Lightroom: Farbnegativ-Analog-Look [Video-Tutorial]

Lightroom ist zur RAW-Entwicklung und Verwaltung von Fotos gedacht und soll nicht Photoshop & Co. Konkurrenz machen. Trotzdem möchte man gelegentlich doch ein bißchen herumspielen.

Digitalbild als klassisches Farbnegativ mit Lightroom.

Digitalbild als klassisches Farbnegativ mit Lightroom entwickelt.

Dieser kleine Workshop zeigt, wie man in weniger als 5 Minuten ein beliebiges Farbbild in ein Farbnegativ mit der typische orange-braunen Maskierung umwandelt.

Während bei einem Schwarzweißbild die Sache mit dem Negativ ganz klar ist — schwarz wird weiß, weiß wird schwarz — sieht es bei einem Farbbild etwas anders aus: Bei einem “Negativ” werden jeweils Komplementärfarben zugeordnet. So wird beispielsweise blau zu gelb oder rot zu cyan. Dazu gibt es in Lightroom allerdings keine spezielle Funktion, aber einen Trick: Man muß nur die Charakteristik der Gradationskurve im RGB-Kanal auf den Kopf stellen.

Farben negativ wandeln als Gradationskurve. Orange Maskierung eines Farbnegativs.

Farben “negativ” wandeln als Gradationskurve.
Orange Maskierung eines Farbnegativs als Teiltonung.

Überraschung, wenn du jetzt das Bild in anderen Modulen noch nachbearbeiten möchtest: Mit der umgedrehten Gradationskurve verhalten sich einige Regler ebenfalls umgekehrt.

Für die charakteristische orange-braune Markierung ist eine andere Funktion notwendig: die Teiltonung. Dort brauchst du diesmal keine spezielle Abstimmung, sondern jeweils nur zwei simple Werte einzustellen: Farbton “35” für braun/orange und Sättigung auf 100.Farbkreis mit Komplementärfarben.

Komplementärfarben

Im Filmvorführerforum erklärt F. Wachsmuth im Beitrag “Die Farbnegativmaske – Freund und Feind” was es mit der orange-braunen Maskierung eines Farbnegativs auf sich hat (es sind streng genommen zwei Schichten, nämlich in gelb und magenta…). Die zu Grunde liegenden praktischen Aspekte der Massenverarbeitung scheinen so ganz nebenbei meine Ansicht zu bestätigen, aus Qualitätsgründen möglichst direkt vom (Farb-) Negativ zu scannen, statt von einem “Abzug” (siehe “Farbnegative scannen” und “Mit Lightroom analoge Bilder archivieren.”).

Um den Charakter der Farbtupfer in der Filmschicht nachzuahmen greife ich zum Schluß nochmal in die Trickkiste (im Tutorial nicht berücksichtigt) und wähle unter “Effekte” die Funktion “Körnung”.Zugabe: Mit Körnung Farbpartikel hervorheben.

Zugabe: Mit Körnung Farbpartikel hervorheben.

Mit den Einstellungen Stärke 50, Größe 30 und Unregelmäßigkeit 20 bin ich ganz zufrieden. — Zum Schluß mache ich mir daraus natürlich insgesamt ein Preset (Vorgabe), da man dieses Verfahren ziemlich gut auf fast alle Bilder anwenden kann und ich keinen Klickarm bekommen möchte.

Das Ausgangsbild für den Workshop Farbnegativ... Farbnegativ aus Schwarzweißfoto.

Das Ausgangsbild für den Workshop sowie
ein “Farbnegativ” aus einem Schwarzweißfoto….

Wie im Tutorial erläutert, geht es hier nur um den Effekt, das “look & feel”. Man kann leider nicht den umgekehrten Weg gehen, um aus einem echten — z. B. abfotografierten — Farbnegativ ein klares Positiv zu entwickeln. Wenn man nicht so genau hinsieht, kann man diese Einstellungen aber auf ein Schwarzweißbild anwenden, da die orange Maskierung so dominant ist.

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