RAW-Entwicklung: Alternativen zu Lightroom.

Ich gebe zu, daß ich (inzwischen) ein Fan von Lightroom geworden bin (für MacOS und Windows erhältlich). Das liegt an der gelungen Kombination von Bildverwaltung und RAW -Entwicklung. Doch wenn man gar nicht so viele Bilder macht oder schon ein brauchbares Archivkonzept hat, kann man die RAW-Entwicklung auch mit einer Vielzahl anderer Programme erledigen. Dabei kommt man in viele Fällen sogar recht preisgünstig von wenigen Euro bis sogar kostenlos davon (nicht zu vergessen, die vom Kamerahersteller mitgelieferte Software).


Spezielle RAW-Entwickler

RawTherapee ist der Klassiker freier RAW-Entwickler (GPL3) und für alle nennenswerten Betriebssysteme verfügbar (Windows, MacOS, div. Linux), ein Upgrade auf Version 4 steht bevor. Es werden die RAW-Formate “almost all DSLRs and even some medium format bodies” unterstützt.

Scarab Darkroom unterstützt eine Menge RAW-Formate von Canon, Fuji, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Samsung und Sony. Das Programm ist in zwei Versionen erhältlich, einer kostenlosen 1.44 sowie einer 2.x Premium-Version für ca. 30 Euro. Zur Zeit ist es nur für Windows verfügbar, eine Mac-Intel-Version angekündigt.

Photivo ist eine Bildbearbeitung auf Basis von Opensource (GPL3). Es unterstützt neben RAW auch TIF, JPG, BMP und PNG. Das Programm gibt es für Windows, MacOS und Linux sowie als Plugin für Gimp. Unterstützt werden RAW-Formate von Canon, Fuji, Nikon, Olympus, Panasonic, Samsung und Sony.

DxO ist eine starker Konkurrent gewerblicher Software, in manchen Bereichen ausgefeilter als Lightroom, insbesondere mit umfangreichen Optikkorrekturen wie Verzeichnung, Vignettierung, Farbfehlern usw. (erhältlich ab ca. 100 Euro für Windows und MacOS). Vorgängerversionen bekommt man gelegentlich gratis auf Zeitschriften-CDs (siehe Fotonewsletter Mai).

Universelle Programme

Picasa ist kein explizites Programm zur RAW-Entwicklung, kann aber auch mit den meisten RAW- und DNG-Dateien umgehen. Es ist ein Programm, mit der Einfachheit der Handhabung von JPG-Dateien, bewahrt aber die Reserven von RAW, wenn man sich — noch — nicht intensiv mit der Materie auseinandersetzen möchte. Darüber hinaus bietet es 1-Klick-Effekte. Als Google-Software ist es gratis und bietet auch eine Verknüpfung zu Online-Alben, für Windows und MacOS.

Irfanview ist ebenfalls kein RAW-Entwickler, kann aber zumindest RAWs von Canon und einigen anderen Herstellern anzeigen (vermutlich nur das interne Vorschaubild). Darüber hinaus ist es ein vielseitiger Bildbetrachter, mit dem man auch kleine Bildbearbeitungsjobs erledigen kann (Farbe zu Graustufen, Formatwandel, Verkleinern, Dateinamen umbenennen usw.; Windows, gratis).

Weitere Quellen

Natürlich gibt es noch eine Menge mehr Programme: Wikipedia listet knapp 20 RAW-Konverter auf, eine etwas umfangreichere Liste mit rund 30 Programmen findet man bei Foto-Community unter schlichten Überschrift “RAW-Konverter“, im DSLR-Forum gibt es einen Beitrag mit 25 kommentierten Programmen sowie eine lesenswerte Rubrik “Alles wirklich Wichtige zu EBV und Software – Pflichtlektüre“. Einen vergleichenden Bericht über die vier Programme ACDSee Pro, Aperture, Capture One, Lightroom gibt es bei Spiegel Online (basiert auf DOCMA). Aus der Praxis kommt “Mein persönlicher RAW-Konverter-Test” aus der Sicht eines Nikon-Nutzers, der auch die mitgelieferte Software berücksichtigt (die übrigens auch bei Canon schon sehr gut ist).

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