Lightroom: Eigenes Preset anlegen und bearbeiten.

In meinem Beitrag “Unperfekte Fotos: Lomo-Effekt mit Lightroom” deute ich bereits an, daß ich diese Bearbeitung als Grundlage für ein Lightroom-Preset verwenden möchte (in der deutschen Version werden sie “Vorgabe” genannt). Es geht darum, den Einfachkamera-Effekt eines echten Plastik-Objektivs mit Hilfe von Lightroom nachzuahmen. Und damit man sich bei einer Fotoreihe nicht die Finger wundtippt, soll ein Preset die Arbeit vereinfachen.

Preset für Lomo-Effekt in Lightroom.

Preset für Lomo-Effekt in Lightroom.

Vorbereitungen

Dazu zunächst eine Beschreibung der Anforderungen, die m. E. den sog. Lomo-Effekt ausmachen:

  • Vignettierung
  • Farbstich
  • Unschärfe

Der Farbstich wird über die “Teiltonung” Einstellungen für den Farbstich als Teiltonung.erzielt. Anders als bei meiner Bearbeitung eines Marienkäfers wird kein Schwarzweiß-Zwischenbild erstellt. Andere Farbtöne sollen ja durchaus erhalten bleiben, aber etwas gedämpft/verfälscht werden. Der Effekt wird deshalb direkt auf das farbige Foto angewandt. Im Sinne eines Presets überlege ich mir dazu einigermaßen “universelle” Einstellungen: Lichter sollen bläulich werden (kommt oft dem Himmel zu Gute), Schatten eher rot/braun (für Gebäude oder Natur). Die “Sättigung” regelt die Stärke der farblichen Überlagerung. Über “Abgleich” kann man außerdem die Gewichtung verändern.

Die Vignettierung kann man in Lightroom über das Vignettierung in LightroomFormular “Effekte” einstellen. Da es eine schwarze Abschattung werden soll, wird der Regler “Betrag” nach links bewegt (nach rechts würde es eine weiße Ausblendung ergeben). Über “Weiche Kante” kann man den Übergang steuern.

Unschärfe möchte ich als globale Einstellung nicht hinzufügen, da das Bild dadurch schnell unbrauchbar wird. Allerdings wird eine Absenkung des Kontrastes oft ebenfalls als Unschärfe empfunden. Zusammen mit der Belichtung kann man diesbezüglich abschließend Feineinstellungen vornehmen.

Preset anlegen

Solche Einstellungen nimmt man selbstverständlich nicht im “luftleeren Raum” vor, sondern erprobt sie an einem geeigneten Ausgangsbild. Ein Preset wird daraus, in dem man die Bildbearbeitungseinstellungen unabhängig von dem bearbeiteten Bild speichert — und anschließend per Mausklick auf jedes andere Bild übertragen kann (in Microsoft Office den Formatvorlagen bzw. dem Formatierungspinsel ähnlich). Das ist möglich, weil Lightroom nicht unmittelbar das Bild verändert, sondern sich nur die Bearbeitungsschritte merkt (diese am Bildschirm aber als Vorschau anzeigt).

Wenn man sich im “Entwickeln”-Modul befindet, liegen links die “Vorgaben” (Presets), die Lightroom von Haus aus mitbringt. Um aus den aktuellen Einstellungen nun selbst ein Preset zu machen, klickt man schlicht auf das “+” im Kopf dieser Liste. Es erscheint ein Einstellformular, in dem oft schon alle möglichen Häkchen gesetzt sind (je nachdem, was im Laufe der Bearbeitung angefaßt wurde). Oft ist es sinnvoll, erstmal auf “Nichts auswählen” zu klicken, um sich auf die tatsächlich notwendigen Einstellungen konzentrieren zu können.

Unter “Vorgabenname” trägt man einen prägnanten Begriff ein, bei Experimenten eventuell um kleine Hinweise ergänzt (zum Beispiel “helle Motive”) — keinesfalls “Test” o. ä. Damit man gerade beim Ausprobieren nicht den Überblick verliert und insb. mißlungene Presets besser auffinden und löschen kann, sollte man sich außerdem unter “Ordner” ein eigenes Verzeichnis für eigene oder nachträglich geladene Presets anlegen (dies ist natürlich nur beim ersten Mal notwendig, später muß man an dieser Stelle im Ausklappmenü den entsprechenden Ordner auswählen).

Preset in Lightroom anlegen

Preset (Vorgabe) in Lightroom anlegen.

Unter “Einstellungen” kommt dann das entscheidende: Statt alles mögliche ins Preset zu packen, gibt es — hier für den Lomo-Effekt — nur ein Häkchen für “Teiltonung” sowie eines für “Effekte | Vignettierung nach Freistellen”. Auf Wunsch von Lightroom bleibt “Prozessverion” aktiviert, ggf. kann man zu Gunsten einer vereinfachten Bearbeitung zusätzlich “Automatische Tonwertkorrektur” verwenden. Mehr sollte man aber nicht vorgeben. — Das Anlegen und Verwenden ist natürlich universell möglich, “Lomo” ist hier nur ein Beispiel. Sinnvoll wäre beispielsweise ein Preset zur Anpassung manueller Objektive, die nicht von der automatischen Objektivkorrektur von Lightroom berücksichtigt werden können (siehe auch “foreign lens”).

Jetzt kann man bei der Bearbeitung diese Einstellungen wie alle anderen Vorgaben per Klick in die Liste auf ein anderes Bild übertragen. Ein Preset kann auch überarbeitet werden.Sollten die Einstellungen nicht passen, kann man jederzeit auf der rechten Seite wie gewohnt eingreifen und die Einstellungen des Presets korrigieren.

Ein Preset kann auch überarbeitet werden.

Ergeben sich beim Ausprobieren bessere “Standardeinstellungen”, kann man das Preset auch aktualisieren: Nach einem rechten Mausklick auf den Namen des Presets erscheint ein Kontext-Menü. Dort kann man über “Mit den aktuellen Einstellungen aktualisieren” die neuen Werte in das ursprüngliche Preset übertragen. Außerdem findet sich in diesem Menü auch die Möglichkeit die Einstellungen zu exportieren und so anderen zugänglich zu machen bzw. Presets von Heft-CDs oder Internetseiten einzupflegen.

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