Sommerzeit — wer dreht schon wieder an der Uhr?

Schön, daß die steigenden Temperaturen den Winter verjagen und an die Sommerzeit erinnern. Blöd, daß Sommerzeit auch Zeitumstellung bedeutet. Nächstes Wochenende ist es wieder so weit (am 27. März 2016). Seit 1980 ein Termin, über den ich mich jedes Jahr neu aufregen kann.

Viele sind gegen diesen Unsinn, einigen ist es egal, aber niemand ist wirklich dafür. Warum also? Immerhin kann man erstmals hoffen, daß dem ein Ende bereitet wird: Ein Gutachten für den Bundestag setzt sich damit auseinander.

Vorübergehend(!) verwendet wird die sogenannte Sommerzeit immer wieder wegen besonderer Ereignisse wie 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg oder Ölkrise 1973, um das Tageslicht besser nutzen zu können. Spielt beim durchgetakteten Leben eine Energieeinsparung durch Sonnenlicht(!) überhaupt eine Rolle? Verbrauchen Maschinen und Fernseher im Hellen weniger Strom? Wie ist es mit dem Aufwand 24-Stunden-Schichten und Bahnbetrieb umzustellen? Auswirkungen auf die Gesundheit sind sowieso Privatsache. Egal, ob hell oder dunkel, der Außenbetrieb von Freizeiteinrichtungen und Gaststätten wird fast überall ab 22 Uhr verboten.

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) berät
das Parlament und seine Ausschüsse seit 1990 in Fragen des technischen und
gesellschaftlichen Wandels. (Quelle: Impressum des o. g. Berichts)

Das Gutachten “Bilanz der Sommerzeit“, Endbericht zum TA-Projekt (Febr. 2016, PDF|Download) geht auf rund 200 Seiten auf viele Aspekte ein.

RESÜMEE UND AUSBLICK
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die vorhandene Studien- und Erfahrungslage zu möglichen Auswirkungen der Sommerzeit auf den Energieverbrauch, die Wirtschaft oder die Gesundheit limitiert, unvollständig und teils widersprüchlich ist. Der bis dato vorliegende Erkenntnisstand liefert jedoch keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Anwendung der Sommerzeit ernsthafte positive oder negative energetische, wirtschaftliche oder gesundheitliche Effekte nach sich zieht. Insofern bleibt die Frage, ob die derzeit gültige Sommerzeitregelung beibehalten, geändert oder abgeschafft werden soll, auf absehbare Zeit Gegenstand politischer und öffentlicher Debatten, die nur in geringem Maße auf wissenschaftliche Fakten abstellen können. Zu welchen Ergebnissen diese Debatten auch immer führen: Jede Änderung des gegenwertig bestehenden halbjährlichen Wechsels zwischen Normalzeit und Sommerzeit erfordert grundsätzlich eine Änderung der Richtlinie 2000/84/EG. Ob ein Rechtsetzungsverfahren zur Änderung der derzeit gültigen Sommerzeitregelung eingeleitet wird, liegt allein im Ermessen der EU-Kommission. (Quelle: o. g. TA-Bericht; Hervorhebungen durch mich)

Schöner Bericht. Wenn auf Grundlage von Fakten und Abwägungen nachvollziehbar entschieden würde, könnte man damit leben. Leider steht zu befürchten, daß nicht sachliche Argumente den Ausschlag geben, sonder wie immer machtpolitische Interessen.

Meine Meinung: Eine Regel, die keinen Nutzen bringt, gehört abgeschafft! Denn “beachten” und “durchführen” kosten eben doch, und wenn dem kein signifikanter Nutzen gegenüber steht, gibt eben doch einen “Schaden”. Sommerzeit abschaffen!

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