Meßsucherkamera: Voigtländer Bessa T und R (Teil II)

Als ich vor ein paar Wochen zufällig auf die Voigtländer Bessa L stoße, scheint ein preisgünstiger Einstieg in die Welt der Meßsucherkameras möglich. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, daß sie zwar ähnlich aussieht und sogar Wechseloptiken bietet — aber eben keine Meßsucherkamera ist.

Voigtländer R2M/R3M (Quelle: Cameramanuals, R2M/R3M, Seite 3)

Voigtländer R2M / R3M
(Quelle: Cameramanuals, R2M/R3M, Seite 3)

Darüber hinaus sind die Objektive wegen der Kompatibilität zu beliebten Leica -Modellen ebenfalls nicht so preisgünstig wie erwartet. Der Traum “Meßsucherkamera” entwickelt sich vom Schnäppchen zur aufwendigen Investition im drei- bis vierstelligen Bereich. — Die neu aufgelegte Bessa umfaßt allerdings noch weitere Modelle…


Voigtländer Bessa T, R & Co.

Das hat man nun davon, irgendwie angefixt, aber nicht zum Schuß gekommen. Alternative scheint dann nur die R-Reihe zu sein, doch die fängt bei ca. 400 Euro an (gebraucht). Doch da wird es schnell kompliziert, mit Zusätzen wie 2, 3, A, M, C, S… Und gelegentlich taucht auch ein T-Modell auf (und inzwischen auch eine “4” ab 1.000 Euro neu).

Jetzt geht die Recherche erst richtig los. Und es gibt eine Falle: Je mehr Info desto unklarer (unentschlossener?) wird die Lage. Einige Gedankensplitter (natürlich alles ohne Gewähr…):

  • Voigtländer R2 soll technischer Ausstattung vergleichbar zur Leica M6 sein; auch als Rollei 35 RF
  • R ohne alles M39 Schraubgewinde, alle anderen M-Bajonett, es gibt Sondermodelle mit Contax- (R2C) oder Nikon-Anschluß (R2S)
  • A braucht immer Strom, M (immerhin Lichtwaage) kommt notfalls auch ohne aus (allerdings bedarf es sowieso nur zweier Knopfzellen).
  • R4 kann 21 mm ohne zusätzlichen Aufstecksucher — ob das in Zusammenhang mit anderen Objektiven so angenehm ist (weil alles deutlich verkleinert wird)?

Voigtländer Bessa R2A/R3A Leuchtrahmen (Quelle: Cameramanuals, Anleitung S. 16)

Voigtländer Bessa R2A/R3A Leuchtrahmen
(Quelle: Cameramanuals, Anleitung S. 16)

  • Entfernung unter 0,7 m läßt sich systembedingt meist nicht einstellen
  • Bajonett oder Schraubgewinde (nur “R” ohne Zusatz) — letzteres würde ich meiden, da Schraubgewinde zwar an Bajonett nicht aber umgekehrt adaptiert werden kann
  • mehr als 90 mm wird wegen Parallaxe und Genauigkeit unbefriedigend

Quellen zur Voigtländer Bessa

Viele der hier exemplarisch genannten Seiten bieten auch Informationen zu anderen (alten) Kameramodellen. die Links sind vorzugsweise direkt auf Voigtländer gesetzt.

  • Voigtländer (dt.) — die offizielle Homepage zu Bessa, Nokton & Co.
  • CameraQuest’s Classic Camera Profiles (engl.) — in der langen Auflistung findet man ganz unten “Cosina Voigtlander Cameras and Lenses “. Dort gibt es eine Menge einzelne Modelle, von Neuerscheinungen bis zur ruhmreichen deutschen Ingenieurskunst sowie Umgang in Kombination mit Leica.
  • Voigtländer Bessa Meßsucherkameras (dt.) — gewissermaßen ein Vorgänger im Geiste, der ebenfalls seine persönlichen Erfahrungen mit Bessa auflistet (sich allerdings die Kameras auch alle anschaffen kann).
  • Bessa (dt.) — ein historischer Überblick der traditionellen, deutschen Kameras bis ca. 1950.
  • The Stealth One / Bessa R mit Nokton 1,5 (dt.) — eine kommentierte Bildfolge zur “R”.
  • Voigtländer Bessa R3A (dt.) — ausführlicher, bebildeter Bericht zur Bessa R3A. Da lernt man Konzept und Möglichkeiten der neuen Bessa-Modelle kennen und kann sich einen ersten Eindruck verschaffen.
  • Photo-Net Forum (engl.) — hier findet man eine Menge Abbildungen und einige Erfahrungsberichte oder Diskussionen.
  • Camera Manual Library (engl. u. a.) — eine hervorragende Quelle, wenn man es genau wissen will. Hier sind Hunderte von Original Bedienungsanleitungen versammelt. Hier kann man sich die Details der unterschiedlichen Modelle “rausfummeln”. Da die Anleitungen meist mehrsprachig sind, gibt es auch eine Menge deutscher Informationen.
  • M39/LTM-Objektive für die Zorki-Kameras (dt.) — ein bißchen was zu preisgünstigen Objektiven mit M39-Anschluß.
  • Und natürlich Youtube mit einer Unmenge an persönlichen Einschätzungen, gefühlt mit einem Schwerpunkt bei der R2A.

Zusammenfassung zur Voigtländer Bessa

Wer jetzt auf der Suche ist, sollte also genau hinsehen — meist hat es leider einen Grund, warum manches Modell ein Schnäppchen zu sein scheint. Nach Aktenlage bin ich nun kein Experte geworden, aber die Hauptlinien sind ungefähr so einzustufen:

  • Bessa L: keinen eingebauten Sucher (muß aufgesteckt werden), manuelle Belichtungssteuerung mit eingebautem Belichtungsmesser (Lichtwaage), keine Einstellhilfe zum Scharfstellen; ursprünglich wird dieses Modell in einigen Märkten auch als Cosina SW-107 vertrieben.
  • Bessa T: nur Meßsucher (Entfernungseinstellung, rangefinder), manuelle Belichtungssteuerung über Lichtwaage, Sucher (viewfinder ) für den Bildausschnitt muß aufgesteckt werden (wobei der Meßsucher ja durchaus eine Zielhilfe sein müßte).
  • Bessa R: Meßsucher, wahlweise manuelle oder automatische Belichtungssteuerung, Sucher mit einblendbaren Rahmen für unterschiedliche Brennweiten; Achtung, diverse Ausstattungsvarianten.

Bei CameraQuest’s Classic Camera Profiles findet sich das Voigtlander Cosina Bessa Chart I, das die Modelle Bessa L, Bessa T, Bessa R und Bessa R2 berücksichtigt.

Damit man Wechselobjektive sinnvoll nutzen kann, muß es wohl eine “R” werden, A oder M? Und was für ein Objektiv? Gibt es noch einen Trick zur Kostensenkung? Fortsetzung folgt…

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