Picasa — Game over…

Wem Lightroom zu kompliziert oder schlicht zu teuer ist, empfehle ich seit langem guten Gewissens Picasa. Das ist eine Bildbearbeitungssoftware, die Google 2004 vom Entwickler LifeScape eingekauft hat — und, wie von Google gewohnt, seither kostenlos zur Verfügung stellt.

Letzte Gelegenheit, Picasa herunterzuladen... (Quelle: Google)

Letzte Gelegenheit, Picasa herunterzuladen…
(Quelle: Google, Feb. 2016)

Ursprünglich ist es “nur” eine Desktopsoftware für Windows und Mac OS, in den vergangenen Jahren wird es mit Webalben natürlich zur “Cloud” aufgebohrt. Einer der Vorteile ist die Unterstützung von RAW, grundlegende Bildbearbeitungs- sowie Verwaltungsfunktionen, die über einen reinen Viewer hinausgehen. Auch die Gesichtserkennung funktioniert beunruhigend gut. Doch nun droht Ungemach…

Gerade hat Google das Ende von Picasa verkündet. Nach mehr als zehn Jahren klingt das fast schon so, als würde ab morgen das Internet abgestellt. Bevor Mitte März 2016 endgültig Schluß ist, also noch schnell die “aktuelle” Version 3.9 herunterladen (Stand: Hauptrelease Ende 2011). Die zugehörigen Alben werden Mitte Mai 2016 geschlossen. Die Software läuft “natürlich” weiter, aber ohne Pflege und Updates. Das wird sicherlich nicht unmittelbar zu Problemen führen, aber langfristig werden vor allem die RAW-Fans enttäuscht, wenn für die neuesten Modelle entsprechende Codecs fehlen.

Das Ende von Picasa bedeutet natürlich nicht, daß bei Google endgültig die Fotolichter ausgehen. Die treuen Nutzer mögen bitte zu Google Fotos wechseln. Wenn du dich dort anmeldest, sind deine Picasa-Bilder schon da. Leider ist dies aus Sicht von uns Fotografen eine Entwicklung in die falsche Richtung: Es geht mehr in die oberflächliche Knipserei und “Social Media”, wie taggen und teilen. Natürlich gibt es Apps, aber außer einem Uploader keine Desktop-Software.

Damit die Software nicht nicht sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet, haben Nutzer eine Petition zur Freigabe des Quellcodes gestartet. Vielleicht läßt sich Google ja erweichen, die weitere Entwicklung in die Hände der Fans zu geben. Immerhin fördert man ja an anderer Stelle solche Projekte.

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