Makrofotografie — 3 einfache Wege zum Einstieg. [Video-Tutorial]

Makrofotografie ist ein spannendes Thema — und längst nicht so kompliziert, wie viele Anfänger annehmen. Ich stelle dir drei einfache Wege zum Einstieg vor. Mit diesem Grundlagenknowhow kannst du erste Erfahrungen sammeln und dich dann tiefer in das Thema einarbeiten.

In dem Video stelle ich Hardware vor, erläutere die Idee dahinter und zeige natürlich einige Beispielfotos (ca. 24 Minuten, HD). Auch wenn ich mich oft auf Canon beziehe (weil ich damit fotografiere), funktionieren die hier genannten Methoden grundsätzlich mit allen Spiegelreflex- oder Systemkameras. Wenn du die Wahl hast, ist eine Festbrennweite einem Zoomobjektiv vorzuziehen — sonst ist es auch kein Beinbruch. Die Kosten reichen von gratis bis zu bezahlbaren Hilfsmitteln für unter 100 Euro.

Die Beispielbilder — im Video und hier im Artikel — sind alles Schnappschüsse, die ich während der Dreharbeiten “nebenbei” frei Hand aufnehme. Wenn du dir entsprechend Zeit nimmst und vernünftigerweise außerdem ein Stativ verwendest, kannst du auch mit diesen einfachen Mitteln noch viel mehr erreichen.

Ich schildere alle Methoden nach besten Wissen und Gewissen. Natürlich kann immer irgendetwas schiefgehen, du experimentierst natürlich auf eigene Gefahr. Alle Angaben ohne Gewähr. Produktlinks führen zu Amazon.

Achte bei deinen ersten Versuchen besonders auf Schärfe/Fokussierung und Verwacklung, denn da läßt sich im Nachhinein leider nicht mehr viel korrigieren. Bei der Belichtung gibt es — RAW vorausgesetzt — dagegen mehrere Blenden Spielraum.

Umkehrring/Retroadapter

Die einfachste Methode ist, das Objektiv einfach umgekehrt vor das Kameragehäuse zu halten. Du erzielst damit einen erstaunlich großen Abbildungsmaßstab und mußt keinen Pfennig dafür ausgeben. Wenn dir das zu wackelig ist, kannst das Objektiv mit Hilfe eines Umkehrringes bzw. Retroadapters auch ordentlich befestigen.

Hinweis: Vorsicht bei AF-Objektiven, damit die Antriebsmotoren durch die mechanische Belastung nicht beschädigt werden!

70 mm in Retrostellung.

70 mm in Retrostellung.

Bei einigen Kameras muß eventuell “Auslösen ohne Objektiv” aktiviert werden. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst gibt es auch Schutzdeckel für die Rückseite und seit neuestem sogar mit einer elektronischen Übertragung (Canon), so daß zumindest die Exif-Werte übertragen werden.

[Tipp] Da die einfachen Ringe in der Regel unbeschriftet geliefert werden,verwende ich für die Angabe des Durchmessers einen weißen Lackstift .

Fehlende Exif-Daten kannst du beispielsweise in Lightroom von Hand per Lens Tagger nachtragen.

Nahlinse (close up)

Wenn dir die Retro-Möglichkeit zu wackelig ist, kannst du eine sogenannte Nahlinse verwenden. Sie wird einfach vor das Objektiv geschraubt, alle gewohnten Einstellmöglichkeiten bleiben erhalten. Es gibt sie als preisgünstiges Set oder als hochwertige Speziallinse “Achromat“.

Nahlinse mit +2 Dioptrien.

Nahlinse mit +2 Dioptrien.

Wenn du unsicher bist, kaufe den größten benötigten Durchmesser und verwende dann für kleinere Objektive Step-Down-Adapter bzw. Reduzierringe. Diese lassen sich auch noch für andere Zwecke nutzen, beispielsweise für ebenfalls teure Filter wie ND1000 oder Polarisation.

Zwischenring

Bei einem “normalen” Objektiv ist die Vergrößerung begrenzt, weil es nicht weit genug ausfahren kann. Mit Hilfe von Zwischenringen kannst du den Auszug verlängern. Es gibt sie ohne und mit Elektrik zur Übertragung von Steuerung und Exif-Daten. Es gibt auch Modelle für MFT und andere Systeme. Auch die Kamerahersteller bieten welche an, zum Beispiel 12er und 25er von Canon. Ich verwende die 13 mm gerne frei Hand unterwegs.

Makroaufnahme mit 21-mm-Zwischenring.

Makroaufnahme mit 21-mm-Zwischenring.

Fazit

Dieser Beitrag und das Video geben dir einen Überblick grundsätzlicher Möglichkeiten für einen leichten Einstieg. Ausführlich nachlesen kannst du es in meinem E-Buch “Makro-Fotografie: Einstieg in 5 ganz einfachen Schritten.“. Mit dem Thema “Braucht man ein Makroobjektiv?” habe ich mich natürlich auch schon befaßt. Sicherlich werde ich Details nach und nach in weiteren Videos erläutern, insbesondere sinnvolles Zubehör sowie spezielle Techniken wie beispielsweise Focusstacking.

Für den Infotext unter den Bildern verwende ich übrigens ein angepaßtes “Technische-Daten-Preset” für Lightroom, in der Bibliothek muß man dazu in den Metadaten das IPTC-Feld Beschriftung (caption) ausfüllen.

 

Gefilmt mit Sony QX10, Ton extern über Lavaliermikrofon mit Puschel wegen der Windgeräusche (und fummeliger manueller Synchronisierung).

 

Sämtliche gezeigten und verwendeten Produkte stammen aus Privatbesitz.

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