Produktionstechnik – kann die Herstellung von Taschen umweltfreundlich sein?

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt, produziert und vertreibt HALFAR Taschen und Rucksäcke. Im Geschäftsbereich der Werbetaschen dreht sich alles um Taschen und Rucksäcke als Werbeartikel, Kundenprämien und Merchandisingartikel. Die Firma hat in den vergangenen Jahren tatsächlich viele Kontroll-Maßnahmen und neue Techniken in der Produktion eingeführt, um seine Produkte langlebig und nachhaltig zu machen. Das wird erreicht durch eine prozessgesteuerte Entwicklung, ein stabiles und geprüftes Qualitätssicherungssystem sowie Logistik- und Entsorgungskonzepte, die nachhaltige Aspekte berücksichtigen. Die Einhaltung von DIN- und ISO-Normen, die steigende Ausrichtung auf STANDARD 100 by OEKO-TEX, der Einsatz von recycelten Materialien und PVC-freien Rostoffen, die Verpflichtung der Zulieferer auf die ILO-Kernarbeitsnorm und deren Auditing durch externe Stellen lassen die Bemühungen seriös erscheinen.

Qualitätskreislauf nachhaltige Entwicklung von Taschen, Graphik: HALFAR

2016 gingen die ersten Modelle der ORGANIC-Serie an den Start, eine Alternative im Kontext ökologischer Werbemittel. Bis heute ist die Serie auf einen Shopper, drei Reißverschluss-Taschen diverser Größen, einen Zugbeutel-Rucksack, einen Beutel mit Aufstellfunktion und einen Mehrwegbeutel angewachsen. Noch ist das nur ein kleiner Teil der Produktion, aber immerhin ein Anfang. Hoffentlich treibt die Nachfrage die ökologische Umstellung weiter an. Nachhaltigkeit bei Taschen und Rucksäcken heißt auch Robustheit und Stabilität. Der Taschenproduzent lässt die besonders lange haltbaren und belastbaren Kunstfasern wie Polyester oder Nylon vor dem Einsatz auf ihre Inhaltsstoffe überprüfen. Auch Naturfasern wie Baumwolle oder Jute werden ständig kontrolliert. Diese Fasern werden landwirtschaftlich erzeugt und die Firma bemüht sich schon in diesem frühen Stadium der Produktionskette Umweltfreundlichkeit garantieren zu können. Deshalb kauft die Firma für diese Produktionslinie fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle mit dem  Fairtrade-cotton-Siegel, das für die Rückverfolgung über alle Produktionsschritte zuständig ist. Dieses Siegel kenne ich noch von den ersten Öko-Taschen aus Jute, die vor einigen Jahrzehnten in 3.-Welt-Läden zu bekommen waren. Irgendwie schön zu sehen, dass deren Ansätze inzwischen auch in großen Produktionsfirmen angekommen sind.

Fazit: Umweltfreundliche Produktion ist nicht einfach, aber möglich. HALFAR versucht auf vielen Ebenen umzusetzen, was technisch und finanziell in Richtung Nachhaltigkeit möglich ist. Immerhin erwecken sie nicht den Anschein, als wären alle Umweltfragen schon gelöst. Uns auch wir Kunden haben eine große Verantwortung, denn nur wenn wir z.B. gezielt nach umweltfreundlichen Taschen fragen, wird diese Produktlinie auch bei den Taschen weiter wachsen.

Kommentar: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ Die Produktion von Gütern aller Art belastet die Umwelt. Da geht es viel um den Einsatz von Rohstoffen, den Verbrauch von großen Energiemengen und oft auch um die Entstehung von Schadstoffen, die –  wenn es gut läuft – in Filtern und Kläranlagen landen. Aber leider gerne auch in die Luft, die Flüsse und die Meere geleitet werden. Das spart der Produktionsfirma schließlich Geld. Diese Kosten der Umweltzerstörung trägt dann die Gesellschaft und die wird dafür immer sensibler. Es ärgert uns, dass die Unternehmer die Gewinne machen, aber die problematischen Folgen der Produktion auf die Steuerzahler abwälzen. Die Marketingmanager bemerken die veränderte Stimmung und mit leichter Verwunderung registriert man, dass auf einmal eigentlich fast jeder Produktionsbetrieb einen jährlichen Umweltbericht herausgibt und angeblich der Umwelt wunderlich schnell nun mehr nutzt als schadet. Aber warum gibt es dann noch Umweltzerstörung, warum Bienensterben und warum Klimawandel? Bedrucktes Papier ist geduldig. An ihren Taten sollt ihr sie messen.