Lightroom — Workflow [V]: Exportieren statt Speichern.

Wenn man mit Lightroom arbeitet, muß man sich zum Teil umgewöhnen, obwohl manche Dinge so angenehm sind, daß einem diese Umgewöhnung gar nicht auffällt: Bei Photoshop oder Word drücke ich nach einer gewissen Zeit immer Mal [Strg]-[S] (für Speichern), um sicher zu gehen, daß mir ein wichtiges Bild bzw. Text nicht verloren geht. Bei der Arbeit mit Lightroom muß man nicht speichern — und ich habe auch gar nicht das Bedürfnis, weil ich “nondestruktive RAW-Bearbeitung” im Hinterkopf habe und vieles interaktiv geht. Lightroom speichert dabei keine (bearbeiteten) Bilder, sondern nur Einstellungen und Bearbeitungsschritte, die auf das RAW-Bild angewandt werden (auch Rezepte genannt).

Trotzdem stellt sich irgendwann die Frage, wie man ein Foto aus Lightroom wieder “heraus bekommt”, sei es für die Website oder für eine Ausbelichtung. Das Exportieren ist bei Lightroom das, was viele Nutzer im Sinne von Speichern erwarten: Erst jetzt wird eine neue Datei erzeugt, die man weitergeben kann und unabhängig vom Programm selbst ist. Genau dann und nur für diesen Zweck sollte man diese zusätzliche Datei erzeugen und es wie den Drucker als Output betrachten.

Ein Export speichert BIlder außerhalb von Lightroom.

Ein Export speichert Bilder außerhalb von Lightroom.

Ganz zu Anfang arbeitet man über “Exportieren | Exportieren…”, wobei man in ein Einstellformular gelangt in dem man verschiedene Parameter einstellen kann.

  • Ausklappmenü “Exportieren auf:”
    E-Mail, Festplatte, CD/DVD
  • Dateneinstellungen
  • Bildgröße
  • Ausgabeschärfe
  • Metadaten
  • Wasserzeichen
  • Nachbearbeitung

Das kann ganz schön mühsam sein, bei jedem Bild extra solche Einstellungen vornehmen zu müssen, vor allem, wenn man sie für unterschiedliche Zwecke ändern möchte. Doch schon auf der linken Seite winkt Lightroom mit dem Zaunpfahl, wie man mit “Lightroom-Vorgaben” den Vorgang vereinfachen kann. Mit einem Klick auf eines der Presets links, kann man rechts die Einstellungen entsprechend ändern. Die vorgegebenen Presets sind allerdings nicht besonders originell, so daß man sie nur für allererste Schritte nutzen kann. Gleich darunter gibt es die “Benutzervorgaben” bei denen man eigene Presets anlegen kann.

Vielfalt mit eigenem Preset

Wie bei anderen Funktionen, ist die rein technische Handhabung gar nicht so kompliziert. Vielmehr sollte man sich vor dem Losklicken zur inhaltlichen Seite Gedanken machen und zwei oder drei Szenarien vorstellen, erproben und im Laufe der Zeit überarbeiten. Die Kunst liegt darin, die o. g. Parameterabschnitte den Ansprüchen entsprechend zu nutzen. Los geht’s bei “Datei | Exportieren” oder über das Kontext-Menü (rechter Mausklick auf das Foto) “Exportieren | Exportieren…”. — Die wichtigsten Schritte:

  1. Zuerst muß man den Speicherort für die exportierten Bilder einstellen. Da sie dort nur vorübergehend residieren, ist es wichtig, daß man sie griffbereit hat. Ich verwende dazu einen “Lightroom Export”-Ordner direkt auf dem Desktop.
  2. Nicht immer ist die maximale Qualität gefragt, manchmal ist sie wegen der daraus resultierenden Dateigröße sogar hinderlich. Ob für die Website oder für unterwegs auf dem Smartphone oder Tablett-PC kann man unter “Dateieinstellungen” die Vorteile der verlustbehafteten JPG-Komprimierung nutzen und dort sogar die Stellschraube auf 80 “Prozent” drehen (je nach Art der Bilder ist manchmal sogar die Einstellung “45” noch brauchbar). Den Effekt unterstützen kann man, in dem man außerdem die absolute “Bildgröße” reduziert. Wenn man Bild und Ausgabegerät optimal aufeinander abstimmt, kann man so aus 20 Megabyte auch 500 Kilobyte machen, was nicht nur Platz spart, sondern durch schnelleres Laden/Anzeigen auch Zeit.
  3. Die Kür für Bilder, die auf Webseiten landen, ist das “Wasserzeichen“. Dies kann man gerade zu Anfang schnell als getippten Text einblenden lassen. Als fortgeschrittener Nutzer bastelt man sich eine Logo-Grafik, die dann automatisch in die Bilder montiert wird.

Mit “Hinzufügen” kann man dann die aktuellen Einstellungen des Export-Formulars als eigens Preset übernehmen, es ist also kein komplizierter vorhergehender Installationsprozeß notwendig. Zu Anfang muß man für die richtigen Einstellungen sicherlich ein wenig tüfteln und Erfahrungen sammeln.

Von Fotobuch bis Diaschau

Neben dem oben beschriebenen Export einzelner Fotos gibt es noch einige andere Wege, Bilder aus Lightroom heraus zu bekommen. Obwohl sie sogar eigene Menüpunkte haben, ist der Nutzen m. E. allerdings begrenzt:

  • Buch
  • Diashow
  • Drucken
  • Web

Darüber hinaus ermutigen Veröffentlichungsdienste, Bilder direkt ins sogenannte Social Web zu stellen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß man diesbezüglich gerade bei Personenabbildungen auf Grund von Persönlichkeitsrechten Vorsicht angebracht ist, zumal mancher “Dienst” zusätzlich den üblichen Datenschutz mit Füßen tritt. Unter besonderen Umständen können Einschränkungen auch bei Gebäuden oder Kunstwerken bestehen. Sobald man Bilder außerhalb seines privaten Schuhkartons verwendet, muß man sich leider auch mit rechtlichen Aspekten befassen.

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