Baue dir eine elektronische Visitenkarte als VCF und QR!

Es ist selbstverständlich, daß man auf einer Website mit der man Leser oder Geschäftskunden ansprechen möchte, Kontaktdaten hinterlegt. Naheliegend und unverzichtbar ist ein Kontaktblock mit Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Das reicht eigentlich für die erste Kontaktaufnahme. Wenn man vor dem Bildschirm im Büro sitzt, kann man sofort zum Telefon greifen und anrufen oder eine vCard -- klicken statt tippen.Nachricht schreiben.

vCard — klicken statt tippen.

Doch was ist, wenn die Website vor Kontaktaufnahme geschlossen wird oder auf einem mobilen Gerät die Handhabung schlicht zu umständlich ist? Dann besteht die Gefahr, daß der Kontakt u. U. verloren geht und damit der potentielle Kunde oder Dienstleister. Deshalb sollte man weitere Darstellungsformen anbieten:

  • die elektronische Visitenkarte, auch vCard genannt
  • sowie einen QR-Tag bzw. QR-Code


Die elektronische Visitenkarte VCF

Die vCard, in der Regel mit der Dateinamenerweiterung vcf gekennzeichnet, stellt ein definiertes Datenformat dar. Es wird bereits Anfang der 1990er entwickelt, immer wieder angepaßt und hat sich bis heute gehalten. Die Daten können als Minidatei weitergegeben (E-Mail-Anhang) oder auf einer Website hinterlegt und verlinkt werden. Der große Vorteil: Durch einen Klick auf den Link — oder auch die separate Datei auf Dateiebene — können die Daten automatisch in ein elektronisches Adreßbuch (PIM) übernommen werden. Auf Windows-Rechnern ist dies oft Outlook, aber auch Android, Apple OSX, Gmail, Lotus Notes, Thunderbird und viele andere Programme sind kompatibel. Dies funktioniert wie bei allen “registrierten Dateien” für die automatisch ein passendes Programm zur Bearbeitung geöffnet wird. Entscheidend ist dabei die Dateinamenerweiterung vcf. Für Termine gibt es mit vCalendar bzw. iCalendar übrigens einen ähnlichen Mechanismus.

Doch wo bekommt man diese speziellen Dateien her? Entweder jmd. fragen, der sich damit auskennt oder nach passender Software suchen. Bei einer Recherche stoße ich auf umfangreiche Programme wie die VCFtools. Doch für eine einzelne Aktion ist das möglicherweise zuviel des Guten oder man darf auf einem Dienstrechner gar keine eigenen Programme installieren. Deshalb verwende ich bevorzugt Online-Generatoren: vCard Maker bietet ein einfaches und überschaubares Eingabeformular.

Mit vCard Maker kann man online elektronische Visitenkarten anlegen.

Mit vCard Maker kann man online elektronische Visitenkarten anlegen.

Wer sich trotzdem auf den ersten Blick von den vielen leeren Kästchen erschlagen fühlt — man muß ja nicht alle ausfüllen, nur was man auch wirklich weitergeben möchte (ggf. muß man sich für unterschiedliche Gelegenheiten mehrere Karten anlegen). Pflichtfelder sind mit einem Sternchen markiert. Bei Telefonnummern sollte man auf die Gruppierung und Sonderzeichen verzichten, damit Programme sie nicht versehentlich als Trennzeichen interpretieren. Abschließend genügt ein Klick auf “Generate”. Die vCard wird erzeugt und sofort als Download “vCard.vcf” gestartet. Leider gibt es zum Löschen der Einträge keinen “Reset”, so daß man eine weitere Karte am besten mit dem Neuladen der Seite beginnt (Taste [F5]). Um Verwechselungen zu vermeiden, benenne ich die Dateien gleich um, Hauptsache, die Endung bleibt erhalten. Diese Datei kann ich nun per E-Mail versenden oder zusätzlich auf der Website hinterlegen.

QR-Code für Internetausdrucker

QR-Codes werden häufig in der Werbung eingesetzt, bieten dort aber oft nur einen geringen Nutzen. Doch man kann sie auch ganz anders einsetzen, zum Beispiel auf der Website für die Kontaktdaten. Dies scheint auf den ersten Blick unsinnig, da dort doch schon der E-Mail-Link und die vCard zur Verfügung stehen. Doch m. E. kann man zwei gar nicht so seltene Situationen damit abdecken:

  • über den QR-Tag kann man die Daten direkt auf einen Tablett-PC oder Smartfon übernehmen, ohne ein Kabel anschließend zu müssen (insbesondere bei fremden PCs)
  • da viele Seiten zur Dokumentation ausgedruckt werden, kann man anschließend per Foto die Angaben noch leicht in ein Handy übernehmen

Prinzipiell kann so ein Code beliebigen und beliebig viel Text aufnehmen. Allerdings kann man einem QR-Tag von Anfang an auch einen Verwendungszweck mit auf dem Weg geben. Dann wird nicht einfach nur der Text als solcher gespeichert, sondern auch der Hinweis “Website-URL” oder “Visitenkarte”. Auch hier bevorzuge ich wieder die Online-Variante, die schnell zur Verfügung steht und unabhängig vom Betriebssystem ist. Beim QR Code Generator stehen neun unterschiedliche Typen zur Auswahl:

  • URL
  • Text
  • vCard
  • SMS
  • Telefonnummer
  • Geolocation
  • Event
  • E-Mail
  • WLAN

Wählt man den Typ vCard, wechselt das freie Textfeld zu einem Eingabeformular für einen Kontakt. Auch hier gilt, daß man nicht unbedingt alle Felder ausfüllen muß. Im Gegenteil, je weniger Text kodiert werden muß, desto besser ist später die Erkennungsrate beim Empfänger. Während ich die Daten eingebe, wird daneben gleichzeitig schon der QR-Code generiert.

Ein QR-Tag kann direkt als Adresse definiert werden.

Ein QR-Tag kann direkt als Adresse definiert werden.

Nach einem Klick auf “Download” startet nicht gleich der Download, sondern man hat noch Gelegenheit einige Einstellungen für die Kodierung und Darstellung vorzunehmen wie beispielsweise Größe, Farbe — schwarzweiß empfohlen — oder den Typ der internen Fehlerkorrektur. Danach landet der QR-Tag direkt als JPG auf der Festplatte.

Fazit

Um alle Kommunikationswege abzudecken, gebe ich nicht nur “irgendwie” die Daten an, sondern nutze auch unterschiedliche Darstellungsformen:

  • Website mit ordentlichem <title>-Tag und favicon
  • vCard
  • QR-Tag
  • gedruckte Visitenkarte
  • Briefbogen
  • Flyer

So werde ich nicht nur gefunden, sondern vor allem auch wiedergefunden. Mit den Spezialformaten läßt sich eine Adresse leicht ins Adreßbuch übernehmen, ohne alles abschreiben zu müssen — das ist für den Kunden nicht nur komfortabler, sondern vermeidet außerdem ärgerliche Tippfehler.

Tipp: Moongate bietet einen kombinierten Generator an, der bei Bedarf nicht nur vCard und QR erzeugt, sondern auch Data Matrix.

Wenn man dann bei der Website auch beliebte Fehler beim Drucklayout vermeidet, kann man den Kontaktblock beim Ausdrucken unübersehbar ganz oben plazieren, so daß diese wichtigen Informationen immer präsent sind.

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