Gratis Bild-Zeitung — nein, danke!

Schon seit Jahrzehnten mißbraucht die Deutsche Bundespost unsere Briefkästen, indem dort ungefragt Werbung als Postwurfsendung landet, oft getarnt als “Info” oder pseudopersonalisiert “an alle interessierten Bewohner”. Vor ein paar Jahren ist der Springer-Verlag auf die Idee gekommen, die “Bild”-Zeitung zu besonderen Ich möchte keine kostenlose Bild-Zeitung (Quelle: Selbstauskunft.net)Anlässen zu “verschenken”.

Ich möchte nicht Springers Profit mehren.
(Quelle: Selbstauskunft.net)

Doch ganz so selbstlos ist diese Aktion nicht, durch die riesige Auflage für ca. 40 Millionen Haushalte wird Springer bei den Anzeigenkunden gut Kasse machen (eine gansseitige Anzeige in dieser “kostenlos”-Ausgabe soll den Werbekunden ca. 4 Millionen Euro kosten…). Ich möchte nicht dazu beitragen und keine Bild-Zeitung in den Briefkasten gestopft bekommen, auch nicht “kostenlos”! Zur Fußball-WM oder Mauerfall droht wieder so eine Aktion. Was tun?

Warum die Mühe, und sie nicht ungelesen direkt in die Wertstofftonne entsorgen? Das wäre eine Möglichkeit die Ressourcen umzulenken. Allerdings könnte Springer (Werbekunden gegenüber) behaupten, die Zeitung abgeliefert zu haben. Und: Wer dieses “Geschenk” (scheinbar) annimmt, macht sich m. E. die Inhalte bis zu einem gewissen Grad zu Eigen. Auch als Anzeigenkunde sollte man sich überlegen, ob zumindest diese spezielle Aktion nicht so etwas wie “bad neighbourhood” ist.

Jetzt ist nur noch die Frage wie verhindern? Exemplarisch gibt es eine Aktion von Selbstauskunft.net, einem Unternehmen, das dem Bürger bei Wahrnehmung der Selbstauskunft nach §34 BDSG behilflich ist (was ich bereits erfolgreich ausprobiert habe; ist natürlich auch Eigenwerbung…). Dort kann man formal widersprechen und Selbstauskunft leitet alles gesammelt weiter. Das macht Springer eine Menge Arbeit und schmälert den Profit. Auf der Website sind Grundlagen und Optionen ausführlich erläutert.

Ich will keine kostenlose Bild-Zeitungen! (Quelle: Selbstauskunft.net)

Ich will keine kostenlose Bild-Zeitungen!
(Quelle: Selbstauskunft.net)

Doch mit einem schriftlichen Widerspruch bekommt ausgerechnet Springer frei Haus eine Liste kritischer Bürger (und vielleicht wären ja auch Mitarbeiter oder Kunden dabei). Deshalb entscheide ich mich für den “offline”-Hinweis am Briefkasten. Den kann man als kostenlose Vorlage selbst ausdrucken oder via Freiheitsfoo gegen einen frankierten Rückumschlag als fertigen Aufkleber zuschicken lassen. Auch wenn — oder weil — diese Verweigerung sich vor den Karren von Springer spannen zu lassen nur eine Kleinigkeit ist, sollte man sich darüber einmal Gedanken machen, wie beispielsweise der Kiosk und die Bäckerei, die keine “Bild” mehr verkaufen.

[Update]

Wie es aussieht, droht das nächste “Geschenk” schon Anfang Juni anläßlich der Fußball-WM, es wird also Zeit… Bildblog stellt es gerade so da:

Bitte keine S*** in den Briefkasten. (Quelle: Bildblog)

Bitte keine S*** in den Briefkasten.
(Quelle: Bildblog)

Die oben gezeigte Grafik von Ruthe zum Thema “Keine Bild” gibt’s (leider) auf Facebook.

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