Ist der Kobo E-Reader aus dem Ebay-WOW eine Alternative zum Kindle?

Heute gibt es als Ebay-WOW den E-Reader Kobo Glo in schwarz oder silber für 119 Euro. Kobo E-Reader bei Ebay (Quelle: Ebay)Und viele Leute werden wieder fragen: Soll ich lieber den kaufen..? Auf den ersten Blick ist er mit dem Kindle Paperwhite oder dem Tolino vergleichbar, allerdings nicht unbedingt preisgünstiger.

Kobo E-Reader bei Ebay
(Quelle: Ebay)

Wenn es um das Thema E-Buch geht, fallen viele Interessenten auf einen Denkfehler hinein und gehen von der Hardware aus, einzelnen technischen Funktionen oder oft sogar nur vom Design. Dabei bedeutet der Kauf die Entscheidung für ein System


E-Book mit System

Grob gesagt gibt es drei “Biotope”, die zum Teil mit dem heiklen Thema DRM zusammenhängen:

  • iTunes von Apple
  • Kindle von Amazon
  • ePUB von Adobe

Das erste — iTunes — kommt für mich persönlich wegen der starken Bindung und des insgesamt restriktivens Auftretens der Fa. Apple nicht infrage. Ohne jetzt für diesen kleinen Beitrag eine komplette Marktanalyse machen zu wollen, vermute ich insgesamt auch ein “überschaubares Angebot”, wenn auch Apple oft überproportional präsent erscheint.

Kindle — im AWZ-/MOBI-Format — ist an Amazon gebunden. Nach meiner Einschätzung gibt es dort nicht nur das mit Abstand größte Angebot, sondern Amazon fördert durch KDP auch geschickt Selbstverleger und den “Niedrigpreisbereich”, so daß dann die Einschränkungen des DRMs erträglich bleiben.

Viele Unwissende behaupten, daß ePUB das einzig freie Format sei. Richtig ist, daß mehrere Hardware-Hersteller wie beispielsweise Sony, Kobo, TrekStor, Tolino usw. und mehrere Verlage auf dieses Format setzen, doch mit einem “Kopierschutz” ist es genauso an ein Gerät gebunden, wie bei den anderen Systemen. Schlimmer noch, unter Umständen muß man je nach Bezugsquelle/Shop mehrere IDs (Accounts) pflegen und ist letztlich an Adobe gebunden. Und insgesamt hat man auch nicht mehr Auswahl als bei Amazon, titelbereinigt vermutlich sogar weniger. Außerdem kommt man als Selbstverleger zur Zeit kaum auf die entsprechenden Vertriebsplattformen ohne zusätzlich kostenpflichtig eine Agentur einzuschalten.

Übrigens: Die oft als E-Buch assoziierten PDFs sind auf einem typischen E-Reader mit 6 Zoll meist schlecht lesbar und können ebenfalls mit einem Kopierschutz ausgestattet werden, der meist nur mit der fetten Reader-Software von Adobe funktioniert und nicht mit den schlanken Alternativen à la Foxit.

Fazit — E-Book

Allen gemeinsam ist, daß man mit DRM versehene Bücher zwischen den Welten nicht ohne weiteres austauschen kann: Wer also ein paar Bestseller bei iTunes gekauft hat und dann auf den Kindle wechseln möchte, kann seine alte Bibliothek prinzipiell komplett abschreiben. Leider kann man auch mit ungeschützten Büchern nicht unmittelbar zwischen den Welten wechseln, muß dann mit Hilfe von Tools wie Calibre oder Hamster die Formate umwandeln.

Wer — beispielsweise auf Grund der Arbeitsmarktpolitik — keine abgrundtiefe Abneigung gegen Amazon hat, wird m. E. beim Kindle landen: Mit ca. 49 Euro hat man ein sehr günstiges und gutes Einsteigergerät (in Aktionen sogar nur 39 Euro), mit dem Paperwhite ein technisch führendes (z. Zt. 129 Euro, in Aktionen schon bei 99 Euro). Unabhängig von einer E-Reader-Hardware kann man das Buchangebot über kostenlose Software/Apps auch am Desktoprechner oder Tablett-PC nutzen, wie ich es gelegentlich bei Fachbüchern mache, wenn mir 6 Zoll zu klein sind ohne schlicht die Farbe fehlt (m. E. auch für iPad-Nutzer die flexiblere Möglichkeit).

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