Image Fulgurator manipuliert Fotos

Mit einem etwas provokativen Titelbild macht Julius von Bismarck auf sein sehr interessantes Projekt “Image Fulgurator” aufmerksam, Image Fulguratordem Aparat zur minimal-invasiven Manipulation von Fotographien.

Image Fulgurator von J. v. Bismarck (Quelle/Screenshot a. a. O.)

Dahinter steckt nicht nur ein künstlerisches Projekt, sondern auch eine interessante Technik: Was auf den ersten Blick wie ein Paparazzo-Gewehr für verdeckte Schnappschüsse aussieht, entpuppt sich als raffinierter Projektor…

Das Grundgerüst bildet eine — ausgediente, weil umgebaute — Spiegelreflexkamera mit einem Teleobjektiv. Doch was zunächst wie eine Schulterstütze aussieht, ist ein Blitzgerät. Und dort, wo normalerweise der unbelichtete Film entlang geführt wird, liegt ein bereits fertiges Bild — dem Projekt entsprechend ein eher grafisch orientierter Schriftzug oder Symbol.

Das ist ja alles schon ganz schön ungewöhnlich — doch wozu das ganze, wenn man damit für den Bruchteil einer Sekunde ein Bild projizieren kann? Des Rätsels Lösung liegt im Auslösemechanismus, denn der Blitz wird nicht von der Kamera, sondern von einem Sensor durch andere Blitzgeräte ausgelöst (“slave”-Funktion).

Immer noch “???” — jetzt kommt der künstlerische Teil: Bismarck postiert sich an Orten, wo viel fotografiert wird und er eine Botschaft an den Mann bringen kann. Machen Leute nun Blitzfotos beispielsweise von Maos Portrait, finden sie auf ihrem eigenen Foto zusätzlich eine Friedenstaube, neben dem Papst prangt ein großes “No” und Herr Wowereit hat ein O2-Logo am Revers. Vor Ort ist von diesem Treiben kaum etwas zu bemerken… Es wird also auf diesem Wege eine Botschaft in fremde Fotos geschmuggelt, was im Zeitalter der Digitalkameras mit “gleich angucken” oft zu verwunderten Gesichtern führt. Damit er von dem Projekt auch selbst ein paar Bilder bekommt, muß er parallel mit einer normalen Kamera Fotos machen.

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