Preisträger von Fotowettbewerben sollten nicht mauscheln…

Landscape Photographer of the Year

Man sollte die Konkurrenz in einem Fotowettbewerb nicht unterschätzen: Ende 2012 wird bei Take a View der “Landscape Photographer of the Year” gekürt. Neben Ruhm und Ehre, ein Preis, der mit immerhin 10.000 £ dotiert ist. Doch kurze Zeit später ist es damit für den Preisträger David Byrne und sein Siegerbild “Lindisfarne Castle” vorbei. Er hat mit seiner Art der Bildbearbeitung gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen. Offenbar nicht der einzige unter den Preisträgern(!), wenn man folgenden Zusatz liest: Due to the disqualification of three images, these are the revised results for 2012. Nachrücker ist Simon Butterworth. Doch wie schon bei plagiierten Doktorarbeiten muß man sich fragen, wieso so etwas nicht schon der Jury vor der Preisvergabe auffällt.

Den Stein ins Rollen bringt Tim Parkin, der sich in seinem Beitrag “Landscape Photographer of the Year” über Ungereimtheiten wundert und sie ausführlich darlegt. Petapixel zitiert dann ein Entschuldigungsschreiben, in dem es u. a. heißt “(…) certain editing like adding clouds and cloning out small details are not allowed (…). Offenbar wären solche Manipulationen sogar erlaubt — aber in einer anderen Kategorie.Enthusiasten

Dabei ist Byrne nicht der erste, der relativ spektakulär aus einem Fotowettbewerb fliegt. Schon Anfang 2010 wird der Fotograf José Luis Rodriguez im Wettbewerb “Environment Wildlife Photographer of the Yeardisqualifiziert. Obwohl es sich bei diesem Wettbewerb um Wildtiere handeln soll, hat der ehemalige Sieger sein Foto offenbar mit einem gezähmten Tier in einem Tierpark geschossen: Ein Wolf springt in einer “eingefrorenen” Nachtaufnahme über ein Gatter. Die Sache fliegt auf, weil jemand das Tier an einer Narbe “persönlich” wiedererkennt und es außerdem ein untypisches Verhalten zeigt: Ein wilder Wolf würde nicht über den Zaun springen, sondern eher darunter/dazwischen hindurch kriechen. Auch hier wäre der Fotograf mit korrekter Angabe der Umstände nicht automatisch aus dem Wettbewerb geflogen.

 

[Kommentar] Photoshop ist einfach zu verführerisch, zu mächtig in den Möglichkeiten und zu einfach zu bedienen. Selbst in Amateurkreisen wird inzwischen eine technische Perfektion erwartet, die die Bildaussage in den Hintergrund drückt. Da freut man sich besondern über Enthusiasten, die mit einfachster Technik tolle Bilder machen, wie beispielsweise am Tag der Lochkamera (Worldwide Pinhole Photography Day), jeweils am letzten Wochenende im April.

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