Ja, doch, nein, ja — so kurz kann ein Interview sein.

Sie sind ziemlich ätzend, die “Interviews” mit Sportlern unmittelbar nach einem Spiel. Aber auch die Fragen, wenn ein Politiker auf dem Sprung ist können nach hinten losgehen. Ein schon legendäres Beispiel ist das Interview von Friedrich Nowottny mit Willy Brandt für den “Bericht aus Bonn” 1972.

Ja, doch, nein, ja…

Kurze und eindeutige Antworten, wie man sie von Politikern sonst selten bekommt, doch “irgendwie” auch nicht so gewollt. Aber Herr Nowottny hat es auch provoziert, wenn er die Fragen so formuliert, daß eine ja/nein-Antwort nahe liegt. Für ihn und den Bericht aus Bonn nicht sehr ergiebig und gefährlich nahe an einer Suggestivfrage. Aber so bleibt er immerhin im vorgegebenen zeitlichen Rahmen.

“Und Sie haben dem Präsidenten keine Lösung von unserer Seite aus mit auf den Rückweg geben können? — Doch.” — Entweder fragt man gleich mit “Welche Lösung…” oder nutzt dies wenigstens zum Nachfragen. Dies gilt m. E. auch für “Haben Sie ihm die Termine genannt, die so wichtig sind, die Termine der Festlegung Wechselkurse der D-Mark? — Nein.”. (In einem zweiten Filmausschnitt erläutert Nowottny noch kurz die näheren Umstände.) — Schon das Grinsen Brandts nach der zweiten Frage hätte Nowottny mißtrauisch machen müssen.

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