Mein neuer Monitor — mit IPS und LED Backlight für die Bildbearbeitung

Seit ein paar Tagen zickt mein Zweitmonitor — es ist an der Zeit, sich nach einem passenden Ersatz umzusehenFlachbildschirm unter 100 Euro (Quelle: Amazon). Obwohl es Flachbildschirme bereits unter 100 Euro gibt, sollte er auch zur Bildbearbeitung taugen — allerdings auch kein Spezialmonitor für 1.400 Euro sein.

Flachbildschirme mit 22 Zoll gibt’s schon unter 100 Euro — aber taugen die zur Bildbearbeitung? (Quelle: Amazon)

Gerade bei der Recherche sind zwei Monitore kein übertriebener Luxus: Links Browser, rechts Textverarbeitung oder bei den vielen Einstellfeldern von Lightroom und Photoshop. — Vor zehn Jahren muß ich dazu eine spezielle Grafikkarte kaufen (Matrox Dualhead), heute unterstützen die meisten von Haus aus zwei Geräte. Doch worauf sollte man achten, wenn man ihn (hobbymäßig) zur Bildbearbeitung nutzen möchte?

Spontan denke ich mir, daß ich einfach genau den gleichen Monitor kaufe, den ich vor etwa zwei Jahren ebenfalls als kurzfristigen Ersatz angeschafft habe: LG Flatron W2242T (“Glückskauf” rein nach Größe und Budget bei “Real” zum Mitnehmen). Obwohl “nur” mit einem TN-Panel ausgestattet, liefert er ein hervorragendes Bild, keine Probleme mit Blickwinkel oder Farbverschiebungen und taugt m. E. auch gut zur Bildbearbeitung — blöd nur, daß er neu nicht mehr erhältlich ist.

Qual der Wahl

Das bedeutet: Qual der Wahl. Denn: Flachbildschirme mit 22 Zoll gibt’s schon unter 100 Euro (z. B. Amazon), wobei es nach oben fast keine Grenzen gibt. Wie immer stellt sich die Frage, “was brauche ich” und “ist teuerer auch besser”? Am “Nerd-Stammtisch” bekomme ich die Empfehlung “HP ZR2440w” — der ist mir mit etwa 360 Euro für eine kurzfristige Anschaffung allerdings zu nah an der oberen Preisgrenze. Ich erhalte bei der Gelegenheit aber auch den Hinweis auf das Monitor-Test-Portal Prad.deinside display technologies.

Wichtig ist, daß man sich vor der weiteren Recherche im Klaren ist, was man braucht — und was nicht. Viel zu oft läßt sich der Kunde von der Featureritis anstecken, auch eine Kostengrenze sollte man sich vorher setzen:

  • primär Office-Gebrauch (Textverarbeitung, Internet)
  • gelegentliche Fotobearbeitung (Lightroom)
  • IPS-Panel
  • LED-Beleuchtung (Backlight)
  • 22 oder 24 Zoll
  • mattes Display, mattes Gehäuse
  • VGA und DVI, ggf. HDMI
  • Budget: um die 200 Euro

Engere Auswahl

Wenn man nach dem o. g. Hewlett-Packard sucht, findet man oft auch einen Hinweis auf Dell UltraSharp sowie in den Kundenrezensionen dazu wiederum Hinweise auf LG. Gutes Preis-Leistngs-Verhältnis beim LG IPS235V (Quelle: Amazon)Ändert man die Vorgabe “24 Zoll” auf “bis 24 Zoll” tauchen bei der Recherche plötzlich interessante 23-Zoll-Kandidaten auf: Dell U2312HM (Test vom 7.11.2011, Preis bei Amazon ca. 190 Euro) sowie LG Flatron IPS235V (Test vom 19.12.2011, Preis bei Amazon ca. 165 Euro).

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim LG IPS235V
(Quelle: Amazon)

Neben den sehr auf Technik ausgerichteten Tests bei Prad lese ich auch recht aufmerksam die Kundenrezensionen bei Amazon, wo oft die Usability im Vordergrund steht. Dort lese ich zunächst die negativen Einträge, wo man möglicherweise Hinweise auf Schwachstellen findet — unerläßlich ist dabei natürlich ein Dummschwätzer-Filter, der sich z. T. in der Nützlichkeitsbewertung wiederspiegelt.

Obwohl es lange 50/50 mit leichtem Vorteil für den Dell steht, entscheide schließlich für den LG IPS235V (den Vergleich der technischen Daten möge man bitte in den Quellen nachlesen). Warum?

  • Der Standfuß wird zwar als wackelig kritisiert (und ist es auch), aber ich habe meine Monitore nicht auf dem Schreibtisch, sondern “entkoppelt” auf einem Regal stehen. Das hilft außerdem die Höhe einzurichten und schafft noch etwas Platz auf dem Schreibtisch. Die bessere Ausstattung des Dell brauche ich also nicht.
  • Das OSD und die Bequemlichkeit der Einstellungen benutze ich erfahrungsgemäß nur einmalig bei Inbetriebnahme, so daß mir der Komfort egal ist. — Dem LG werden dagegen gute Grundeinstellungen bescheinigt.
  • Der Dell hat zusätzlich einen USB-Hub. Nützlich für reine Büroanwendung in Firmen, mir aber zu wenig, weil ich bereits einen 10-Port-Hub habe. Außerdem finde ich seitlich angebrachte Anschlüsse unpraktisch.
  • Beim Dell wird sowohl bei Prad als auch bei Amazon die zu hohe Grundhelligkeit kritisiert. Wenn man also in einem relativ dunklen Raum sitzt (gerade im Winterhalbjahr), besteht Blendneigung. Außerdem wird gelegentlich ein Fiepen bei weniger als 100 Prozent Helligkeit bemängelt.

Bestellt habe ich wie immer beim Amazon direkt (Achtung, nicht mit Marketplace verwechseln), weil ich bei Umtausch und Service durchweg gute Erfahrungen gemacht habe. Auch ohne Prime oder Expreß-Zuschlag ist das Gerät am nächsten Tag da gewesen (bei Bestellung am Vormittag).

[Update]

Erster Eindruck: Sehr gut. Wie in den Rezensionen bemängelt, ist der Standfuß sehr wackelig, was bei mir — wie beschrieben — keine Rolle spielt. Mitgeliefert werden ein VGA- sowie ein DVI-Kabel, so daß es auch keine Probleme mit der Grafikkarte gibt. Außerdem gibt’s Strom direkt per Kabel ohne “Backstein” dazwischen.

Mit dem Bildeindruck bin ich ebenfalls sehr zufrieden — jetzt, im direkten Vergleich sieht mein alter Monitor nun allerdings ziemlich blaß aus…

[Update II ]

Obwohl der LG-Monitor kalibriert ausgeliefert wird, wäre der nächste Schritt sich mehr mit Farbmanagement auseinander zu setzen. Dazu gehört dann ein Colorimeter wie beispielsweise ein Spyder3Express (Vergleichstabelle ).

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