3 Byte für 24 Nadeln

Mit dem Wechsel von kommandozeilen-basierten Betriebssystem wie DOS zu grafischen Benutzeroberflächen à la Windows vollzieht sich auch ein Wandel bei der Drucktechnik. Heute ist es selbstverständlich, daß man am Computer beliebige Schriften verwenden kann (inkl. zahlreicher Sonderzeichen und Symbolen) und BildschirmdarstellSymbol selbst programmiertung sowie das Ergebnis auf Papier weitgehend identisch sind (“Wysiwyg”). Das ist nicht immer so.

Symbol für einen 24-Nadel-Drucker kodiert
(Bild: Luhm)

Während Textverarbeitungsprogramme “früher” einfach nur ASCII-Codes auf die Druckerschnittstelle schicken, ist allein die Druckerhardware dafür verantwortlich wie das Ergebnis letztlich auf dem Papier aussieht. Man entscheidet sich für einen Drucker, weil er über eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher eingebauter(!) Zeichensätze verfügt, die man nicht selten von Hand(!) direkt am Gerät über Tasten und Leuchtdioden einstellt.

In Sachen Grafik gibt es einen Semigrafik-Zeichensatz wie man ihn heute noch z. T. aus Terminal-Programmen kennt. Eine der Möglichkeiten für Profis ist die Nutzung des Pufferspeichers für selbstdefinierte Zeichen. Ich nutze diese Funktion vor allem, um ein paar Symbole einzubinden, zum Beispiel ein Telefon.

Die abgebildete Skizze stellt die Matrix der 3 x 8 Nadeln eines 24-Nadel-Druckers dar. Die gesetzten Punkte werden binär interpretiert und hexadezimal codiert zum Drucker gesandt (geschildert für Atari ST u. a. in Luhm, PD Royale, 1990, S. 22). Im o. g. Beispiel werden nur die oberen 2/3 genutzt, um auf der Grundlinie für die normalen Buchstaben zu bleiben, die hexadezimalen Werte müssen entsprechend noch um “00” ergänzt werden. Zum Teil gibt es damals auch Programme, die bei der Gestaltung und Umrechnung behilflich sind. Insgesamt ist dies eine recht aufwendige Sonntag-Nachmittag-Beschäftigung.

Mein Vater nutzt diesen von mir ausgemusterten Nadeldrucker (Star LC24-10, NEC P7-kompatibel) übrigens noch viele Jahre, um ausschließlich Briefe zu drucken. Immerhin kan man damit Durschläge machen und Formularsätze ausfüllen. Erst der Mangel an Endlospapier (trotz Einzelblatteinzug) und vor allem exorbitante Preise für die Farbbänder lassen auch ihn zum Laserdrucker wechseln. Zur Zeit ist der Drucker noch auf dem Dachboden eingelagert, aber seine Tage sind gezählt…

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