Lightroom — auf einen Klick ganz anders: Was taugen Belichtungs-Presets?

Lightroom macht intensiv davon Gebrauch, individuelle Einstellungen in Vorgaben (engl. Presets ) zu speichern. Dies nutze ich beispielsweise bei den Export-Einstellungen, wo ich für jeden Zweck ein entsprechendes Preset habe: kleines JPG fürs Fotoalbum auf dem Handy oder maximales TIFF zur Ausbelichtung beim Dienstleister.

Meine Lightroom-Vorgaben: Original, Lomo-Effekt, Farbnegativ und Rahmen.

Meine Lightroom-Vorgaben: Original, Lomo-Effekt, Farbnegativ und Rahmen.

Adobe liefert allerdings auch einige Entwicklungs -Vorgaben mit. Für den Anfang kann man damit brauchbare Ergebnisse erzielen, doch wie gut es klappt, hängt auch vom Ausgangsmaterial ab. Es verwundert mich deshalb ein wenig, wenn in FB-Gruppen oder Foren nach Presets für Lightroom gefragt wird und dann in bestimmten Quellen auch gleich Hunderte davon zum Download angeboten werden. — Wieso ich da skeptisch bin…


Wie funktioniert ein Preset?

Einerseits läßt Lightroom dem Nutzer viele Freiheiten und unterscheidet sich so von einfachen 1-Klick-Programmen. Andererseits ist es lästig, ständig alle Optionen von Hand einstellen zu müssen. Selbstverständlich nutze ich dazu Presets und empfehle sie ständig. Allerdings bin ich skeptisch, wenn (Belichtungs-) Presets weitergegeben werden sollen.

Dazu muß man verstehen, wie solche Vorgaben bei Lightroom funktionieren. Es handelt sich quasi um Makros, die die Regler der rechten Seitenleiste im Entwickeln-Modul in der Regel auf absolute Werte einstellen. Etwa 90 Prozent meiner normalen Bildbearbeitung erledige ich in den Grundeinstellungen, um Belichtung, Kontrast, Lichter/Tiefen oder die Farbtemperatur einzustellen. Inzwischen beherrsche ich meine Kamera soweit, daß Bilder die bei “normalen” Lichtverhältnissen aufgenommen werden, kaum bearbeitet werden müssen (also viele Regler der Grundeinstellungen praktisch unverändert bleiben). Aus Schulungen weiß ich aber, daß es bei anderen (Hobby-) Fotografen ganz anders aussehen kann (also viele Regler stark angepaßt werden müssen). — Wenn der nun ein Preset von mir verwenden würde, das in irgendeiner Form die Grundeinstellungen betrifft, würde entweder sein Bild versaut oder der Effekt des Presets verpuffen!

Ein Preset entwickeln

Da mich das Thema natürlich interessiert — und in wie weit ich vom Know-how anderer Presets profitieren kann — spiele ich ein wenig herum. Eine umfangreiche Sammlung installiere ich zum kostenlosen Test — und verwerfe sie gleich wieder: die auf Masse getrimmten Presets sind unübersichtlich und m. E. wenig effektiv.

Übetragbar: Preset ohne Grundeinstellungen.

Übetragbar: Preset ohne Grundeinstellungen.

Stattdessen überlege ich mir, was funktionieren könnte. Ein fremdes/externes Preset, das mit unbekanntem Bildmaterial gute Ergebnisse erzielen kann, muß so ausgelegt sein, daß es nicht mit neuralgischen Punkten kollidiert — also möglichst ohne Veränderung der Grundeinstellungen auskommt. In einem Preset kann (und muß) man genau angeben, welche Einstellungen berücksichtigt werden sollen. Das wird nicht automatisch erkannt, und so muß man wissen, was man tut.

Im Beispiel für meinen Farbnegativ-Look sind die Einstellungen der Gradationskurve und der Teiltonung entscheidend (rote Rahmen), der Bereich der Belichtungsgrundeinstellungen (gelber Kasten) bleibt dagegen völlig unberührt. Die Prozeßversion spielt m. W. nur bei den Grundeinstellungen eine Rolle und kann in diesem Fall ignoriert werden.

Darauf basierend habe in den vergangenen Wochen einige Presets entwickelt, die wahrscheinlich auch bei anderen Nutzern gut funktionieren könnten:

Fliegenpilz Original Fliegenpilz mit Rahmen im Projektorlook Fliegenpilz mit Lomo-Effekt. Fliegenpilz im Farbnegativ-Look.

Original, Projektor-Look, Lomo-Effekt oder Farbnegativ-Look.

Bis zu einem gewissen Grad kann man diese Presets auch miteinander kombinieren, wobei überraschende Wechselwirkungen natürlich nicht ausgeschlossen sind.

Ein Preset installieren

Preset -- auf einen Klick ganz anders.Wie gesagt, bisher arbeite ich mit Presets nur zum eigenen Gebrauch — wie bekommt man sie nun von einem Rechner auf den anderen? Ich fasse die Dateien aus dem Verzeichnis LightroomDevelop Presets zu einem ZIP-Archiv zum kostenlosen Download zusammen.

Preset — auf einen Klick ganz anders.

Beim Import in dein eigenes Lightroom kann der komplette Ordner auf einmal verarbeitet werden: rechter Mausklick auf irgendeine der Vorgaben und dann Importieren.

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