Ich hab’ jetzt Lightroom 8

Kaum habe ich nach einer gewissen Reifezeit mein Buch zum Workflow auf Version 7 aktualisiert, haut uns Adobe den nächsten großen Download um die Ohren. Je nachdem, wie man die Notation interpretiert, ist es sogar ein Upgrade, denn die Version heißt jetzt Oktober 2018 bzw. Lightroom 8 (mit “Camera Raw 11.0”).

Lightroom Upgrade 8

Jetzt gibt’s offiziell Lightroom 8.

Vom Funktionsumfang liegt es m. E. zwischen Update und Upgrade (https://helpx.adobe.com/de/lightroom/help/whats-new.html – Inhalt kann sich mit weiteren Updates ändern!). Es sind keine reinen Bugfixes, aber auch keine Knallerfunktionen – wie beispielsweise das von mir vorgeschlagene Focusstacking, das sich in der Makrofotografie zum Standard mausert. Darüber hinaus kommen einige neue Funktionen nur einem Teil der Nutzer zu Gute.

  • Mit Tiefenbereichsmaskierung wird eine weitere Maskierungsmethode angekündigt. Diese steht allerdings nur für HEIC-Fotos (High Efficiency Image Container) mit eingebetteten Tiefen-Map-Informationen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein von Apple mit iOS 11 bzw. MacOS High Sierra eingeführtes proprietäres Format (Windows 10 soll es automatisch unterstützen können, ab Build 17123). Es soll datensparsames JPG und Informationstiefe von RAW zusammenbringen. Soweit ich es beurteilen kann (ich habe leider keine Testfotos vorliegen), allerdings möglichst Social-Media-kompatibel und damit eher klein als kompliziert.
  • Tethering für Canon ist logischerweise nur für Canon-Nutzer interessant und dort wohl auch eher für Studiofotografen. Ich selbst habe zwar Canon, verwende zur Fernauslösung bevorzugt entsprechende Funktechnik oder Smartfon-Apps.
  • Panorama und HDR in einem Rutsch vereinigt die schon vorhandenen Funktionen zu einem Arbeitsgang. Dazu werde ich für diesen Spezialfall bei Gelegenheit ein paar Testaufnahmen machen… — Wer wie Fotofreund Uli aufwendige Kugelpanoramen macht, verwendet sowieso eine andere Software als Lightroom.
  • Zu guter Letzt gibt es eine neue Prozeßversion (Version 5). Sie soll sich besonders für Bilder mit hohen ISO-Werten lohnen und Dunst entfernen verbessern.

Wie du siehst, bin ich nicht sonderlich beeindruckt. Für mich persönlich sind die Funktionen entbehrlich, ein separates kostenpflichtiges Upgrade hätte ich wahrscheinlich nicht gekauft — was wohl der Grund für Adobes Zwangsabo ist. Lediglich das Update der Prozeßversion halte ich bei RAW für sinnvoll, empfinde ich aber eher als Produktpflege.

[Kommentar] Auch wenn es wie immer Feature-Zähler gibt, die jedes Detail für unverzichtbar halten und auf ihre jahrelange Profierfahrung mit Photoshop verweisen – ich möchte in Lightroom keinen Wildwuchs, wie er sich jetzt ankündigt! Wenn immer mehr Features für Spezialfälle oder „künstlerische“ 1-Klick-Aktionen drangestrickt und reingefummelt werden, wird diese geniale Software genauso kompliziert und träge wie Photoshop & Co. Es ist allerdings zu befürchten, daß aus Marketinggründen genau dies gemacht werden muß, denn wie soll man sonst die ständigen Zahlungen in ein Abo rechtfertigen? Zum Glück wachen andere RAW-Entwickler gaaanz laaangsam auf und es zeichnen sich Alternativen ab. Und: Konkurrenz belebt das Geschäft und manchmal profitiert auch der Nutzer davon.

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