schließen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Klage gegen eine Boulevardzeitung, die dies versäumt hatte.

Auch wenn in der konkreten Situation alles stimmig erscheint, muß man weiter denken: Fast jede aus berechtigen Gründen unkenntlich gemachte Person, kann nach einer persönlichen Begegnung oder von Vertrauten an allen möglichen Details wiedererkannt werden. Und Schuhe aus einer Massenproduktion sind wahrlich kein persönliches und schützenwertes Detail.

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Müssen Polizisten sich fotografieren lassen? [Update]

In einem Blogbeitrag berichtetWegen Videoaufnahmen drohen 75 Jahre Gefängnis (Quelle: NBC/Youtube) Rechtsanwalt Udo VetterPolizisten müssen sich fotografieren lassen” und verweist dabei auf das Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 28. März 2012, Aktenzeichen 6 C 12.11.

Wegen Videoaufnahmen drohen 75 Jahre Gefängnis
(Quelle: NBC/Youtube)

Nun bin ich kein Jurist, aber in dem genannten Urteil tauchen auch die Stichworte “Journalist” und “zeitgeschichtliches Ereignis” auf, über das berichtet werden soll (ein Schwerverbrecher wird zum Augenarzt eskortiert) — daraus zu schließen, daß nun “jeder” somit “alle(s)” fotografieren und veröffentlichen darf, halte ich für übereilt und die Überschrift entsprechend für irreführend. Es geht hier m. E. primär um schützenswerte Pressefreiheit. — Als Privatperson sollte man diesbezüglich generell vorsichtig sein…

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