Backup-Muffel, jetzt wird euch das Lachen vergehen.

Backup-Festplatte unkonventionell.Ich werde ja gelegentlich mitleidig belächelt, wenn ich mein Backup-Konzept erläutere: Neben der Strategie, was ich überhaupt regelmäßig sichere, spielt die Hardware eine entscheidende Rolle.

Backup-Festplatte unkonventionell.

Spätestens wenn ich erwähne, daß ich von dem Backup mit Buchmanuskripten, Quellenbelegen zur Doktorarbeit oder meinem Fotoarchiv eine zweite Sicherungskopie mache und die Festplatte im Bankschließfach lagere, ist mir ein breites Grinsen gewiß. — Wieso eigentlich?

Es ist schon komisch: Da gibst du 3.000 Euro für deine Vollformatkamera und noch dreimal soviel für Objektive aus, 1.000 Euro für das neueste iPad und 5.000 Euro für einen PC zur Bildbearbeitung, aber das Thema Backup wird trotzdem stiefmütterlich behandelt. Man hört dann oft von teuren NAS mit 20 Festplatten, doch das Gelbe vom Ei ist das nicht…

Datenunsicherheit

Worauf ich hinaus will? CBS (SF Bay Area) berichtet vor kurzem: “Burglars Take Cameras, Hard Drives Holding Oakland Photographer’s Life Work” — Diebe stehlen Kameras, Festplatten und das Lebenswerk einer Oakländer Fotografin. Bis auf eine große Fachkamera lassen Einbrecher bei Jennifer Little alles mitgehen: 8 Kameras und 21 externe Festplatten mit etwa 70.000 unersetzbaren Bildern. Gewerbliche Aufnahmen und Erinnerungen seit 2005 sowie Vorbereitungen zu zwei Büchern.

Datensicherheit…

Der Diebstahl einer Fotoausrüstung ist ärgerlich oder sogar schmerzhaft, wenn davon unmittelbar die Existenz abhängt — aber man kann es mit Geld beheben. Fotos dagegen sind unwiederbringlich: Familienbilder haben hohe emotionale Bedeutung, manches Architektur- oder Landschaftfoto unter Umständen sogar historischen Wert für die Allgemeinheit. Für kein Geld der Welt kann man die Bilder wiederbeschaffen, wenn sie tatsächlich zerstört wurden.

In diesem Fall bin ich überrascht, daß beispielsweise von 21(!) Festplatten für 70.000 Bilder die Rede ist. Ich habe zufällig ebenfalls knapp 70.000 digitale Bilder in meinem Archiv, komme habe mit einer vergleichsweise kleinen 1,5-Terabyte-Platte aus. Leider steht im Bericht nichts über die Festplattengrößen und ob die Großbildaufnahmen mit der Fachkamera vielleicht in wahnsinnigen Auflösungen gescannt wurden.

Datenstruktur

Gerade wenn es um Fotografie geht, schalten viele mit “ich bin ja nur Nutzer” auf Durchzug, wenn es um Computertechnik geht. Obwohl sie gerade bei Digitalfotografie davon anhängig sind, wird so getan, als ginge es um Technikverliebtheit. Doch wer weiter vor sich hinwurschtelt wie zu C64-Zeiten, bekommt die Quittung. Datenträger aller Art sind Verschleißteile — leider auch beim Rumliegen! Ich habe in den vergangenen zwei Jahren sämtliche Disketten und sämtliche selbstgebrannten CDs und DVDs auf eine neue Festplatte überspielt, konsequent entsorgt und das Datenmaterial gleichzeitig grob gesichtet. Auch kleine Festplatten (um die 250 GB) wurden überspielt, die Hardware verschenkt oder entsorgt. Obwohl ich sicherlich “Poweruser” bin, der praktisch täglich am Computer produktiv arbeitet und gerade mit Fotografie relativ große Datenmengen produziert, bin ich am Ende mit einer kleinen 3-Terabyte-Platte ausgekommen (Maximum in “einer” Platte sind 6 – 8 TB).

Backup

Und selbstverständlich mache ich davon regelmäßig eine Sicherungskopie, weil ich einerseits a) bei technischem Versagen oder b) Fehlbedienung gewappnet sein möchte, aber c) auch bei Diebstahl oder d) schlimmeren. Deshalb verwende ich auch kein NAS, weil damit die räumliche Trennung nicht ausreichend zu bewerkstelligen ist.

Leider gibt es zum Fall von Jennifer Little keine aktuellen Berichte. Angeblich sucht sie jetzt per Flyer nach ihren Festplatten…

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