Silverlight: Kein Silberstreif am Mars-Horizont.

Eigentlich war ich neugierig auf das Superlativ vom Mars: Die NASA zeigt ein 360-Grad-Panorama mit 1,3 Millarden Pixel. Laut Mashable setzt es sich aus 900 Einzelbildern zusammen. Der Marsrover lieferte die Bilder im Zeitraum vom 5. Oktober bis 16. November 2012, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.

Kein Silberstreif am Horizont

Kein Silberstreif am Horizont.
(Quelle: a. a. O.)

Doch was steht da auf dem Vorschaubild: You may need to reload this page when the
Silverlight installation is finished
— ich soll die Seite neu laden, nachdem ich Silverlight installiert habe?

Leider gilt diese Einschränkung nicht nur für den Beitrag bei Mashable, sondern auch für die Quelle NASA.

Leider vertraut die NAS auf Silverlight...

Leider vertraut die NASA auf Silverlight…

Silverlight ist eine von Microsoft entwickelte “Alternative” zu Adobe Flash, die sich allerdings nie wirklich durchsetzen konnte und offenbar nur von einigen Behörden tatsächlich eingesetzt wird. Nachdem sich nun auch das ressourcenhungrige Flash auf dem Rückzug befindet, scheint dies auch Microsoft still und heimlich einschlafen zu lassen, seit 2011 (Silverlight 5) scheint es nicht mehr weiterzugehen.

Um so unsinniger ist es, bei der Präsentation im Jahre 2013 auf eine solche Nischentechnologie zu setzen. Einerseits will man den Leser nötigen eine umfangreiche Software auf dem Rechner zu installieren — für die einmalige Betrachtung eines Bildes. Andererseits ist auch fraglich, ob es jeder kann (vor allem auf mobilen Geräten). Dabei bietet Silverlight — zumindest zum Anzeigen eines Panoramabildes — keinerlei Vorteile gegenüber Flash (das ja viele noch installiert haben). Im Gegenteil, da Panoramafotografie auch bei Amateurfotografen weit verbreitet ist, gibt es viele alternative Techniken, die keine spezielle Softwareinstallation erfordern und schnell und zuverlässig sogar “begehbare” Panoramen auf den Bildschirm bringen — auch für Bilder vom Mars.

Warum also potentielle Leser mit solcher Extrawurst aussperren? Das erinnert an die unsäglichen “Best viewed with Internet Explorer“-Logos. Meiner Meinung nach sollte man eine Website ruhig nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner entwickeln und dabei auch an schmale Bandbreiten und schwachbrüstige Smartphones denken.

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