Beauty-Retusche mit Evangeline

Das Internet macht’s möglich, daß man ganz ohne Extraeinladung Profis bei der Arbeit über die Schulter sehen darf — zum Beispiel Evangeline Cooper. In ihrem Blog zeigt sie ja schon seit längerem exemplarisch einige Arbeiten, doch jetzt gibt es auch Tutorials bei Youtube.

In ihrem Video-Tutorial “Retusche und Composing: ‘White Paint’ komplettes Making Of” zeigt sie eine komplette Bildbearbeitung:

vom unbearbeiteten Ausgangsbild zum fertigen Composing. Verflüssigen, Beautyretusche, Dodge und Burn, Hintergrund anpassen, neue Hintergrundtextur einfügen, Farbkorrektur — von Anfang bis Ende ist alles dabei. (Quelle: a. a. O.)

Das schöne daran ist, daß das Tutorial in Echtzeit läuft, also ohne ominöse Sprünge in denen der Profi ein paar “selbstverständliche” Dinge einfach übergeht und der Normalo den Anschluß verliert. Man kann also viel lernen und sehen, daß auch Profis nur mit Wasser kochen.

Auf der anderen Seite zeigt es aber auch wieder einmal, wie selbstverständlich “manipuliert” wird. Aus fotografischer Sicht sind globale Helligkeits- und Kontrastanpassung notwendig und akzeptabel. Doch für eine “Beauty-Retusche” sehe ich — für mich — enge Grenzen: Den fetten Pickel auf der Nase oder stark glänzende Stellen kann man bearbeiten, doch üblicherweise werden meiner Meinung nach viele unnötige Dinge “korrigiert” — die man als guter Fotograf schon bei der Aufnahme im Auge hat oder die eben so sind wie sie sind, zum Beispiel…

  • Haare aufbauschen
  • Falten der Kleidung andrücken
  • Leberflecken entfernen
  • rissige Haut an Ellenbogen

Dabei wundert es mich, wenn gerade bei Supermodels so viel retuschiert wird, wieso die soviel Geld kassieren, wenn die “wa(h)re” Schönheit doch erst durch Photoshop kommt. Darüber hinaus verbreitet sich diese umfangreiche Nachbearbeitung auch in Amateurkreisen, so daß manche Leute sich kaum noch trauen ihre Bilder vorzuzeigen — weil sie einfach nur Spaß am Fotografieren haben. Vielleicht ist Lightroom für Fotografen tatsächlich die “bessere” Lösung, wo diese extreme Bearbeitung weniger üblich ist.

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