Objektivvielfalt per Adapter an Micro Four Thirds (MFT)

Wer schon zu analogen Zeiten fotografiert, befaßt sich schon beim Für MFT gibt es eine Menge Möglichkeiten.Umstieg auf eine Digitalkamera mit dem Thema Adapter (zumindest wenn es um Spiegelreflex geht). Wer einen gewissen Qualitätsanspruch hat, investiert nämlich in “Glas” und möchte nach dem Umstieg nicht gern bei Null anfangen.

Für MFT gibt es per Adapter eine Menge Möglichkeiten.

Welche Adapter gibt es und was können sie? Worauf solltest du beim Kauf eines Adapters für Objektive achten? Gerade Micro Four Thirds (MFT) bietet enormen Spielraum für Adapter und hat ein entsprechend vielfältiges Angebot.


Dieser Beitrag ist mehrteilig und befaßt sich erstmal nur mit Systemen, die ich aus der Praxis kenne (Canon EOS und MFT). Entsprechende Gastbeiträge besonders zu Nikon, Sony und Pentax sind willkommen.

Olympus, FT oder MFT

Kameras mit Micro Four Thirds (MFT) haben eine kurze Geschichte. Davor gibt es Four Thirds — eben ohne “micro” — aber schon immer digital. Groß als neuer Standard gegen Spiegelreflex angekündigt sollen die Kameras handlicher und preiswerter sein. FT von Olympus bietet raffinierte Spiegelreflextechnik und ist ein Nischenprodukt, MFT ist praktisch das Synonym für spiegellose Systemkamera. Analoge Vorgänger gibt es dementsprechend keine. Obwohl als systemübergreifend angetreten, umfaßt MFT nur Panasonic mit Lumix und Olympus mit Pen und OM. Die vielen anderen spiegellosen Systeme mit Wechselobjektiven kochen alle ihr eigenes Süppchen und sind weder mit MFT noch untereinander kombinierbar.

Die legendären analogen “OM”-Objektive von Olympus lassen sich per Adapter mechanisch anschließen. Auch wenn Olympus den Namen “OM” in Kameras weiterleben läßt, gibt es keine weitere Verbindung. Allerdings profitieren per Adapter angeschlossene Objektive unter Umständen von der Bildstabilisierung, weil diese bei Olympus MFT ins Gehäuse integriert ist und auf dem Bildchip basiert. Bei Panasonic ist IS oft Teil des Objektivs (O.I.S.) und nur manchmal auch im Gehäuse.

Den perfekten Adapter habe ich nicht...

Den perfekten Adapter habe ich nicht…

Ein (analoges) Vollformatobjektiv an einer kleinen MFT-Kamera: Vom Gehäuse bis zur roten Linie reicht der Adapter und bietet genug Spielraum zur Anpassung. Die gelbe Linie ist die optische Achse — hier sieht man, daß das Gewinde leider nicht gut justiert ist, damit die Skala ebenfalls mittig liegt.

M42 läßt grüßen

Was aber früher schon recht gut klappt, ist die Verwendung älterer Objektive mit M42-Anschluß. Solche Objektive arbeiten völlig unabhängig von der Kamera und werden damals wie heute nur mechanisch mit der Kamera verbunden. Durch den großen Spielraum beim Auflagemaß gibt es genug Platz, alles irgendwie zu koppeln. Umschalten zwischen Springblende und Arbeitsblende.Das heißt natürlich ohne AF, aber mit “unendlich” (ohne Korrekturlinse). Da M42-Objektive einen Blendenring haben, kannst du sie auch abblenden.

Umschalten zwischen Springblende und Arbeitsblende.

Ganz so primitiv, wie man für analog annimmt, sind die Objektive übrigens nicht. Standardmäßig ist bei M42 die Blende geöffnet — auch wenn beispielsweise “8” eingestellt ist — und die Kamera kann sie mit einem kleinen Stößel automatisch abblenden (bei anderen Systemen ist es u. U. genau umgekehrt). Da auch “damals” das nicht alle Kameras können, haben viele Objektive einen Umschalter “M” für Arbeitsblende: Wenn “8” eingestellt ist, ist die Blende entsprechend weit geschlossen — und das Bild schon im Sucher entsprechend düster. Da spielt der elektronische Sucher bzw. das Display einer spiegellosen Kamera seine Vorteile aus: Solch eine Abdunklung läßt sich automatisch kompensieren, so daß das Motiv zur Scharfeinstellung noch gut erkennbar bleibt. Ich freue mich, daß die Lumix GM1 mit dem Focus Peaking bei der manuellen Scharfeinstellung behilflich sein kann.

Beim Kauf eines Adapters kannst du auf einen innen liegenden “Kragen” (A) achten, der schon beim Einschrauben den Stößel eines M42-Objektivs auf Arbeitsblende eindrückt und so auch ohne einen Umschalter “A/M” ein Abblenden ermöglicht. Und beim Adapter mit dem hellen Innenring gibt es noch eine Besonderheit: Er bietet drei Justierschrauben (B) mit denen du die Ausrichtung des Objektivs und damit der Skalen einstellen kannst. Das scheint nötig, denn beim schwarzen Adapter ist das Gewinde offenbar nicht passend gesetzt.

Nicht nur eine Frages des Preises oder Designs. (Foto: 7oom.net|Luhm)

Nicht nur eine Frage des Preises oder Designs.
(Foto: 7oom.net|Luhm)

Trotzdem hat der rechte schwarze Adapter auch einen Vorteil: Verwende ich den linken Adapter und möchte meine schlanke GM1 gleichzeitig auf ein Stativ setzen — klappt das das schlicht nicht, weil der Adapter zu breit für die Stativplatte ist. Der rechte Adapter hat dort eine kleine Taille (C), was zumindest in diesem speziellen Fall entscheidend ist — paßt. Leider gibt es (bis jetzt) keine Adapter, die wie bei Canon EOS per Chip irgendwelche (fake) Exif-Daten übergeben, um später Fotos danach filtern zu können. Notfalls kannst du in Lightroom mit dem Plugin Lens Tagger plausible Werte manuell nachliefern.

Andere Systeme: T2 und Adaptall2.

Heutzutage geben sich die Original-Hersteller immer mehr Mühe, daß weder Fremdobjektive noch ältere Objektive eigener Produktion an den neuen Modellen voll genutzt werden können. Das ist nicht immer so. Bei Analogkameras gibt es zwei Systeme, die sich schon “damals” mit möglichst vielen Kameras nutzen lassen und bis heute verwendet werden können:

  1. T2 ist ein Anschlußsystem, das von Anfang an nur auf die mechanische Verbindung ausgelegt ist. Im Prinzip bietet es nur ein weites Auflagemaß, so daß es genug Spielraum für passende Anschlußstücke gibt. Objektivseitig gibt es ein genormtes Schraubgewinde ähnlich M42, das allerdings von keiner Kamera direkt genutzt wird. Es ist immer ein Adapter notwendig! Solche Adapter sind auch direkt für MFT erhältlich. — Üblich ist dieser Anschluß bei Spiegelobjektiven (aka “Russentonne”).
  2. Tamron bietet mit Adaptall 2 ein System an, daß beim Umstieg zwischen Marken oder paralleler Nutzung möglichst auch die Automatikfunktionen bieten möchte. Es basiert ebenfalls auf einem Grundobjektiv für das zwingend ein Adapter auf das jeweilige Kamerasystem erforderlich ist. Bei Analogkameras wird neben der mechanischen Verbindung auch Offenblendenmessung und Springblende ermöglicht (AF gibt es natürlich nicht). Auch solche Adapter werden für MFT angeboten, erlauben allerdings nur eine mechanische Verbindung. — Ich verwende damit das legendäre 90-mm-Makro von Tamron (BBAR).

Für Lightroom Objektivprofile nachzurüsten halte ich allerdings für aussichtslos. Das Tool Adobe Lens Profile Creator bzw. Adobe Lens Profile Downloader bietet meiner Erfahrung nach nichts fertig an und etwas selbst anzulegen ist sehr aufwendig.

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