Firmware-Hacks für Lumix, Casio und Canon

Wenn man bei Produkten zwischen Software und Hardware unterscheidet, vergißt man leicht, daß Software oft ein entscheidender Teil der Hardware ist — dort meist Firmware genannt. Firmware ist eben doch nur Software...Damit ist die grundlegende Steuerungssoftware gemeint, die im mechanischen Zeitalter oft noch aus kompliziert zusammengesetzten Zahnrädchen und Steuerungsblechen besteht.

Firmware ist eben doch nur eine Software…

Bei einer modernen Digitalkamera muß die Steuerungssoftware allerdings oft viel mehr leisten: Entfernungseinstellung und Belichtungsmessung, Bildverarbeitung und Beschreiben der Speicherkarte sind alles Aufgaben, die ein kleiner Computer übernimmt. — Und das ist auch der Ansatzpunkt, um in das System einzugreifen…

Firmware kann und muß änderbar sein, damit Fehler auch nach dem Verkauf durch “Updates” bereinigt werden können. Oder man rüstet eilig Funktionen nach, weil sonst die Konkurrenz die Nase vorn hätte. So sind Firmware-Hacks gar nicht so suspekt, wie es sich zunächst anhört — allerdings finden sie ohne Unterstützung der Hersteller statt, so daß “erratene” Änderungen auch zu Schäden führen können.

Achtung, dieser Beitrag informiert lediglich über die prinzipiellen Möglichkeiten einer Firmware-Änderung. Es wird keine Haftung für Schäden oder rechtliche Konsequenzen übernommen!

Für Firmware-Hacks gibt es unterschiedliche Motivationen: Für die Entwickler ist es die Herausforderung ein Problem zu knacken, für den Benutzer die Möglichkeit, eine alte Kamera nochmals zu neuem Leben zu erwecken. So beziehen sich viele der Hacks auch auf ältere Modelle, wo die “Verlustangst” nicht mehr so groß ist.

Lumix

Seit alle Welt sich einen Fotoapparat kauft um damit zu Filmen, drehen sich viele Hacks um diese Funktionen, zum Beispiel bei der Panasonic Lumix GH1 bzw. GH2: Mit dem “PTool” soll man das 30-Minuten-Limit aufheben sowie weitere Videoformate einstellen können. Die genauen Funktionen muß man sich allerdings aus diversen FAQ zusammensuchen.

Casio

Profis freuen sich, wenn man möglichst viel manuell einstellen kann, Anfängern soll mit sog. Motivprogrammen auf die Sprünge geholfen werden. Unter der Bezeichnung “Best Shot” baut Casio Exilim schon recht früh umfangreiche Presets in die Kameras ein.

Motivprogramme nach Bedarf laden (Screenshot)

Motivprogramme nach Bedarf laden (Screenshot)

Doch was solche Motivprogramme genau anstellen, ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Mit Hilfe des Programmes “BestMan” kann man diese Programme beeinflussen sowie einige Funktionen freischalten. Die Entwickler-Website ist sehr ausführlich und auf Deutsch.

Canon

Wenn eine Kamera weit verbreitet ist, gibt es auch mehr Projekte. Bei Canon gibt es sowohl für die Kompaktkameras als auch die Spiegelreflexmodelle einige Hacks.

  • Für Kompaktkameras wie Powershot & Co. sind die CHDK-Tools die umfangreichsten. Sie verändern nicht die eingebaute Firmware, sondern erweitern sie über eine interne Schnittstelle. Gerade eher einfache Modelle profitieren davon.
  • Bei den Spiegelreflexkameras geht es mit der 300D und dem Wasia-Hack los, der die Kamera fast zu einer 10D macht. Auch der Firmware-Hack “400plus” für Canon EOS 400D hilft dem alten Modell nochmal auf die Sprünge (mit ausführlicher Beschreibung).
  • Das Projekt Magic Lantern widmet sich mehr den Videofunktionen der modernen Modelle wie 500D, 50D, 600D, 60D und 5DmkII. “Dataghost” soll der 40D zu Videofunktionen verhelfen.

Weitere Informationen und Erfahrungen bitte in die Kommentare.

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