Unglaublich wie in Lightroom ein SW-Foto bunt wird!

Spaß muß sein. Deshalb überlege ich, wie man mit Lightroom Sachen machen kann, die man mit Lightroom normalerweise nicht machen kann. Beispielsweise ein Schwarzweißfoto zu kolorieren.

Ein Schwarzweißbild einfärben.

Ein Schwarzweißbild einfärben.

Das Ausgangsbild ist ein echtes Schwarzweißbild, aufgenommen vor langer Zeit auf echtem SW-Film, selbst gescannt — nicht etwa ein entfärbtes Farbbild.

Einzige Möglichkeit in Lightroom völlig andere/neue Farben in ein Bild einzubringen ist der Weißabgleich. Wenn du ihn — logischerweise — auf einzelne Zonen anwenden willst, brauchst du den Korrekturpinsel. Davon kann man mehrere gleichzeitig bzw. hintereinander auf ein Bild anwenden. Aussicht auf Erfolg hat die Fleißarbeit natürlich nur, wenn du in “Grundeinstellungen” Farbe wählst, weil durch das Kolorieren ja technisch gesehen wieder ein Farbbild daraus wird

Die Kolorierung erfordert eine systematische Vorgehensweise.

Die Kolorierung erfordert eine systematische Vorgehensweise.

Mit der Maskierung des Korrekturpinsels malt man in Lightroom die Flächen an, auf die die Bearbeitung wirken soll. Da mußt du dir je nach Details eine Strategie überlegen, wie es einigermaßen flüssig geht: Die gelben Kopfhörerpolster (3) male ich von Anfang an so exakt wie möglich an, da sie eine einfache und geschlossene Form darstellen. Beim blauen Poloshirt (2) markiere ich zunächst großzügig das Hemd und ziehe anschließend die schwarzen Bereiche für Kabel und Bügel ab (5): Zusätzlich die [Alt]-Taste drücken, dann wandelt sich das Werkzeug in (-) und radiert die Maske weg. Wenn man dann “exakt” die Kabeldicke einstellt, muß man nur einmal darüberfahren, was wesentlich einfacher ist, als mit (+) drumherum zu malen.

Bei dem etwas fummeligen Procedere nutze ich folgenden Trick: Im Hauptfenster male ich mit aktivierter “Überlagerung für ausgewählte Maske (anzeigen)”, die rot hervorgehoben wird (2). So sehe ich genau, wo der Pinsel wirkt. Bei den Korrekturen (4) stelle ich — unabhängig von gewünschten Ziel — einen extremen Wert ein, den ich auch gut auf dem kleinen Vorschaubild (6) im “Navigator” erkennen kann.

Tipp: Mit gedrückter [Leertaste] kannst du den Bildausschnitt verschieben, ohne das Werkzeug verlassen zu müssen. Alternativ kannst du auch den Ausschnittrahmen im “Navigator” verschieben, wenn du in sehr starker Vergrößerung arbeitest.

Kolorierung -- vorher/nachher.

Kolorierung in Lightroom — vorher/nachher.

Das Bild besteht so aus fünf “Farbzonen”. 1) blau, 2) gelb, 3) “Haut”, 4) rot und 5) blau. Selbstverständlich kann man auf diese Weise keine so frischen Farben wie bei einem echten Farbfoto hervorzaubern. Das Ergebnis hat den typischen Pastell-Charakter, der zu einem alten Bild aber gut paßt. Noch ein bißchen einfacher — auf Grundlage von Lichtern und Tiefen — kannst du in Lightroom Bilder mit der Teiltonung einfärben. Detaillierter geht es mit Photoshop oder einer Spezialsoftware.

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