Kindle: Lohnt sich Duokan?

Mit dem Kindle revolutioniert Amazon den E-Reader-Markt, weil ein ziemlich gutes Gerät zu einem guten Preis geboten wird — wobei ich vor allem an die E-Ink-Modelle denke (für die “Fire” lege ich dagegen meine Hand nicht unbedingt — ach, du weißt schon…).

Allerdings versucht Amazon den Kunden an den eigenen Shop zu binden und richtet den Kindle auf das hauseigene E-Buch-Format AZW aus, das auf MOBI (-Pocket) basiert. Das konkurrierende System ePUB bleibt außen vor. Für manchen der Grund “wutentbrannt” irgendein anderes Produkt zu kaufen, obwohl es auch dort Kundenbindung dieser Art gibt (allerdings bei meist deutlich weniger Auswahl).

Es gibt eine Menge Wege mit diesem Problem umzugehen. Einer davon: Wenn man das Gerät schon ein paar Tage hat und etwas experimentierfreudig ist, kann man das Betriebssystem des Kindle entsprechend “anpassen” — oder sogar bis zu einem gewissen Grad ersetzen. Duokan heißt das Stichwort.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe es nicht installiert und kann deshalb keine konkrete Anleitung dazu geben. Nach ein paar Tagen Recherche belasse ich es bei einer Quellensammlung. Warum?

Ich finde den Ansatz interessant, zumal nicht die Original Kindle Software verändert, sondern quasi ein zweites OS parallel installiert wird. Man kann beim Booten sogar wählen oder es später wieder entfernen (ein wenig vergleichbar mit den CHDK-Tools für Canon-Kameras). Doch der Nutzen ist beschränkt, denn Duokan erweitert den Kindle nur um die Möglichkeit, ePUB-Bücher und Bilder in einem RAR-Archiv anzeigen zu können. Demgegenüber stehen nicht nur Probleme mit Umlauten, sondern auch viele Informationen und Einstellungen, die erstmal nur auf Chinesisch verfügbar sind.

Nichtsdestotrotz möchte ich mir das System einmal ansehen. Es gibt sogar eine spezielle Website “Duokan“, die sogar auf Englisch ist. Leider sind dort Information eher rar, zum Beispiel eine genaue Aufstellung der Funktionen. Das sieht nicht nach einer seriösen Download-Seite aus...Auch der Download führt auf eine chinesische Seite — mit einer Fehlermeldung, die nach einer “Übersetzung” nichts Gutes verheißt.

Das sieht nicht nach einem vertrauenswürdigen Download aus…

Die Suche nach einer anderen Download-Quelle gestaltet sich durchaus schwierig, da viele Links lediglich auf o. g. Quelle verweisen. Über drei Ecken bekomme ich die Datei, bin aber mißtrauisch, nachdem mir vorher mehrmals ein “Download-Manager” untergejubelt werden soll.

WARNUNG: Bei vielen angeblich unabhängigen Download-Portalen wird nur scheinbar das Archiv angeboten. Vielmehr wird gerade in diesem Fall ein sog. “Download-Manager” heruntergeladen (erkennbar, daß die Datei oft nur um die 500 Kilobyte hat). Da es dazu technisch keinen Grund gibt, ist Vorsicht geboten. Das Original hat ungefähr 61 Megabyte.

Trotz Experimentierfreude scheint mir der Aufwand nicht gerechtfertigt, zumal mein Archiv aus einer nicht eindeutigen Quelle stammt. Da bleibe ich lieber beim “Jailbreak” und erweitere ihn um ein Launchpad. — Weitere Informationen zu Duokan:

  • Die Chip berichtet in einer kleinen Fotostrecke über die Installation von Duokan und die wichtigsten Funktionen.
  • Viele Info findet man wie immer bei MobileRead, “show spoiler” klappt übrigens immer Zusatzinformationen heraus.
  • Eine Anleitung, die erst auf Englisch beginnt und dann buchstäblich Chinesisch verkommt, findet sich unter “Open EPUB on kindle without conversion“.
  • Eine weitere Anleitung: How to Install Duokan Lite on Kindle 3.3 – Detailed Instructions.

 

Wer Erfahrungen aktuelle mit Duokan hat, kann gern in einem Gastbeitrag darüber berichten.

 

[Update]

Wenn man sich fast täglich damit beschäftigt, sind die Alternativen klar, für die anderen kurz die Stichworte:

  • Calibre wandelt unabhängig von Firmwarehacks die Buchformate (solange sie ohne DRM sind) und ist auch für andere E-Book-Reader und viele andere Aufgaben verwendbar. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge einfacher Konvertierungsprogramme, z. B. von Hamster.
  • FBreader bzw. fbKindle bringen ePUB über einen “normalen” Jailbreak.

Comments

comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.