Kostenlose Visitenkarten bei “Wir machen Druck”

Das ist vor ein paar Jahren Mode, daß man “an jeder Ecke” kostenlose Visitenkarten bekommt. So spendiert Simyo dem Neukunden gratis Karten, wenn man nur einen bestimmten Link anklickt (auch wenn es nur 20 Stück sind). Auch Vista Print druckt damals kostenlos — wenn du auf der Rückseite einen kleinen Werbehinweis akzeptierst (ein dezenter Einzeiler). Auch heute noch wirbt das Unternehmen mit “kostenlosen”, aber hinter dem Sternchen verbergen sich zum Teil erhebliche Versandkosten. Und ohne Zuschlag dauert auch die Lieferung…

Bei der Gestaltung auch auf Beschnitt achten.

Bei der Gestaltung auch auf Beschnitt achten.

Wenn man das sehr umfangreiche Angebot der Druckerei “Wir machen Druck” inspiziert, findet man dort ebenfalls das Angebot kostenloser Visitenkarten. Bei der Bestellung tauchen zwar kurz 1,90 Euro für den Versand auf, aber auch die werden als Rabatt gleich wieder abgezogen — gibt es einen Haken?

Ein bißchen anders ist es schon. Bei Wir machen Druck handelt es sich um eine Druckerei. Sie ist zwar auf Privatkunden mit kleinen Auflagen ausgerichtet, bietet aber keinen Klickbaukasten zum Designen von sonstwas.

Druckvorlage

Egal, ob kostenlose Visitenkarte oder sonstwas, du mußt die Vorlage komplett selbst erstellen. Auch das ist Bezahlung durch Eigenleistung. Für Visitenkarten arbeitest du am besten in einer Bildbearbeitung wie Photoshop & Co. Mit folgenden Einstellungen kannst du loslegen (findet man in Produktdetails):

  • Farbraum als CMYK anlegen
  • Datenformat auf 6,1 x 9,1 cm einstellen

Das ergibt rundum einen Beschnittrand von 0,3 cm bei einem Nettoformat der Visitenkarte von 5,5 x 8,5 cm (mit blauen Linien markiert). An Hand der blauen Beschnittlinien richte ich das Bild aus und plaziere den Text.

Produkdetails für die Visitenkarte

Produktdetails für die Visitenkarte.

Innerhalb dieser Vorgaben kann man sich frei austoben. Das Ergebnis speicherst du für dich als PSD (damit du es weiterverwenden kannst) und exportierst es als PDF in Kopie (ohne Sperenzchen). Der beidseitige Farbdruck bezieht sich auf den Preis für kostenlos: auf die Rückseite wird das Logo des Anbieters gedruckt. Das ist etwas leider auffälliger als es anno dazumal Vista Print macht, wie sich später zeigen wird.

Tipp: Wann immer es geht, verwende im Programm die Funktion “Speichern oder Exportieren als PDF” statt es separaten PDF-“Druckers”. So bietet beispielsweise Libre Office direkt das von Druckereien bevorzugte PDF/A-1a (ISO 19005-1). Das klappt meist besser als der Umweg über “Drucker”.

 

Upload & Bestellung

Am 22.9. um 14 Uhr beginne ich Bestellung und Upload. In meinem Chrome-Browser macht der Multiuploader keinen Mucks. Es gibt etwas versteckt einen Link zu einem Dateibrowser. Auch dort dreht sich die Sanduhr, nach einem Refresh der Seite wird die Datei als hochgeladen angezeigt. Mit Firefox geht’s besser, aber die Homepage wird ständig verbessert, denn später treten die Probleme nicht mehr auf. — Jetzt heißt es abwarten…

Um 16 h kommt die Auftragsbestätigung, bereits um 19 h die Mitteilung “versendet und abgeschlossen” — am selben Tag! Jetzt bin ich natürlich auf die Lieferung gespannt. Immerhin habe ich heute morgen noch überlegt, ob ich das Angebot als Test für mein Buchprojekt ausprobieren sollte. In konventionellen Druckereien wäre vor ein paar Jahren noch ein Vorlauf von mehreren Wochen notwendig gewesen — und garantiert nicht “für umsonst”.

Lieferung & Qualität

Am 27.9. steckt ein Umschlag im Briefkasten — fünf Tage inkl. Wochenende, das ist fix. Es ist nicht ein übliches Kästchen, sondern eher eine Pralinenschachtel mit fünf Fächern. Der erste Eindruck ist gut, wenn auch die Farben etwas abweichen — was bei dieser Gestaltung aber akzeptabel ist.

Der Beschnitt ist allerdings enttäuschend: Ich habe den Eindruck bzw. verglichen, daß es nicht rundherum 3 mm Toleranz gibt, sondern primär rechts und unten abgesäbelt wird. Damit ist die Schrift nicht mehr mittig und eine Schulter amputiert. Wirklich ärgerlich ist dabei, daß meine Telefonnummer (die ich bei o. g. Abb. als Datenschutz weggelassen habe), fast schon unten aufsetzt und nahezu rechtsbündig erscheint, was unangenehm auffällt.

Gratis Visitenkarte von Wir machen Druck.

Gratis Visitenkarte von “Wir machen Druck”.

Auf der Rückseite ist als Preis für “gratis” vierfarbig das Logo der Druckerei mit zusätzlichem Werbetext angebracht und nimmt fast die Hälfte der Rückseite ein — da war Vistaprint damals dezenter. Die Kritik mag “für umsonst” ein wenig pingelig erscheinen, es stellt sich aber die Frage, ob meine Vorlage der Grund ist oder ob ich bei einer kostenpflichtiger Bestellung mehr Sorgfalt erwarten kann.

Fazit

Mit einer kostenlose Visitenkarte generiert “Wir machen Druck” einen Kundenkontakt und ein potentieller Kunde kann sich einen Eindruck vom Bestellvorgang und der Qualität verschaffen. Auf Grund der soliden Eigenleistung ist das Angebot tatsächlich kostenlos, sogar ohne Versandkosten und mit fünf Tagen Lieferzeit auch noch sehr schnell. Das Logo ist trotz “umsonst” viel zu groß, da mancher Empfänger denkt, ich wäre Mitarbeiter des Unternehmens. Notfalls passen die kleinen Etiketten aus meinem Brother QL-500 als Cover mit Zusatztext.

Das Angebot der Druckerei ist wahnsinnig umfangreich. Es bietet nicht nur Klassiker wie Flyer oder Geburtstagskarten, sondern auch Rubbellose, Fototapete, Magnetfolie oder Fahnen. Für mich ist dies auch ein Testballon, um Know-how für den Druck eines Buches in Eigenregie zu sammeln.

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