Schnappe dir die Fokus-Punkte in Lightroom

Theoretisch kann Lightroom über eine Plugin-Schnittstelle beliebig erweitert werden — praktisch ist die Auswahl an Plugins im Verhältnis zur Bekanntheit von Lightroom fast schon unbedeutend.

Das Lightroom-Plugin zeigt die Fokuspunkte und mehr an.

Das Lightroom-Plugin zeigt die Fokuspunkte und mehr an (hier Canon EOS 50D).

Viele Dinge, die bei Vorgängerversionen noch gern nachgerüstet wurden — beispielsweise eine Georeferenzierung — sind heute “eingebaut”, andere mogeln, weil sie im Hintergrund ein komplettes Photoshop erwarten. Aber es gibt wie so oft interessante Nischen wie eine Anzeige der AF-Punkte.

Obwohl eine moderne Digitalkamera in den Exif-Daten inzwischen Hunderte von Parametern speichert, werden auch in Lightroom in der Hauptsache die Belichtungsdaten und Urheberinformationen angezeigt. Unter den Tisch fallen erstaunlicherweise die Fokuspunkte. Mit dem Plugin “Show Focus Points” kann dem abgeholfen werden.

Erkennung der Fokuspunkte bei einer Nikon D90.

Erkennung der Fokuspunkte bei einer Nikon D90.

Das für Windows und Mac verfügbare Plugin erkennt die Daten von Canon und Nikon. Gerade bei Nikon ist die Menge der Sensoren oft ein Kaufargument. So hat die D90 “nur” 11 AF-Punkte, während die D300s mit 51 Sensoren aufwartet. Bei Canon ist man oft sparsamer, so hat zum Beispiel auch die gehobene Mittelklasse EOS 50D nur 9 Sensoren (ok, die 5D III hat 61). Gerade, wer die “vorausschauenden” Automatikfunktionen nutzt, kann dann so die Effektivität der eingebauten Intelligenz besser beurteilen.

Focus-Punkte

Status der unterschiedlichen Focus-Punkte.

Das Tool kann unterschiedliche AF-Modi unterscheiden und im Bild entsprechend hervorheben.

Status der unterschiedlichen AF-Modi.

Beim Aufruf des Tools fällt einmal wieder eine Bedienungsinkonsistenz von Lightroom auf: Show Focus Points wird nicht über “Datei | Zusatzmoduloptionen” aufgerufen, sondern via “Bibliothek | Zusatzmoduloptionen | Show Focus Points”. Dabei schnappt sich das Programm das gerade ausgewählte Bild und markiert die aktiven AF-Punkte in einem separaten Vorschaufenster. Darüber hinaus kann es zwischen unterschiedlichen AF-Modi unterscheiden. Die Erkennung setzt voraus, daß das Bild möglichst Original ist (am besten sogar RAW), da sonst solche Informationen oft verloren gehen. Eine anderes Bild wählt man am einfachsten aus, indem man auf den Rahmen(!) eines Bildes am Filmstreifen klickt.

Neben der Auswertung der Fokuspunkte liefert das Plugin am Rande nützliche Zusatzinformationen: Neben den bekannten Belichtungsdaten finden sich je nach Kameramodell auch Informationen zur erkannten Entfernung, Schärfentiefe oder dem Meßverfahren.

Focus Information

Zugabe: weitere detaillierte Angaben.

  • Kameramodell
  • verwendetes Objektiv
  • Brennweite
  • Belichtungswerte
  • Fokusmodus
  • erkannte Entfernung
  • Schärfentiefe

Zugabe: weitere detaillierte Angaben (hier Nikon D90).

Das Plugin liefert interessante Zusatzinformationen zu den AF-Punkten sowie der Entfernungseinstellung. Leider lassen sich die Infos nicht in die Seitenleiste von Lightroom integrieren und erscheinen in einem separaten Fenster. Das Tool ist z. Zt. noch “beta” und kostenlos erhältlich (Stand: September 2014), weitere Kamerahersteller sollen folgen.

[Kurzinfo]

  • Das Plugin Show Focus Points für Lightroom kann im Foto die verwendeten Autofokuspunkte anzeigen und liefert darüber hinaus Informationen zur Entfernungseinstellung.
  • Autor: Chris Reimold | Sprache: englisch | Windows & Mac (Lightroom 5) bzw. Canon (ab 2002) & Nikon | Lizenz: currently free | Homepage: http://www.lightroomfocuspointsplugin.com

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