Lightroom: Geotagging per GPS-Track.

In Lightroom gibt es ein Kartenmodul mit dem man Bilder mit GPS-Koordinaten auf einer (Welt-) Karte anzeigen lassen kann. Darüber hinaus kann man dort Bilder nachträglich einfach per drag & drop verorten (geotaggen). Das klappt in der vertrauten Region auch ganz hervorragend, zumal Geo-Koordinaten nicht für wirklich jedes Foto notwendig sind.

GPS-Track für einen Spaziergang, hier zum Beispiel Cordoba.

GPS-Track für einen Spaziergang, hier zum Beispiel Cordoba.

Wenn man jedoch auf (Welt-) Reise ist, wird eine nachträgliche Zuordnung kniffelig. — Entweder kaufst du eine Kamera mit eingebautem GPS oder nimmst einen sogenannten GPS-Logger mit. Dann kannst du deine Fußstapfen per Mausklick den Bildern zuordnen.


Brotkrumenspur: GPS-Daten bearbeiten

Ein GPS-Logger — wie beispielsweise der bewährte M-241 von Holux — dient nicht der Navigation, sondern zeichnet lediglich GPS-Daten (also Längengrad und Breitengrad) zusammen mit der genauen Uhrzeit auf, gern auch als Brotkrumenspur bezeichnet. Über Abgleich mit den in den Fotodateien ebenfalls gespeicherten Uhrzeiten kann dann eine Position zugeordnet werden. Dazu gibt es eine Menge hilfreicher Programme mit denen du die Bilddateien direkt mit den GPS-Daten im Exif versehen kannst: Weil ich dies schon lange mache, verwende ich zur Bearbeitung des aufgezeichneten Tracks mit “EasyGPS” (Windows) zwar eine relativ alte, aber zuverlässige Software (die vor allem mit wenig Klickibunti direkt mit meinem Garmin Geko kommunizieren kann), empfehlenswert für reine GPS-Logger ist “BT747“. Als universelles Tool zur Umwandlung gibt es beispielsweise “GPS Babel” (für Windows, Mac OS und Linux). Je nach eingestellter Trackingart und Empfangsqualität (die ja gerade in Städten schwierig ist) kann man seinen Weg mehr oder weniger genau nachvollziehen.

Tipp: In vielen Geräten bzw. entsprechender Software kann man zwei Arten der Aufzeichnungscharakteristik einstellen: Entweder nach Zeit (z. B. alle 10 Sekunden) oder nach zurückgelegter Entfernung (z. B. alle 30 Meter) einen Punkt speichern. Für Spaziergänge und Wanderungen empfiehlt sich das Intervall nach Entfernung, damit nicht unnötig viele Punkte aufgezeichnet werden, wenn man mal Pause macht.

GPS nach Lightroom importieren

Wenn du deine Bilder direkt mit Geodaten versiehst, werden sie in Lightroom automatisch übernommen. Es ist aber auch möglich, die separat von einem GPS-Logger aufgezeichnete Spur direkt in Lightroom zu verarbeiten. Dazu gibt es in der Kartenansicht eine Importfunktion.

In Lightroom wählst du am besten erstmal die Bilder bzw. den Ordner aus, der mit Hilfe eines GPS-Tracks bearbeitet werden sollen. Dann zur Karte wechseln, wo es unterhalb der Kartendarstellung eine Zickzack-Linie für die Trackauswertung gibt. Dort zuerst den vorbereiteten Track importieren, der i. d. R. sofort in der Karte als blaue Linie angezeigt wird. Als nächstes im selben Ausklappmenü die Funktion “X ausgewählte Fotos automatisch taggen” auswählen. Theoretisch reicht nun ein Klick, um alle Bilder dem Track zuzuordnen.

Vorbereitung vermeidet unnötige Arbeit

In der Praxis weist die gleich zu Anfang angebotene Zeitkorrektur auf den Knackpunkt dieser Art der Verortung hin: Die Bilder werden an Hand des Datums und der genauen Uhrzeit den aufgezeichneten Wegpunkten des GPS-Tracks zugeordnet, die ebenfalls Datum und Uhrzeit speichern. Das erfordert, daß die Uhren der beteiligten Geräte möglichst synchron laufen und die Software darüber hinaus eine gewisse “fuzzy logic” benötigt, wenn sich keine sekundengenauen Übereinstimmungen feststellen lassen. In der Praxis gibt es diesbezüglich allerdings einige Störfaktoren:

  • Ist die Kamera auf Sommerzeit eingestellt, gilt im Ausland vielleicht eine andere Regelung?
  • Erkennt das GPS die richtige Zeitzone und berücksichtigt es ggf. Sommerzeit o. a. Unsinn? Gerade bei Auslandsreisen muß man ggf. die Kamera manuell umstellen (oder sich zumindest den Zeitunterschied merken), während ein GPS dies häufig auf Grund der selbst ermittelten Positionsdaten selbständig macht.
  • Gibt es generell eine Abweichung vielleicht sogar im Datum oder im Minutenbereich? Während ein GPS vom Satelliten immer mit einer supergenauen Zeitangabe versorgt wird, kann eine Kamerauhr auch schlicht falsch gehen.

Tipp: Da mein GPS-Gerät eine Übersichtsseite mit Längengrad, Breitengrad, Datum und Uhrzeit anzeigen kann, mache ich davon ein Foto und habe so unverlierbare, eindeutige Referenzdaten für Position und Zeit im Bild sowie in den Exif-Daten der Kamera.

Wenn man jetzt damit anfängt sich mit dem Thema zu beschäftigen, kann man gut vorher darauf achten und ggf. alles abgleichen. Die Korrekturmöglichkeit “Zeitzonenversatz” in Lightroom ist leider ziemlich simpel und wünscht eine Minutenkorrektur praxisfern als Dezimalbruchteile einer Stunde. Da ist es effektiver, den Track ggf. extern in einem Spezialprogramm vorzubereiten. Bei zeitlich weit zurückliegenden Bildern/Tracks sollte man aber vorsichtig sein. Mein abgebildeter Test-Track ist zwar plausibel, aber bei stichprobenweiser Überprüfung gibt es einige Abweichungen im Detail (die ich sogar mit Google Streetview überprüfe). Ich lösche deshalb einen Teil der Daten wieder, da m. E. falsche Angaben schlimmer als fehlende sind: Über Bilder markieren und mit “Foto | GPS-Koordinaten löschen” wird man GPS-Daten wieder los. Sicherheitshalber wird gefragt, ob nur aus dem gerade angezeigten Bild oder allen ausgewählten.

Was passiert eigentlich mit den (versuchsweise) importierten Tracks, mülle ich mir jetzt damit die Lightroom-Datenbank zu? Wie es aussieht, werden die Tracks nur temporär fürs Zuordnen verwendet und lediglich die Zugriffspfade zur Original GPX-Datei gespeichert, nicht die Daten selbst. Wenn man die Dateien behalten möchte, sollte man sich dafür einen festen Archivordner suchen, zum Beispiel “GPS-Tracks” direkt auf der Fotoarchiv-Festplatte. Man kann die GPS-Dateien auch löschen oder verschieben, denn nach einer Zuordnung werden sie in Lightroom nicht mehr gebraucht, sie sind nicht interaktiv mit den Bildern verbunden (es verschwinden dann nicht etwa die Positionsangaben, wohl aber die Tracks in der Landkarte).

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