Alte Objektive an Canon EOS nutzen

Wer schon zu analogen Zeiten fotografiert, befaßt sich schon beim Adapter: M42 an Canon EOS. Umstieg auf eine Digitalkamera mit dem Thema Adapter (zumindest wenn es um Spiegelreflex geht). Wer einen gewissen Qualitätsanspruch hat, investiert nämlich in “Glas” und möchte nach dem Umstieg nicht gern bei Null anfangen.

Adapter: M42 an Canon EOS.

Welche Adapter gibt es und was können sie leisten? Worauf solltest du beim Kauf eines Adapters für alte Objektive achten?


Dieser Beitrag ist mehrteilig und befaßt sich zunächst mit Systemen, die ich aus der eigenen Praxis kenne (Canon EOS und MFT). Entsprechende Gastbeiträge besonders zu Nikon, Sony und Pentax sind willkommen.

M42 an Canon EOS

Die Stars von Canon zu analogen Zeiten heißen Canon A-1 und AE-1 Program. Die Objektive werden per “FD”-Bajonett angeschlossen. Mit der Einführung der EOS Ende der 1980er wird ein neuer Anschluß eingeführt, “EF” genannt.

In den neuen Objektiven findet sich ein Haufen Elektronik, besonders für den standardmäßig vorhandenen Autofokus (AF), später auch Bildstabilisierung (IS) und eine elektronische Blendensteuerung. Der Blendeneinstellring verschwindet, dafür gibt es elektrische Kontakte. Die alten FD-Objektive lassen sich an dem neuen Anschluß praktisch nicht nutzen. Per Adapter kannst du sie zwar mechanisch mit der EOS verbinden, aber dann fällt sogar die Entfernungseinstellung “unendlich” weg oder der Adapter muß eine universelle Korrekturlinse enthalten, was die Verwendung hochwertiger Optiken ad absurdum führt.

Adapter für M42 auf Canon EOS.

Adapter für M42 auf Canon EOS.
(Foto: 7oom.net|Luhm)

Was aber früher schon recht gut klappt, ist die Verwendung noch älterer Objektive mit M42-Anschluß. Solche Objektive arbeiten völlig unabhängig von der Kamera und werden damals wie heute rein mechanisch mit der Kamera verbunden. Anders als Nikon macht Canon nicht den Fehler das Auflagemaß zu verändern, so daß du ein Objektiv mit M42 Schraubanschluß an einer Canon EOS voll nutzen kannst. Umschalten zwischen Springblende und Arbeitsblende.Voll heißt natürlich ohne AF und ohne IS, aber mit “unendlich” (ohne Korrekturlinse). Da M42-Objektive einen Blendenring haben, kannst du sie auch abblenden. Der Adapter ist nur wenige Millimeter dick und fällt kaum auf.

Umschalten zwischen Springblende und Arbeitsblende.

Ganz so primitiv, wie man für analog annimmt, sind die Objektive übrigens nicht. Standardmäßig ist die Blende geöffnet — auch wenn beispielsweise “8” eingestellt ist — und die Kamera kann sie mit einem kleinen Stößel automatisch abblenden. Da auch “damals” das nicht alle Kameras können, haben viele Objektive einen Umschalter “M” für Arbeitsblende: Wenn “8” eingestellt ist, ist die Blende entsprechend weit geschlossen — und das Bild schon im Sucher entsprechend düster.

Beim Kauf eines Adapters kann man deshalb auf einen innen liegenden “Kragen” (A) achten (silberner Adapter in der Abb.), der schon beim Einschrauben den Stößel auf Arbeitsblende eindrückt und so auch ohne einen Umschalter “A/M” ein Abblenden ermöglicht (leider bedient keine EOS von Haus aus den Stößel).

Für Canon EOS gibt es außerdem Adapter, die zusätzlich einen kleinen Chip (B) eingeklebt haben (schwarzer Adapter in der Abb.), was zwei Funktionen ermöglicht:

  1. Über “AF confirm” leuchtet im Sucher bei der manuellen Entfernungseinstellung der Schärfeindikator als Einstellhilfe auf. Der ist zwar meist sehr sensibel, aber besser als gar nichts.
  2. Fast schon interessanter ist die zweite Funktion: Solch ein Chip liefert auch fake Exif-Daten. Er kann keine echten Blendenwerte übertragen und keine Modellbezeichnung, aber an Hand der fest eingestellten Werte (oft “50 mm / 1,4”) kannst die Aufnahmen herausfiltern und ggf. mit Lens Tagger in Lightroom mit plausiblen Werten versehen.

Andere Systeme: T2 und Adaptall2.

Heutzutage geben sich die Original-Hersteller immer mehr Mühe, daß weder Fremdobjektive noch ältere Objektive eigener Produktion an den neuen Modellen voll genutzt werden können. Das ist nicht immer so. Bei Analogkameras gibt es zwei Systeme, die sich schon “damals” mit möglichst vielen Kameras nutzen lassen und bis heute verwendet werden können:

  1. T2 ist ein Anschlußsystem, das von Anfang an nur auf die mechanische Verbindung ausgelegt ist. Im Prinzip bietet es nur ein weites Auflagemaß, so daß es genug Spielraum für passende Anschlußstücke gibt. Objektivseitig gibt es ein genormtes Schraubgewinde ähnlich M42, das allerdings von keiner Kamera direkt genutzt wird. Es ist immer ein Adapter notwendig! Solche Anschlußadapter sind bis heute auch für neuere Kameras erhältlich. — Üblich ist dieser Anschluß bei Spiegelobjektiven (aka “Russentonne”).
  2. Tamron bietet mit Adaptall 2 ein System an, daß beim Umstieg zwischen Marken oder paralleler Nutzung möglichst auch die Automatikfunktionen bieten möchte. Es basiert ebenfalls auf einem Grundobjektiv für das zwingend ein Adapter auf das Kamerasystem erforderlich ist. Bei Analogkameras wird neben der mechanischen Verbindung auch Offenblendenmessung und Springblende ermöglicht (AF gibt es natürlich nicht). Auch solche Adapter werden bis heute für neuere Kameras angeboten, erlauben allerdings nur eine mechanische Verbindung. — Ich verwende damit das legendäre 90-mm-Makro von Tamron (BBAR).

Für Lightroom Objektivprofile nachzurüsten halte ich allerdings für aussichtslos. Das Tool Adobe Lens Profile Creator bzw. Adobe Lens Profile Downloader bietet meiner Erfahrung nach nichts fertig an und etwas selbst anzulegen ist sehr aufwendig.

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