Wegwerfgesellschaft: 3 E-Mail-Adressen gegen Spam und Spionage.

Ich weiß nicht, wie oft ich das Thema Wegwerfadresse schon aufgreifen mußte, aber leider ist es noch immer aktuell.

Daten sind ein wertvolles Gut.

Daten sind ein wertvolles Gut.

Praktisch immer, wenn im Internet etwas als “kostenlos” angepriesen wird, bezahlst du mit deinen Daten. Wenn du Glück hast, ist es im weitesten Sinne eine win/win-Situation, aber nicht selten handelst du dir einfach Spam ein. Typische Situation: Bevor du auf eine Seite lesen oder einen Download machen kannst, mußt du einen Account anlegen oder einen Newsletter abonnieren. Meist genügt es leider nicht, dort Fantasiedaten einzutragen. Es wird eine Nachricht an die genannte E-Mail-Adresse mit einem Bestätigungslink gesandt und im zweiten Schritt dort wiederum ein Downloadlink hingeschickt. Somit weiß auch der Absender sicher, daß die Adresse existiert und du mußt mindestens zweimal eine Mail lesen.

Leider macht auch immer öfter Datenschutz eine solche “konspirative” Vorgehensweise erforderlich. Gerade im konservativen Law-and-Order-Staat steht der Bürger immer öfter unter Generalverdacht. Dabei werden systematisch Kundenlisten auswertet, manches Unternehmen macht sich dabei sogar zum Handlanger — oft sogar definitiv rechtswidrig. Zusammenhanglose E-Mail-Adressen erschweren zumindest das anlaßlose Spionieren (wobei beide Seiten natürlich solche Adressen nutzen müssen). Auf der anderen Seite kann auch der Anbieter eines solchen Dienstes theoretisch alles mitlesen. Bei einem Newsletter nicht so wichtig, beim Schutz von Informanten relevant (trotz GG nicht wirklich garantiert) — dann sollte man zusätzlich eine separate Verschlüsselung verwenden.

Ich habe mir mal ein paar Treffer der ersten Ergebnisseite von Google angesehen…

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Bücherliste: Hacker — Karl Koch, Clifford Stoll, Kevin Mitnick.

Beim Thema “Hacker” schwanken die Sympathien zwischen Verbrecher und Datenschützer. Tatsache ist, daß sie oft möglich machen, was Experten für “unmöglich” halten. Karl Koch und Clifford Stoll schildern zwei Seiten einer Medaille, den Einbruch in amerikanische Computer. Kevin Mitnick verrät, daß manchmal ein Mülltonne viel ergiebiger als Hightech sein kann.

Die Geschichte des Hackers Karl Koch (Bild: Amazon)Clifford Stoll, Kuckucksei (Bild: Amazon)Die Kunst der Täuschung (Bild: Amazon)

Karl Koch, Clifford Stoll, Kevin Mitnick.

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Pushbullet: Smartfon auf dem PC-Bildschirm — zum Beispiel WhatsApp.

Neben der Tatsache, daß die Politik in Sachen Datenschutz komplett versagt und den Bürger sogar ausländischen Geheimdiensten ausliefert, tut der Nutzer natürlich ein Übriges. Für die Bequemlichkeit und interessante Ideen werden Bedenken schnell über Bord geworfen…

PushBullet leitet Smartfon-Benachrichtigung auf PC um. (Quelle: Screenshot PC)

PushBullet leitet Smartfon-Benachrichtigung von WhatsApp auf PC um.
(Quelle: Screenshot PC)

So zum Beispiel für eine interessante App für Android und iOS, die eigentlich ein Dienst ist: Pushbullet kann Ihnen Benachrichtigungen vom Smartphone auch am Computer anzeigen. Wieder ein Grund, schwach zu werden…

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Gratis Bild-Zeitung — nein, danke!

Schon seit Jahrzehnten mißbraucht die Deutsche Bundespost unsere Briefkästen, indem dort ungefragt Werbung als Postwurfsendung landet, oft getarnt als “Info” oder pseudopersonalisiert “an alle interessierten Bewohner”. Vor ein paar Jahren ist der Springer-Verlag auf die Idee gekommen, die “Bild”-Zeitung zu besonderen Ich möchte keine kostenlose Bild-Zeitung (Quelle: Selbstauskunft.net)Anlässen zu “verschenken”.

Ich möchte nicht Springers Profit mehren.
(Quelle: Selbstauskunft.net)

Doch ganz so selbstlos ist diese Aktion nicht, durch die riesige Auflage für ca. 40 Millionen Haushalte wird Springer bei den Anzeigenkunden gut Kasse machen (eine gansseitige Anzeige in dieser “kostenlos”-Ausgabe soll den Werbekunden ca. 4 Millionen Euro kosten…). Ich möchte nicht dazu beitragen und keine Bild-Zeitung in den Briefkasten gestopft bekommen, auch nicht “kostenlos”! Zur Fußball-WM oder Mauerfall droht wieder so eine Aktion. Was tun?

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Ich glaub’ ich steh’ im Wald… Wildkameras unzulässig

Es liest sich fast wie ein verspäteter April-Scherz: — “Überwachung im Wald: Datenschützer gehen gegen Wildkameras vor” berichtet der Spiegel.

Wildkamera kann gegen Datenschutz verstoßen (Quelle: Katalog Pearl)

Wildkamera kann gegen Datenschutz verstoßen
(Quelle: Katalog Pearl)

In der Tat, die ausgefuchste Technik liefert nicht nur zu jeder Tages- und Nachtzeit automatisiert klasse Bilder, sondern ist auch erschwinglich geworden, wie beispielsweise die VisorTech HD-Wildkamera WK-520 von Pearl für knapp 130 Euro.

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Was kommt nach WhatsApp? Alternative Messenger.

Es war sogar in den Nachrichten der Tagesschau: “Facebook übernimmt WhatsApp” — und zwar für den unglaublichen Betrag von 19.000.000.000 US-Dollar — eine Zahl, die man in die meisten Taschenrechner so gar nicht eintippen kann… Facebook (FB) erhofft sich dadurch, den eigenen Nutzerstamm von ca. 1,2 Milliarden Nutzern um die etwa 450 Millionen User von WhatsApp (WA) erweitern zu können. Blöd nur, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil WA nutzt, um gerade FB aus dem Weg zu gehen: Werbung, Werbung, Werbung und Mißbrauch der persönlichen Daten, Bilder usw. bringen nicht wenige mit FB in Verbindung. Die Gründer und Verkäufer beteuern zwar, daß es wie gewohnt — ohne Werbung und mit (einigermaßen)WhatsAppDatenschutz — weitergehen soll, doch Zweifel sind angebracht: Wie soll sich denn die Investition rechnen, wenn der Nutzer ca. 1 Dollar pro Jahr zahlt?

Was ändert sich bei WhatsApp mit der
Übernahme durch Facebook?

Viele werden deshalb nicht von heute auf morgen sofort ihren Account bei WhatsApp löschen, sondern erstmal die Alternativen sondieren. Deshalb ist es für FB erstmal nur eine trügerische Ruhe. Spiegel Online warnt: “Datenschützer ruft zu Boykott von WhatsApp auf” und die Süddeutsche Zeitung kritisiert “Vom Rebellen zum Vasallen“. Umgekehrt sollten die unverhofft bekannt werdenden Unternehmen nicht zu früh jubeln, werden doch vermutlich erstmal Tausende (Millionen?) von “Test”-Accounts eingerichtet.Schließlich muß man aufpassen, daß man nun nicht den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben versucht, denn manche Alternative ist wohl nicht wirklich eine.Viele User werden erstmal alles mögliche ausprobieren und dann Nutzen, Kosten und vor allem den Freundeskreis entscheiden lassen, wo man hängen bleibt. — Welche Alternativen könnten in Frage kommen?

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Zählpixel der VG Wort sind datenschutzkonform

[PM / (thl)] In einer Pressemitteilung nimmt die VG Wort zum Vorwurf Stellung, mit Zählpixeln im System “Metis” gegen Datenschutzbestimmungen zu verstoßen und kommt dabei zu einem anderen Ergebnis. — Hintergrund: Um nach 20 Jahren Internet Autoren endlich auch eine Vergütung für online veröffentlichte Artikel zu ermöglichen, muß in den betreffenden Beitrag ein sog. Zählpixel eingebaut werden. Wird ein so markierter Beitrag nun aufgerufen/angezeigt, erhöht der Zählpixel einen “Gelesen”-Zähler um eins (Prinzip Strichliste).

Technisch gesehen stellt der Zählpixel eine “unsichtbare” 1 x 1 Pixel große Grafik dar, die allerdings von einem “fremden” Server geladen wird — das soll datenschutzrechtlich bedenklich sein. Und der Leser ist insofern “bekannt”, als daß aus technischen Gründen dabei seine IP übermittelt wird, nicht aber sein Name o. ä. In der Praxis wird bei jeder Website aber alles mögliche von “fremden” Seiten zugeliefert und die IP übermittelt, so daß man diesen Vorwurf praktisch jeder Website machen könnte. Und: Besonders in aufwendig gestalteten E-Mails — also mit eingebetteten Grafiken — wird diese auch als Webbug bezeichnete Technik als Lese-Kontrolle verwendet (weshalb beispielsweise Outlook solche Grafiken erst nach Aufforderung lädt).


Die Pressemitteilung: Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat bestätigt: Online-Verlage, die am METIS-System der VG Wort teilnehmen, müssen deswegen kein Opt-Out für Ihre Leser anbieten oder sich Sorgen um die Datenschutzkonformität machen. Der Verlag akademie.de hatte Mitte Oktober öffentlich behauptet, dass das METIS-System „gleich mehrfach“ gegen Datenschutzrecht verstößt und die METIS-Zählpixel von seinen Seiten entfernt. Der Verlag berief sich dabei auf eine angebliche Auskunft des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

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Hochzeitsvideos sind gefragt

Es ist mir ein Rätsel, wieso heutzutage jede Hochzeit per Foto und Video minutengenau dokumentiert werden muß — vor allem, wenn man sich als Gast anschließend die Bilder ansehen muß (Bekannte hatten bei dieser Gelegenheit 5 x 120 Minuten auf den Tisch gelegt…). Doch wenn man die heutige FAZ liest, gibt es demnach nicht nur Fans von Hochzeitsvideos, sondern sogar einen Schwarzmarkt wo dafür gezahlt wird: “Hochzeitsvideos sind in Kundus ein Verkaufsschlager” (FAZ vom 5.2.2012, Seite 6, “Heiße

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