Online Geldverdienen mit Downloads, Streaming, Werbung, Fotos.

Berufspolitiker und Juristerei sind noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Deshalb werden Downloads und Streaming oft perse als “Raubkopie” abgestempelt und fragwürdige Gesetze erlassen (z. B. Leistungsschutzrecht). Zu oft läßt man sich von Lobbyisten aus Hollywood manipulieren und verschweigt, wie gut das System funktionieren kann, beispielsweise auch bei mp3-Downloads (selbst ohne Gängelung durch DRM).

2013 music sales & streaming numbers for a middle-aged mom in a non-album cycle (Twitter)

Zoe Keating: 2013 music sales & streaming numbers
(Quelle: Twitter)

Die Cellistin Zoë Keating weist nun sogar per Tweet auf ein öffentliches Google doc hin, in dem man ihre online erzielten Einnahmen nachlesen kann.

Musik

Dabei unterscheidet Keating zwischen Shop-Downloads einzelner Titel bzw. Alben wie beispielsweise bei iTunes und Streamingdiensten wie per Spotify.

Vertriebskanal Einnahmen
iTunes

38.196

Bandcamp

25.575

Amazon

11.571

Spotify (Streaming)

1.764

Youtube (Streaming)

1.248

andere Streamingdienste

3.369

Summe (gesamt)

81.723

Quelle: a. a. O., Angaben in US-Dollar gerundet

Immerhin kommt dabei eine respektable Summe von mehr als 81.000 US-Dollar zusammen. Da stellt sich die oft diskutierte Frage, ob dies damit zusammenhängt, daß sie eine Nische als “…middle-aged mom in a non-album cycle.” nutzt und eben kein Superstar ist. Im Guardian findet man eine etwas ausführlichere Interpretation der Zahlen und des Umfeldes.

Blog

Liegt es an höherer Akzeptanz im angelsächsischen Raum oder am Thema? In Deutschland muß man sich ja oft rechtfertigen, daß man überhaupt Einnahmen erzielt, selbst wenn es den Leser nichts extra kostet. Selbständigimnetz hat dazu zwei Analysen verfaßt:

Auch wenn solche Angaben mit Vorsicht zu genießen sind — wer macht überhaupt mit und sind die Zahlen echt — zeichnet sich ein ziemlich klares Bild ab: Wer in Deutschland einen zweistelligen Euro-Betrag erzielt, kann sich schon “erfolgreich” nennen, aber es reicht dann meist nur zur Finanzierung der Serverkosten etc. Nicht selten bringt eine einzelne Beratung oder bezahlter Artikel (kennzeichnen!) die Statistik nach oben, während Tausende(!) von Klicks im Cent-Bereich bleiben (Google Adsense, Flattr). Leben kann man davon nicht, selbst professionelle Zeitungsverlage behandeln Online-Redakteure oft als zweite Wahl. Bei den englischsprachigen Blogs kommen dagegen häufiger auch fünfstellige Dollar-Beträge zusammen. Allerdings gilt auch hier “mühsam ernährt sich das Eichhörnchen”, denn auch dort ist es meist eine Mischung aus Werbung, Beratung, Prämien usw., doch insgesamt eben mit deutlich mehr Masse.

Fotografie

Auch in der Fotografie verschieben sich die Einnahmemodelle. Gemäß dem Motto “Geiz ist geil” werden auch von durchaus solventen Zeitschriften vermehrt sog. Stockfotos eingesetzt. Vorteil: Sie sind billig, weil nicht selten Amateure aus Langeweile mitmachen, während Profis auf Masse mit System und Qualität abzielen müssen. Doch lohnt sich die Mühe, wenn man davon leben können soll? Robert Kneschke berichtet in seinem Blog “Alltag eines Fotoproduzenten” darüber und zieht über “Fünf Jahre Microstock – Meine Umsätze und andere Zahlen” Bilanz.

Er vertreibt seine Bilder u. a. über die Microstock-Agenturen Fotalia, Shutterstock, Dreamstime, 123rf sowie iStockphoto. Für die Analyse schlüsselt er Portfolio (z. B. ca. 10.500 Fotos bei Fotalia), Downloadraten und natürlich Erträge auf: Durchschnittlich 6.400 Euro monatlich bei Fotalia und knapp 3.000 Euro bei Shutterstock sind ein respektabler Wert. Doch man sollte nicht in Goldgräberstimmung verfallen, dies ist das Ergebnis nach fünf Jahren kontinuierlicher Arbeit (während es im ersten Jahr nur rund 350 Euro/Monat sind). Auch Michael Jay zieht ein Resümee. Über die Tücke des Objekts berichtet Detlef Dittmer in “Meine Erfahrungen mit Microstock-Agenturen“, denn trotz niedriger Honorare wird Verantwortung gnadenlos abgewälzt.

Comments

comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.