Smartfon geklaut — Dropbox-App sendet Bilder des Diebs…

Immer wieder sind Geschichten über verloren gegangene und Who's gotcha phone (Quelle: a. a. O.)zufällig wieder gefundene Kameras Grundlage für lustige Berichte auf der bunten Seite diverser Medien. Daß dies nicht ganz unproblematisch ist, greife ich in meinem Beitrag “Was tun, wenn man eine Kamera findet?” auf.

Who’s gotcha phone (Quelle: a. a. O.)

Doch gerade stoße ich auf eine Variante, die zeigt, wie man es nicht machen sollte. Ausgerechnet mangelnder Datenschutz, Unkenntnis und dreistes Verhalten erweisen sich möglicherweise als Glücksfall…

Der Focus berichtet über einen Diebstahl, bei dem einer Urlauberin am Strand auf Ibiza ein Smartfon abhanden kommt. So weit, so ärgerlich. Doch anscheinend klaut da nicht jemand, der das Gerät schnell zu Geld machen möchte, sondern es selbst nutzt! Dabei ist er offenbar zu faul — oder ist es Neugier? — das Smartfon zu löschen und auf Fabrikzustand zurück zu setzen. Er setzt seine SIM ein und nutzt es einfach so wie es ist.

Natürlich gehört zu einer “Telefon”-Nutzung heute intensiver Gebrauch der Kamera, für Fotos und Videos — davon macht auch der Dieb reichlich Gebrauch. Und heutzutage ist Online-Speicher “in” — davon macht die ehemalige Besitzerin Gebrauch. Dann wächst zusammen, was zusammen gehört: Die Smartfon-App von Dropbox lädt fleißig Bilder hoch — auf die Festplatte des Opfers. Denn wer auf seinem Smartfon die Foto-Ordner für Dropbox freigibt, erhält zusätzlich 1 Gigabyte kostenlosen Speicher (damit ist keine automatische Veröffentlichung verbunden). Wenn man außerdem den Online-Speicher mit einem lokalen Ordner auf dem heimischen PC synchronisiert (dafür gibt es ein Tool), hat man so schnell seine Bilder auf der Festplatte ohne erst Kabel anschließen zu müssen.

Generell sollte man bei mobil genutzten Geräten wenigstens die PIN einschalten. Bei meinem inzwischen außer Dienst gestellten Nokia E50 gibt es sogar eine eingebaute Funktion mit der man per SMS die persönlichen Daten löschen kann. Für Smartfons kann man ähnliche Programme nachrüsten, auch welche, die gleich die Position senden oder Screenshots und Fotos mit der Videochat-Kamera machen… Und es zeigt mal wieder: Man sollte schon wissen, wie diese ganzen Funktionen zusammenhängen — das gilt auch für den eigentlichen Besitzer, der bei einem Diebstahl natürlich auch von sich einiges preisgibt… (siehe Telefonbuch usw.)

Durch diesen Mechanismus wird die Bestohlene nun seit einiger Zeit mit “Beweisfotos” beliefert. Ob ihr dies etwas nützt, das Handy wieder zu bekommen, ist fraglich, denn anscheinend befindet es sich in Dubai. Aber sie baut pragmatisch Frust ab — indem sie die Bilder auf einem Blog veröffentlicht: Life of a Stranger Who stole my Phone. Dort findet man dann auch eine kurze Info zur Story…

[Update]

Auf Grund des Hinweises4 month after the ibiza trip, i turned on my computer and noticed fifteen new pictures inside my dropbox camera upload folder” kann es inzwischen natürlich auch ein naiver Käufer sein — vier Monate Funkstille sind relativ lange… Andererseits soll es ja sogar Kontakt via Facebook gegeben haben. Nebenbei gesagt könnte man allerdings schon die Paßwörter für Facebook und Skype ändern, wenn er angeblich auch davon Gebrauch macht.

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