Lightroom quick & dirty: Farbige Vignette.

Eigentlich ist eine Vignettierung ja ein Objektivfehler, der im Bild zur Abschattung von Randbereichen führt. Weil dies bei alten Kameras häufiger vorkommt, verbindet sich damit zum Teil ein romantisches Gefühl von Nostalgie, weshalb man heute diesen Fehler absichtlich erzeugt, wenn ein Foto auf alt gemacht wird.

Mit dem Radial-Filter geht's auch farbig.

Mit dem Radial-Filter geht die Vignette auch farbig.

In Lightroom gibt es dazu in der Entwicklung unter Effekte die Funktion “Vignett. nach Freistellen”. Wie man sie verwendet und daraus sogar einen Rahmen zaubert, erkläre ich in “In Lightroom Rahmen oder Filmprojektor-Look gestalten” (auch als Video-Tutorial). Jetzt wurde ich gefragt, ob das auch in bunt geht…

Die oben genannte Vignette bietet leider nur zwei Einstellungen: Abdunkeln nach schwarz oder Aufhellen nach weiß, wobei die Bildteile jeweils komplett verschwinden. Seit LR 5 gibt es einen radialen Verlaufsfilter, der sich geradezu als Alternative anbietet. Anders als bei echten Vignette kannst du den Mittelpunkt beliebig im Bild setzen. Prinzipiell ziehst du damit erstmal eine Ellipse auf, hälst du gleichzeitig [?], wird daraus ein Kreis, zusammen mit [Alt] wird der Klickpunkt zum Randpunkt.

Einstellungen für den radialen Verlaufsfilter.

Einstellungen für den radialen Verlaufsfilter.

Wo kommt die Farbe her? Lightroom bietet keine Malfunktionen, doch einen Trick à la quick & dirty: Wir mißbrauchen den Weißabgleich, der über “Temp.” und “Tönung” alle Farben zur Verfügung stellt. Die Farbmischung erfolgt so, wie wir es schon aus dem Kindergarten kennen — also fleißig an den Reglern drehen. Es ist allerdings ein Färben und kein Überstreichen, so daß du keine leuchtend-klaren Farben bekommst. In meinem Beispiel ermöglicht der neutrale Hintergrund ein passables Ergebnis. Du kannst zwar über die Belichtungseinstellungen den Hintergrund immer weiter abdunkeln, aber das Ergebnis variiert stark. Nicht selten entsteht eher eine schmuddelige Farbe oder es wird ebenso schwarz wie bei der “normalen” Vignette.

Wie stark diese Vignette in Erscheinung tritt, steuerst du über die “Weiche Kante” im unteren Teil der Einstellungen. Damit man den Effekt besser erkennt, habe ich im Beispiel eine relativ harte Grenze eingestellt, es ist aber auch ein weicher Übergang möglich. Neben dem imitierten Objektivfehler bietet solch eine Vignette natürlich auch die Möglichkeit, den Blick zu führen. So kann man aus der Vignette auch ein Spotlight machen.

Diese Art Vignette ist tatsächlich nur ein Trick, um mit Hausmitteln gelegentlich so etwas auszuprobieren. Das Ergebnis hängt stark vom Bildaufbau ab, wobei freigestellte Produktbilder schon ganz gut geeignet sind. Willst du stärker eingreifen, bleibt dir leider nichts anderes übrig, als zusätzlich ein Bildbearbeitungsprogramm vom Schlage Photoshop einzusetzen. Mit PS Elements kann man mit Aktionen preisgünstig einsteigen, Gimp ist eine leistungsfähige Alternative, die darüber hinaus kostenlos ist.

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