Wundertüte der Bildbearbeitung — Filter G’Mic

Egal ob analog oder digital, mit Filtern kann man Fotos den letzten Schliff geben. Dabei kann man mindestens zwei grundsätzliche Richtungen unterscheiden: Filter, die ein Bild technisch verbessern (z. B. Polarisationsfilter [analog] oder Schärfen [digital]) oder Effekte, die ein Bild verfremden (Gitterfilter [analog] bzw. “Warhol” [digital]). Bei letzteren sollte man allerdings auf der Hut sein, nicht ein mieses Bild durch Augenwischerei mit einem Effekt aufhübschen zu wollen.

G'Mic: Viele Filter mit detaillierter Steuerung.

G’Mic: Viele Filter mit detaillierter Steuerung.

Bei meiner Recherche zum Thema Bildbearbeitung stoße ich auf ein interessantes Konzept mit einer sehr umfangreicher Sammlung von mehreren Hundert Filtern aus einer Hand.

Greyc’s Magic for Image Computing — kurz G’MIC — vereint viele Möglichkeiten unter einem Dach. Dabei kann man dieses Paket auf vielfältige Weise nutzen:

  • C++ Bibliothek
  • Kommandozeile
  • Script
  • Gimp

Zum Glück gibt es auch einen Weg, ohne Informatikstudium in den Genuß der Funktionen zu kommen: Es gibt ein Plugin für Gimp, dem freien Bildbearbeitungsprogramm (auf der sicheren Seite ist, wer die aktuelle Version 2.8 verwendet). Unter “Filter” findet sich ein eigenes Untermenü “G’MIC”.

  1. Arrays & Tiles
  2. Artistic
  3. Black & White
  4. Colours
  5. Deformations
  6. Degradations
  7. Film Emulation
  8. Frames
  9. Layers
  10. Lights & Shadows
  11. Patterns
  12. Rendering
  13. Repair
  14. Sequences
  15. Spectral Filters
  16. Stereoscopic 3D
  17. Testing
  18. Various

Die Filter sind in Rubriken sortiert und umfassen insgesamt fast 650 Filter, wobei sich zusätzlich noch Varianten ergeben, weil zu fast jedem Filter ein Parameter-Formular gehört, in dem man Details steuern kann. Zu jedem Filter wird zunächst eine Vorschau auf das eigene Bild angezeigt (die manchen Effekt leider etwas überzeichnet), die mit “Anwenden” auf den ausgewählten Layer (in der Regel das aktuelle Bild) übertragen wird.

Hope Poster Warhol B&W Stencil BW Stemapunk Pen Lylejk's Stencil Old Photograph Burn Custom Code (global)

Hope Poster (), Warhol (), B&W Stencil (Black & White), BW Steampunk Pen (Black & White), Lylejk’s Stencil (Lylejk), Old Photograph (), Burn (Lights & Shadows), Custom Code (global) (Various)

Wenn man bedenkt, daß auch bei den künstlerischen Filtern (Gruppe “Artistic”) niemand den Effekt an Hand des Motivs steuert, sondern dieser rein auf mathematischen Berechnungen beruht, ist das Ergebnis oft “erschreckend” überzeugend.

Filter Colored Stencil.

Filter Colored Stencil.

Das o. g. Beispiel verwendet “Colored Pencils” aus der Gruppe “Artistic” wobei der Mixer Mode “Lightness” verwendet wird.

Tipp: Man wendet den Filter nicht auf die aktuelle Ebene (Layer) an, sondern läßt damit eine neue generieren. Diese kann man wiederum über die Ebenenverknüpfung in Gimp neu verrechnen, was zu interessanten Ergebnissen führt.

Wenn man keine besonderen Einstellungen vornimmt, dann wird der Filter auf die gerade ausgewählt Ebene angewendet. Layer kombinieren.Das hat zwei Nachteile: Das Original geht verloren (am besten immer non-destruktiv arbeiten) und man verzichtet auf weitere Bearbeitungsmöglichkeiten.

Layer in Gimp kombinieren.

Gerade bei der Bearbeitung von Fotos kann man beispielsweise den Kontrast dezent anheben indem man ein (farbiges) Original mit einem (invertierten) Schwarzweißbild über die Ebenen verknüpft. In diesem Fall kombiniere ich so das Ergebnis der Cored Stencils über “Division” mit dem Original und setze außerdem die Deckkraft auf 85 Prozent. Das Resultat ist wieder ganz anders als der ursprüngliche Filter und verleiht dem Bild einen besonderen Reiz.

Colored Stencils über Division mit Original verknüpft.

Colored Stencils über Division mit Original verknüpft.

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