Erster Eindruck: gratis Bildverwaltung mit MYNC als Alternative zu Lightroom.

Wohin steuert Adobe mit Lightroom? Wird es eine eigenständige Version 7 geben oder wird Adobe den Nutzer ins CC-Abo zwingen? Offizielle Informationen sind nicht bekannt, da guckt man sich schonmal nach möglichen Alternativen um.

Zum Start gratis: mync zum Download.

Zum Start gratis: mync zum Download.

Eine Lightroom-“Kopie” gibt es bisher nicht, meist basteln die Entwickler von RAW-Software ein bißchen Verwaltung dran, eher à la Bridge und bei weitem nicht so ausgefuchst wie bei Lightroom. Jetzt bietet der Hersteller der Videosoftware Edius 8 Grass Valley ein File-Management-Tool MYNC speziell für Foto und Video an. — Das Schöne daran ist, daß zur Einführung die Basis-Version kostenlos erhältlich ist.

Der Download ist schon auf der Startseite prominent plaziert (Windows 7 bis 10, 64 Bit). Bis voraussichtlich Ende Juni 2017 gibt’s hier die Basis-Version gratis, der Standard kostet von Anfang an rund 50 US-Dollar (später sollen die Preise auf voraussichtlich 60 und 120 Euro steigen). Wie immer heißt “kostenlos” Registrierung als Kunde und kostenloser Download bedeutet leider nicht automatisch kostenlose Nutzung auf Dauer (wie es beispielsweise DxO freundlicherweise mit Vorgängerversionen macht). Hangelt man sich durch die Registrierung, scheint es außerdem eine Begrenzung auf 30 Tage zu geben. Das ist für einen Praxistest mit einem neuen Archiv-Workflow zu wenig. Beim ersten Start werden neben der Seriennummer erneut die Accountdaten der Registrierung abgefragt, das riecht nach viel Überwachung…

Ohne RAW -- keine Alternative...

Ohne RAW wird das nix…

Der erste Eindruck läutet (bei mir) schon das Ende ein: Die RW2 meiner Lumix werden nur als Symbolicon dargestellt, überraschenderweise werden die CR2 meiner Canon dann doch erkannt. Ich habe es jetzt nicht weiter systematisch getestet, was neben JPG und TIF noch geht, aber da sehe ich ja Dank Codec-Pack auf dem normalen Desktop mehr. Und RAW anzeigen heißt nicht automatisch Demosaicing und Entwicklungsfunktionen.

Dafür, daß es sich um eine auf Verwaltung spezialisierte Software handelt, finde ich sie ziemlich unübersichtlich. Die Exif-Daten werden nicht sinnvoll arrangiert, sondern die rechte Seitenleiste damit zugepflastert. In der Ausklappmenüs/Reitern Hersteller, Kameramodell usw. erscheint (bei mir) nichts außer automatisch.

Nur JPG und TIF werden erkannt.

Nicht alle RAWs werden erkannt.

Apropos: Warum ist das Design fast aller Bildbearbeitungsprogramme so düster gehalten. Obwohl mync nur für Windows angeboten wird, weicht die GUI vom gewohnten ab.

Welche Alternativen gibt es möglicherweise? DxO ist ein schöner RAW-Entwickler — der “mehr” kann, dafür aber auch deutlich komplizierter als Lightroom ist. Die Entwicklungsschritte speichert das Programm in Hilfsdateien direkt im Dateisystem. Das Archivieren wird nicht besonders unterstützt, da muß man diszipliniert im Dateisystem arbeiten. Capture One wird auch oft gelobt, doch noch ist der Leidensdruck nicht hoch genug, um wieder von vorn anzufangen. Immerhin habe ich vor dem Einstieg bei Lightroom fast zwei Jahre lang rumprobiert. Hoffen wir also, daß Adobe seinen Goldesel Lightroom nicht selbst massakriert…

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