Bildeffekte mit Vintager

Die Fotowelt ist schon verrückt: Auf der einen Seite legen selbst viele Hobbyisten Wert auf ein Objektiv das bis in die letzte Ecke scharf abbilden soll, andererseits erfreuen sich Tools zur “Verschlimmbesserung” wachsender Beliebtheit.

Frühlingsbote Scilla mit Vintager bearbeitet.

Frühlingsbote Scilla mit Vintager bearbeitet.

Eigentlich finde ich das gar nicht so schlimm, da — bewußt eingesetzt — wieder die Bildaussage in den Mittelpunkt rück, statt der technischen Materialschlacht. Ein Programm, das vielen Nutzern dabei behilflich sein kann, ist Vintager.

Das kostenlos erhältliche Programm “Vintager” erklärt sich weitgehend selbst, da es hauptsächlich Symbole nutzt und sogar ein paar deutsche Beschriftungen hat, die Anleitung unter “Hilfe” ist allerdings nur auf Englisch. Es erfordert lediglich moderate Hardwareanforderungen für ältere Rechner ab Windows XP mit Pentium II und 64 Megabyte RAM. Leider läßt sich die Größe des Bearbeitungsfensters (bei mir) nicht ändern, geschweige denn auf Maximum einstellen. Auch ist die Bedienung noch nicht ganz konsistent (siehe meine Anmerkungen) — trotzdem lohnt sich das Experimentieren mit diesem Programm.

So lassen sich mehrere Bilder gleichzeitig laden, können aber unterschiedlich bearbeitet werden. Es werden mehr als 30 Bildformate erkannt, wie beispielsweise bmp, jpg, png, gif, psd, tif, ico, tga (allerdings keine RAWs). Beim abschließenden Speichern werden aber immer alle Bilder in das Quellverzeichnis auf der Platte geschrieben, egal ob verändert oder nicht und anschließend beendet das sich Programm selbst…

Ein Bild mit Vintager auf alt trimmen.

Ein Bild mit Vintager auf alt trimmen.

Vintager bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die man alle mit einem Klick erreichen und ausprobieren kann. Dabei wird das Vorschaubild ständig aktualisiert und Effekte können auch zurück genommen werden. So kann man sich leicht interaktiv an das gewünschte Ergebnis herantasten.

  • Schärfentiefe (Depth of Field) — ist m. E. sowohl Englisch wie Deutsch falsch bezeichnet und meint eigentlich eine Vignette (Randabschattung).
  • Rahmen (Frame type) — wird leider nicht um das Bild, sondern auf das Foto gelegt, so daß Ränder etwas beschnitten werden oder der 35-mm-Look nicht ganz stimmt (weil in Transportlöchern das Bild zu sehen ist), andererseits können so beispielsweise Schrammen u. ä. auf dem Bild hinzugefügt werden.
  • Ausschneiden (Crop), um den Ausschnitt zu bestimmen.
  • Drehen (Rotate) — hier auch Spiegeln (Flip).
  • Farbeinstellung (Color adjustment) — Helligkeit (Brightness) und Kontrast (Contrast).
  • Größeneinstellung (Resize) — ACHTUNG, die hier vorgegebene Größe wird immer angewandt, also bitte unbedingt kontrollieren (sonst ist die längste Seite 1.400 Pixel lang)
  • Vorgabe (Preset) wird den vorherigen Einstellungen als Farbstimmung oder Filmtyp hinzugefügt (geht eher in Richtung “Crossentwicklung“):
    • Lotus
    • Blossom
    • Coconut
    • Flow
    • Billie
    • Candela
    • Spring
    • Rainbow
    • Malaga
    • Sand
    • Noir
    • Sunset
    • Fella
    • Rose
    • Mint
    • Pine

Meine Beispielbearbeitung oben setzt sich aus einer leichten Vignette mit Rahmen No. 3 und dem Preset Billie zusammen, das zweite Bild nur aus Rahmen No. 1 und dem Preset Pine (übrigens eine Aufnahme mit der Sony QX 10, die extreme Bodennähe erlaubt). Da das Ergebnis überzeugend ist, kann man es durchaus als Ergänzung zu großen Programmen verwenden, wo solche Effekte wesentlich mühsamer zu erstellen sind. Obwohl das Programm kleine Macken hat, macht es doch Spaß damit zu arbeiten.

Frühling am See mit QX10.

Frühling am See mit QX10.

[Kurzinfo]

  • Mit Vintager kann man Bildern mit einem Klick einen alten Look verpassen. Die Bedienung ist einfach, die Möglichkeiten sind vielfältig und das Ergebnis überzeugend.
  • Autor: Exeone | Sprache: deutsch u. a. (Hilfe englisch) | Windows (ab XP bis 8) | Lizenz: kostenlos | Homepage: http://www.exeone.com/vintager

Comments

comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.