Mit dem Logitech Fotoman beginnt (für mich) die Digitalfotografie.

Die ersten Digitalkameras werden mit Sonden in den Weltraum geschossen, auf der Erde beginnt die digitale Fotografie für den Normalverbraucher deutlich später. In den 90er sind sie noch Teil der CeBIT , in den Kaufhäusern findet man sie als Unterhaltungsmedium zwischen den Stereoanlagen oder Fernsehgeräten.

Digitalfotografie seit 1992: Logitech Fotoman.

Digitale Fotografie seit 1992: Logitech Fotoman.
(Foto: Thorsten Luhm)

Der Fotoman von Logitech (FM-1) ist eine der ersten Digitalkameras im Hobbybereich und mit Anschluß an den Computer. Ich erprobe sie 1992/1993 einige Zeit in Verbindung mit einem Atari ST .

Der Fotoman speichert intern — also ohne eingebaute Festplatte, Diskette oder zusätzliche Speicherkarte — 32 Bilder in 256 Graustufen (8 Bit, später gibt es ein “plus”-Modell für Farbbilder), die anschließend über die serielle Schnittstelle in den Computer übertragen werden. Die Auflösung beträgt dabei 376 x 240 Pixel (0,09 Millionen Pixel). Mit 284 g ist sie außerdem ein Leichtgewicht. Die Optik bietet eine Lichtstärke von 1 : 4,5, wobei Belichtungszeiten zwischen 1/30 und 1/1.000 Sekunde möglich sind. Die Lichtempfindlichkeit entspricht 24 DIN (200 ISO), die über einen Graufilter auf 15 DIN reduziert werden kann. Für damalige Verhältnisse bin ich von der Qualität beeindruckt, immerhin sind Schwarzweißmonitore mit VGA-Auflösung Standard (640 x 480 Pixel).

Die ungewöhnliche Form liegt dagegen unerwartet gut in der Hand und läßt sich von Links- wie Rechtshändern gleichermaßen bequem bedienen. Darüber hinaus ist sie sehr leise, da es kaum beweglichen Teile wie in einer normalen Kamera gibt. Die Handhabung ist kinderleicht, da die Kamera sich aus fotografischer Sicht auf dem Niveau einer Pocketkamera liegt: keine Entfernungseinstellung (8,5 mm Fixfokus), kein Zoom, keine Beeinflussung oder Anzeige der Belichtungsdaten während der Aufnahme (auch nicht danach), Blitzzuschaltung ohne Warnung. Außerdem vermisse ich ein Bildzählwerk oder eine Kontrolle über den eingebauten Akkumulator (jeweils kurz vor Schluß akustische Signale). Bildverlust bei Stromausfall..! — Insgesamt also noch ein bißchen einfacher als das berühmte Kodak-Prinzip “Sie drücken den Knopf, wir erledigen den Rest”.

Das Bild oben ist nicht nachgestellt, sondern Original zu meinem damaligen Bericht gemacht (mit 3.200 dpi vom Diapositiv gescannt). Am Bildrand ist die separate Tastatur eine Atari Mega ST zu sehen. Leider habe ich keine Originalfotos aus der Kamera mehr vorliegen. Ein anderer Erfahrungsbericht zeigt auch einige Beispielbilder (1996, Englisch). Baugleich ist Dycam Model 1. Der Preis beträgt 1993 rund 1.700 D-Mark (inkl. zusätzlicher Software für Atari ST; ca. 860 Euro).

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