Lightroom Statistik: Ich weiß, wie du fotografierst…

Wir alle lieben Statistik — obwohl es in vielen Fällen die Grundlage von unerwünschter Manipulation sein kann. Gerade stoße ich auf ein Browsertool, das Lightroom und Statistik zusammenbringt.

The Analytics Dashboard For Lightroom wertet die Katalog-Datei statistisch aus.

The Analytics Dashboard For Lightroom wertet die Katalog-Datei statistisch aus.


Lightroom-Katalog

Das Tool nennt sich Lightroom Dashboard. Es ist allerdings kein Dashboard — Schalttafel, “Armaturenbrett” — zur Steuerung von Lightroom, sondern zur Auswertung des Lightroom-Katalogs und heißt deshalb genaugenommen “The Analytics Dashboard For Lightroom“. Die Handhabung ist denkbar einfach und kommt auch dem Datenschutz entgegen: Man muß die Katalogdatei einfach auf das Browserfenster ziehen. Auch wenn von Upload die Rede ist, wird die Datei nach Angabe des Entwicklers nicht auf einen Server übertragen, sondern nur lokal im Browser ausgewertet was praktisch augenblicklich geschieht.

Tipp: Wie die Datei genau heißt und wo man sie findet, kann man direkt in Lightroom unter “Bearbeiten | Katalogeinstellungen | Allgemein” nachsehen. Es gibt sogar eine Schaltfläche, die zum entsprechenden Verzeichnis auf der Festplatte führt. Die Datei heißt in der Regel Lightroom x Catalog.lrcat, wobei das x für die verwendete LR-Version steht.

Statistische Auswertung

Ich habe LR Dashboard problemlos mit Katalogen von Lightroom 4, 5 und 6 ausprobiert, so daß man sich schon etwas wundert, warum sie in Lightroom selbst untereinander nicht kompatibel sind (bis auf neue Features). Ohne weitere Bedienung erscheint eine umfassende statistische Auswertung, wie man sie auch vom Bibliotheksfilter für die Metadaten schont kennt (aber nicht so schön). Dabei werden folgende Daten angezeigt:

  • Monthly Photo Volumes (Anzahl monatlicher Fotos)
  • Camera Statistics (Kameras)
    • most used (beliebteste Kamera)
    • total cameras (Kameras insgesamt)
    • favourite ISO (häufigste ISO)
    • Auflistung von Kameras
  • ISO usage (ISO-Nutzung)
  • Lens Statistics (Objektive)
    • most used (Lieblingsobjektiv)
    • total lenses (Objektive insgesamt)
    • favourite aperture (beliebteste Blende)
    • Auflistung von Objektiven
  • Aperture Usage (Blende)
  • Focal Length Usage (Brennweite)
  • File Statistics (Dateiformate)
    • total files (Gesamtzahl Dateien)
    • total cameras (Gesamtzahl Kameras)
    • favourite resolution (häufigste Auflösung)
    • file format usage (Dateiformate)
    • bit depth usage (Bittiefe)
  • Resolution Usage (Auflösung)

Fazit

Ein Bild sagt mehr als tausend Wort und so sieht man sein Archiv aus einer neuen Perspektive. Den größten Nutzen hat jemand, der nur mit einer Kamera bzw. einem Kameratyp fotografiert. Dann kann man tatsächlich etwas über das eigene Fotografierverhalten und Nutzung des Equipments erfahren.

Wer schon etwas länger dabei ist, wünscht sich eine Filtermöglichkeit, weniger wegen zu vieler Daten, sondern zur besseren Differenzierung. Da ich nicht mehr zwischen “guten” und “schlechten” Kameras unterscheide, sondern sämtliche Bilder in Lightroom verwalte, werden rund 30 Kameras erkannt. So kann ich bei der monatlichen Anzahl der Bilder nicht ablesen, wie oft ich tatsächlich die aufwendige (teure) Spiegelreflexausrüstung verwende oder ob eine hohe Bildzahl auf Schnappschüsse mit der Smartfon-Kamera zurückzuführen ist, wo dann auch Bilder zur Dokumentation von Notizen dabei sind. Auch bei der Brennweite gibt es zur Angabe “35 mm” leider großen Interpretationsspielraum: Bei Kleinbild (Vollformat) handelt es sich um ein leichtes Weitwinkel, bei APS C ist es ein “Normalobjektiv” und bei 4/3 sogar schon ein leichtes Tele, Bei Handy- oder Schnappschußkameras kommt diese Brennweite in der Regel gar nicht vor. Die Information nutzt also nur, wenn ich auch weiß, an welche Kamera es angeschlossen war bzw. es handelt sich ja um unterschiedliche Hardware.

Da es sich um die erste öffentliche Version handelt, lohnt es öfter Mal nach Neuigkeiten Ausschau zu halten. Vielleicht baut der Entwickler ja einige unserer Vorschläge ein, denn schließlich ist er ja auch aktiv und mit mehreren unterschiedlichen Kameras unterwegs.

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