Pressemappe: Viel Papier und wenig Fortschritt.

Gerade wird vielerorts “erstaunt” eine Studie einer PR-Agentur zu Pressemappen zitiert: 93 Prozent sind noch immer gedruckt, lediglich 28 Prozent davon(?) sind zusätzlich digital aufgehübscht. Ausgewertet wurden am Messestandort Hannover alle Mappen zu den drei Messen Cebit, Hannover Messe und dmexco, insgesamt 316 Stück. Ausnahmsweise kein dicker Stapel Papier -- Pressemappe von Tado (Foto: Luhm)Auch der Inhalt wurde bei dieser Gelegenheit untersucht und beanstandet: “Die bis zu 137 Seiten umfassenden Pressemappen liefern den Medienschaffenden keine strukturierten und zusammengefassten Informationen, sondern viel mehr Werbung in Form von Flyern und Broschüren.” (Quelle: a. a. O.).

Ausnahmsweise kein dicker Stapel Papier
— Pressemappe von “Tado” (Foto: Luhm)

Generell verurteilen möchte ich eine gedruckte Pressemappe nicht, schließlich müßte man ja auch einen digitalen Datenträger oder eine Internetadresse irgendwie verpacken, wenn man sich nicht komplett auf die Merkfähigkeit der Zuhörer verlassen möchte. Gerade bei Veranstaltungen vor Ort muß man “irgendwie” präsent sein, kann ohne Hilfsmittel schon mal blättern. Es kommt natürlich letztlich auf den Umfang und die Zusammenstellung an: Ein paar Seiten Zusammenfassung bzw. Highlights, Inhaltsverzeichnis, Kontaktdaten(!), ein Datenträger als DVD, SD-Karte oder QR-Tag und meinetwegen ein bißchen Eigenwerbung wie beispielsweise Sticker, Pin oder die Einladungskarte zur Standparty. Etwas anderes ist es allerdings, wenn bei telefonischer/schriftlicher Anfrage überhaupt ein Briefumschlag gepackt wird — dann hat man eigentlich schon generell etwas falsch gemacht, wenn man auf der Website nicht ganz alleine fündig werden kann…

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Was kommt nach WhatsApp? Alternative Messenger.

Es war sogar in den Nachrichten der Tagesschau: “Facebook übernimmt WhatsApp” — und zwar für den unglaublichen Betrag von 19.000.000.000 US-Dollar — eine Zahl, die man in die meisten Taschenrechner so gar nicht eintippen kann… Facebook (FB) erhofft sich dadurch, den eigenen Nutzerstamm von ca. 1,2 Milliarden Nutzern um die etwa 450 Millionen User von WhatsApp (WA) erweitern zu können. Blöd nur, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil WA nutzt, um gerade FB aus dem Weg zu gehen: Werbung, Werbung, Werbung und Mißbrauch der persönlichen Daten, Bilder usw. bringen nicht wenige mit FB in Verbindung. Die Gründer und Verkäufer beteuern zwar, daß es wie gewohnt — ohne Werbung und mit (einigermaßen)WhatsAppDatenschutz — weitergehen soll, doch Zweifel sind angebracht: Wie soll sich denn die Investition rechnen, wenn der Nutzer ca. 1 Dollar pro Jahr zahlt?

Was ändert sich bei WhatsApp mit der
Übernahme durch Facebook?

Viele werden deshalb nicht von heute auf morgen sofort ihren Account bei WhatsApp löschen, sondern erstmal die Alternativen sondieren. Deshalb ist es für FB erstmal nur eine trügerische Ruhe. Spiegel Online warnt: “Datenschützer ruft zu Boykott von WhatsApp auf” und die Süddeutsche Zeitung kritisiert “Vom Rebellen zum Vasallen“. Umgekehrt sollten die unverhofft bekannt werdenden Unternehmen nicht zu früh jubeln, werden doch vermutlich erstmal Tausende (Millionen?) von “Test”-Accounts eingerichtet.Schließlich muß man aufpassen, daß man nun nicht den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben versucht, denn manche Alternative ist wohl nicht wirklich eine.Viele User werden erstmal alles mögliche ausprobieren und dann Nutzen, Kosten und vor allem den Freundeskreis entscheiden lassen, wo man hängen bleibt. — Welche Alternativen könnten in Frage kommen?

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Whitepaper “Fotos im Onlinemarketing”

Wenn man keine Lust auf dicke Wälzer hat und sich schnell in ein Thema einarbeiten möchte, ist das Internet inzwischen die erste Wahl. Neben der generellen Suche via Google lohnt sich auch der Blick auf spezielle Dokumenten-Plattformen wie beispielsweise Slideshare, wo ich schon einige interessante Tutorials gefunden habe.

Auch die Rezepte im Marketing haben sich geändert: Das Whitepaper “Fotos im Onlinemarketing” von Thomas Hendele, Online Marketing Berater bei “some communication”, nimmt sich des Themas an. Dazu gehört das “Image-Sharing” à la Pinterest oder Instagram und wie man es zeitgemäß nutzen kann. Darüber hinaus gibt es Beiträge des Fotografen Martin Schlichting (Wie fotografiere ich (m)ein Hotel?), Martin Mißfeldt (“Bilder-SEO”) sowie Sabine Heukrodt-Bauer (Fachanwältin für IT-Recht).

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Die E-Mail-Bombe “an alle”

Als E-Mail-Bombe bezeichnet man das Überfluten eines Postfaches mit unerwünschten E-Mails. Sofern es sich nicht um einen gezielten Anschlag handelt, liegt dies nicht selten an Gleichgültigkeit oder Gleichgültigkeit: Das sind beispielsweise die wichtigen Benachrichtigungen “an alle” innerhalb des Firmennetzwerkes, wenn am Fahrzeug XY das Licht brennt, es aus ist, jmd. ein Buch zu verkaufen hat (und es verkauft ist), der Masseur im Hause ist, noch ein Termin frei ist — und er vergeben ist… Besonders schön ist dies nach einem Urlaub, wo fast der gesamt Eingangsordner aus solch erhellenden Nachrichten der letzten 14 Tage besteht — und wirklich wichtige Nachrichten in dieser Flut u. U. unter die Räder die geraten.

E-Mails professionell versandt.

E-Mails professionell versandt.

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Rechthaberei… Beiträge auf Slideshare

Je einfacher das Fotografieren aus technischer Sicht wird, desto komplizierter wird es aus rechtlicher. Ob engagierter Hobbyist, Freiberufler oder Webentwickler, sowohl bei der Aufnahme vor Ort als auch bei der anschließenden Verwendung auf einer Website muß man sich um Bilder Gedanken machen. Statt dicker Fachbücher hat sich die Recherche im Internet bewährt. Auf Plattformen wie Slideshare findet man oft Vortragsfolien (daher der Name) oder “Handouts” von Vorträgen. Diese kommen meist nicht nur schnell auf den Punkt, sind praxisnah und in der Regel kostenlos.

Erster Treffer: “Das Recht am eigenen Bild. Einschränkung bei der bildlichen Darstellung von Personen” — Hört sich vielversprechend an — doch als ich zur Checkliste vorrücken möchte, merke ich: Es ist leider wieder einmal nur ein nicht kenntlich gemachtes Probekapitel, das aus vier Seiten besteht… Auch “Leitfaden zum Fotorecht” ist nur eine Leseprobe. Ärgerlich, doch dazu nützlich, an Hand der automatischen Vorschläge von Slideshare weiter zu suchen.

Achtung, dieser Beitrag ist weder Rechtsberatung noch Empfehlung, sondern lediglich ein Hinweis auf rechtliche Fragestellungen. Manchmal hilft noch der gesunde Menschenverstand….

Die weitere Suche bringt bessere Treffer…

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Sprechende Dateinamen, große Auswahl, kein CD — was gibt’s da zu meckern?

Ich bin schon lange der Meinung, daß man glaubwürdige Pressearbeit nur aus dem Unternehmen heraus machen kann, trotzdem bekomme ich einen Großteil der Informationen von irgendwelchen Agenturen — wieso eigentlich?

So präsentiert eine namhafte Agentur Bilder für Nikon.

So präsentiert eine namhafte Agentur Bildmaterial für Nikon.

Wenn sie einen guten Text liefern sollen, muß ich sie als Auftraggeber oft so umfangreich briefen, daß ich ihn auch gleich selbst schreiben könnte. Dazu kommen Rücksprache mit Fachabteilungen und das finale “Absegnen”, das bleibt dann sowieso an mir hängen… Und für “Hilfsarbeiten”, meist die rein technische Verteilung an einen “hochgeheimen” Verteiler?

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Recherchedienste — Fluch oder Segen?

Im gelobten Land der Dichter und Denker wird es immer schwieriger als verantwortungsvoller Redakteur/Journalist von seiner Arbeit leben zu können. Vor allem freiberufliche Tätigkeit und sorgfältige Recherche schließen sich fast aus, zumal die über das angeblich notwendige #Leistungsschutzrecht jammernden Verlage nicht selten rechtswidrig eine unbezahlte Mehrfachnutzung der Artikel praktizieren.

Können sog. Recherche-Dienstleister die Lösung sein? Der Knackpunkt: So weit ich es verstehe, ist es meist im Prinzip eine Pressemitteilungen-Datenbank bzw. Auskunftsdienst, der über zahlende PR-Abteilungen finanziert wird. So erläutert es die Autorin Lisa Srikiow in ihrer Info zum Anbieter Recherchescout: Ihr Geschäftsmodell basiert auf der Theorie: Journalisten wollen Informationen, Unternehmen Öffentlichkeit. (…) Unternehmen wiederum bezahlen dafür, ihre Themen zu lancieren. (Quelle: a. a. O.)

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Parteien verschenken Potenzial des Internets im Wahlkampf

[PM BVDW | thl] Die deutschen Parteien nutzen das Potenzial des Internets für den aktuellen Bundestagswahlkampf nur unterdurchschnittlich. Darin sind sich die Befragten der aktuellen Expertenumfrage “Trend in Prozent” des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. einig. Im Gegensatz zum Online-Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 sehen die befragten Digital-Experten jedoch eine geringfügige Verbesserung. Während sie dem Online-Wahlkampf vor vier Jahren insgesamt die Schulnote 4,5 gaben, bewerten sie die aktuelle Wahl mit der Note 3,8.

“Wie schon bei der letzten Bundestagswahl schöpfen die Parteien das Potenzial des Internets für die Wahlwerbung auch 2013 kaum aus. Dabei wären gerade junge und Erstwähler über das Web und vor allem Social Media gut zu erreichen. Auch deswegen unterstützt der BVDW die Mobilisierungskampagne des Deutschen Bundestages zur anstehenden Wahl”, erklärt Matthias Ehrlich, Präsident des BVDW.

Im Gegenteil, wenn man beispielsweise an das Debakel um das mysteriöse “Peerblog” denkt und sich den im Werbedesign gehaltenen Nachfolger ansieht. — Hättest du mal jemanden gefragt, der sich damit auskennt

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Ansichtssache

Ob Selfpublisher oder Unternehmer, auch für ein gutes Produkt muß man werben, zum Beispiel über “Pressemitteilungen”, die inzwischen nicht selten auch direkt beim Leser landen.

Kostenlos ist nicht rechtlos.

Kostenlos ist nicht rechtlos.

Zur Orientierung stellt die Website Online-PR-Praxis eine Liste mit 168 Presseportalen zur Verfügung, im Blogbeitrag als auch zum kostenlosen Download als PDF (und wirbt damit natürlich auch für sich selbst). Den Anstoß für meinen Beitrag liefern allerdings die speziell im PDF unter “Urheberrecht” genannten Konditionen der Verwendung und Weitergabe, die mich wegen eigener Projekte interessieren.

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Notizen zum E-Buch: Shareconomy, Buchhandel, Selfpublisher, Interview Emily Bold.

Das E-Buch wird nicht selten mit Skepsis betrachtet, weil es oft als kostensparender, aber unbequemer Ersatz eines Handbuches herhalten muß oder viele Hobbyautoren unausgegorenen Kram als “Buch” ins Netz stellen, sogar “Spam-Bücher” gibt es bereits. Doch niemand stellt ebenso das Konzept der Tageszeitung in Frage, nur weil es die “Blöd”-Zeitung gibt…

Obwohl es das Konzept elektronischer Bücher nun schon seit Jahrzehnten gibt, bekommt es erst durch brauchbare Hardware seit zwei, drei Jahren neue Impulse: Man ist zum Lesen nicht mehr an den Bürocomputer gefesselt, mit einem handlichen Kindle kann man gemütlich auf der Terrasse oder sogar in der Strapazenbahn lesen. Trotzdem gibt es noch immer einen latenten Rechtfertigungsdruck…

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